Handball-Landesliga

TG Rotenburg kämpft mit Kartenaktion gegen Ebbe in der Kasse

+
So sieht sie aus, die Corona-Konter-Karte der TG Rotenburg: Durch den Verkauf dieser Dauerkarte hofft man, eine neue wichtige Einnahmequelle erschließen zu können. Denn die Corona-Krise hat für Ebbe in der Kasse der Handball-Abteilung gesorgt. 

Das Corona-Virus hat die Wirtschaft in Deutschland hart getroffen. Aber auch viele Sportvereine stöhnen unter der finanziellen Last der Pandemie - auch die TGR.

VON THOMAS WALGER

Nicht nur bei den Profis, sondern auch bei den Amateuren sind seit Mitte März große Teile der Einnahmen von heute auf morgen weggebrochen. Das gilt auch für die Handball-Abteilung der TG Rotenburg. 

Sie versucht jetzt gegenzusteuern und wenigstens ein bisschen Geld in die klamme Kasse zu bekommen. Das soll mit dem Verkauf einer ganz besonderen Dauerkarte gelingen. Die hat sogar einen Namen: „Corona-Konter-Karte der TGR“ heißt sie.

Die TGR ist bei den Männern mit je einer Mannschaft in der Landesliga und der Bezirksoberliga vertreten, die Frauen gehen in der Landesliga auf Torejagd. Die Dauerkarte gilt für die Heimspiele aller drei Teams in der kommenden Serie, also ungefähr für 40 Partien. Das Ticket soll 100 Euro kosten - will jemand noch freiwillig ein paar Euro drauflegen, würde das die Verantwortlichen und die Handballer sehr freuen.

Denn die Lage ist bescheiden. Viele Kosten laufen seit vier Monaten weiter, während die Einnahmen zum großen Teil weggebrochen sind. Kein Cent aus Eintrittsgeldern oder dem Verkauf von Speisen und Getränken ist seit Mitte März in die Kasse geflossen. Und die Tatsache, dass keiner weiß, wann wieder unter den gewohnten Bedingungen Handball gespielt werden kann, verschärft die Situation noch. Zumal viele Werbepartner mit ihren Unternehmen ebenfalls von der Corona-Krise erwischt wurden.

Das fördert bislang nicht gerade die Bereitschaft, Geld für den Sport locker zu machen. Zumal mancher befürchtet, dass einige Begegnungen in der kommenden Saison unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssen.

80 000 Euro beträgt der Jahresetat der TGR-Handballabteilung. 60 Prozent davon waren bislang allein durch Zahlungen der Werbepartner abgedeckt. Die hielten sich jetzt bedeckt, keiner wolle eine Zusage machen, berichten die TGR-Vorstandsmitglieder Reiner Wollrath und Michael Strauchmann von ihren jüngsten Erfahrungen – was sie unter den gegebenen Umständen gut verstehen können.

Sollte die neue Saison Mitte September wie geplant losgehen, wäre das schön. Müssten die Ränge aber leer bleiben, wäre das eine Katastrophe. „Ohne Zuschauer können wir das Gebetbuch zumachen“, sagt Michael Strauchmann und denkt dabei nicht nur an die 5000 Euro, die pro Saison allein für die Handball-Schiedsrichter zu überweisen sind.

Nun soll die Idee mit der Dauerkarte für einen kleinen Hoffnungsschimmer sorgen. Die beiden Vorständler bauen darauf, dass möglichst viele TGR-Anhänger an ihr Gefallen finden. Ihnen ist klar, dass es durchaus möglich ist, dass der Gegenwert für die 100 Euro nicht unbedingt der freie Zugang zu 40 Spielen sein wird.

Denn es könnte Geisterspiele geben oder solche, zu denen nur wenigen Anhängern Zutritt gewehrt wird. Aber es geht bei der Aktion schließlich in erster Linie darum, der Handball-Abteilung in dieser misslichen Lage ein wenig Luft zum Atmen zu verschaffen. Und wer weiß? Wenn viele Plätze in der Großsporthalle wegen einer entsprechenden Abstandsregelung frei bleiben müssen, könnten die Dauerkarteninhaber ja klar im Vorteil sein.

Dauerkarten zu jeweils 100 Euro können ab sofort telefonisch bei Reiner Wollrath, Vorstand Repräsentation der TGR-Handballabteilung, unter 0174-9535535 erworben werden.

Auch eine schriftliche Bestellung per E-Mail unter handball@tg-rotenburg.de ist möglich. Außerdem sind die Dauerkarten in der Rotenburger Filiale der Sparkasse gegenüber dem Bahnhofsgebäude erhältlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.