Sportkegeln: Reith und Brill führen AN Bosserode in 2. Bundesliga

Daumen hoch: der neue Zweit-Bundesligist, hinten von links; Bernd Hakenes, Roy Hertnagel, Manuel Lehmann, Thilo Köhler, David Grünler, Gerald Buchenau, Sigurd Staniczek; vordere Reihe von links: Arno Köhler, René Windolf, Tobias Brill, Michael Reith. Foto: Walger

Bosserode. Die Kegler des AN Bosserode sind in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Eine schöne Nachricht. Aber kein Wunder. „Meister der Hessenliga zu werden, war schon unser Saisonziel“.

Das, sagt Vorsitzender Gerald Buchenau, „schließlich waren wir in den beiden letzten Jahren Zweiter.“ Und davor Dritter.

Ein Titel mit Ansage also. Und doch einer, der alle glücklich macht. Auch die beiden Leistungsträger Tobias Brill und Michael Reith. „Das geht in die Vereinsgeschichte ein“, sagt Tobias Brill stolz, „vor ein paar Jahren hätte es in Bosserode doch keiner für möglich gehalten, dass wir das mal schaffen.“

Bergauf ging es, als Michael Reith vor vier Jahren von Süß nach Bosserode wechselte. Das Riesentalent, das dem Nationalkader angehört, ist in seiner Altersklasse U 24 amtierender Weltmeister im Paarkampf und Vize im Einzel. In seinem Sog steigerten sich die neuen Mitstreiter - allen voran Tobias Brill. „Der Tobi hat einen riesigen Schritt gemacht“, bestätigt ihm Michael Reith. Diese für ihn überragende Saison schloss Tobias Brill sogar als Ranglistenerster der Hessenliga ab, direkt vor seinem Teamkollegen. „Das lag aber auch daran, dass Michi in einem Spiel gefehlt hat.“

Spieß umdrehen 

In der 2. Bundesliga will Michael Reith den Spieß wieder umdrehen. Bester seiner Mannschaft zu sein, sei schon sein Anspruch. Und sich in die Top 5 der 2. Liga einzureihen.

Die Leistungsexplosion von Tobias Brill ist kein Zufall, denn er hat seine Ambitionen als Fußballer längst zurückgeschraubt und sich aufs Kegeln konzentriert. Das liegt auch an einer folgenreichen Begegnung bei den Hessenmeisterschaften 2010. Dort traf er zum ersten Mal seine heutige Frau Sabrina. „Danach haben wir uns bei den Deutschen Meisterschaften in Salzgitter wiedergesehen, wo wir die gleiche Unterkunft hatten“, erzählt er.

Ihre Leidenschaft fürs Kegeln - sie geht für Gießen-Wieseck auf die Bahn - spornte Tobias Brill noch mehr an. „In die 2. Bundesliga aufgestiegen zu sein - egal in welcher Sportart - ist für mich mein größter sportlicher Erfolg“, sagt er und blickt schon voraus auf die neue Runde. Ohne Verstärkungen, da ist er sich mit Michael Reith einig, werde es schwer werden, die Klasse zu halten. „Ich gehe aber davon aus, dass wir mit unverändertem Kader in die Saison gehen werden“, sagt Tobias Brill.

Wichtiger Heimvorteil

Deshalb setzen beide auf die Heimstärke. Die Bosseröder Bahnen gelten als schwierig, was den Heimvorteil natürlich vergrößert. „Ich bin schon gespannt, was die Raketen der 2. Bundesliga bei uns für Ergebnisse spielen“, sagt Michael Reith.

Er hat auch drei Angebote aus der 1. Bundesliga vorliegen. „Ich bleibe aber. Ich bin heimatverbunden und ziehe mein Ding hier durch.“ Das tat er auch, als der Bundestrainer durchblicken ließ, dass er Mitglieder des Nationalkaders schon gerne in der Bundesliga kegeln sieht. Und das tut Michael Reith ja künftig - mit seinen Bosserödern.

Von Thomas Walger

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