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Lüdersdorf trägt ihre Handschrift: Ralf Schade und Norbert Rüger sind für den TTC unverzichtbar

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Von: Alicia Kreth

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Fahren für ihr Leben gerne in die Berge: Ralf Schade (links) und Norbert Rüger lieben das Wandern.
Seit mehreren Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil des TTC Lüdersdorf: Ralf Schade (links) und Norbert Rüger lieben das Wandern. © Privat

Ein Sportverein ist heutzutage schon dann gut dran, wenn er auch nur ein einziges Mitglied hat, dass sich intensiv und über mehrere Jahrzehnte ehrenamtlich in der Vorstandsarbeit engagiert. Wenn es wie beim TTC Lüdersdorf mit Ralf Schade und Norbert Rüger gleich zwei sind, ist das schon etwas ganz Besonderes.

Lüdersdorf – „Diese beiden sind seit Jahrzehnten ein Team und setzen ohne Murren und Meckern ihre Zeit für unseren Verein ein. Sieht man den einen, ist der andere meistens nicht weit“, betont Vereinskollege Timo Schröder anerkennend, und ergänzt: „Sie halten seit mehr als 30 Jahren unseren Verein zusammen und stehen meist im Hintergrund.“

Schade und Rüger, die von Kindheit an auch privat richtig gute Kumpels sind und ihre Familien mit dem Tischtennissport infiziert haben, leben ihren Verein wie kein zweiter. „Wenn in der Halle das Licht brennt, dann dauert es nicht lange, bis einer der beiden vorbeikommt“, erzählt Uwe Lindemann. Dass beide nur etwa 100 Meter Luftlinie von der Lüdertalhalle entfernt wohnen, kommt dem Vereinsleben da natürlich zugute.

Anderen Vereinsmitgliedern zu helfen ist für das Duo ebenso selbstverständlich wie die Arbeit beim TTC – egal ob Pflasterarbeiten oder Umzüge, sportliche oder private Treffen, Unterstützung passiver Mitglieder oder aktiver Spieler. Ralf Schade und Norbert Rüger packen überall zuverlässig und mit Herzblut an.

Seit mehreren Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil des TTC Lüdersdorf: Ralf Schade.
Seit mehreren Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil des TTC Lüdersdorf: Ralf Schade. © Privat

Als zweiter Kassierer begann Ralf Schade 1989 mit seinem Engagement im Vorstand. Vier Jahre später, darunter drei Jahre als erster Kassierer, wurde der Vater dreier Söhne zum ersten Vorsitzenden gewählt. 20 Jahre lang führte er den Verein gewissenhaft und übergab – nach der damals wohl erfolgreichsten Periode des Vereins – die Führung im Januar 2013 in jüngere Hände. Tobias Mangold wurde zu seinem Nachfolger gewählt, dem Schade als zweiter Vorsitzender während dessen Amtszeit tatkräftig zur Seite stand. Seit 2020 ist der 58-Jährige Stellvertreter des neuen Chefs Patrick Weix.

Zwischendurch packte Schade, der aktiver Feuerwehrmann und im Gesangsverein ist, auch in der Jugendarbeit mit an und übernahm das Training der Lüdersdorfer Jugend – mit ebenso großem Engagement. „Er ist zu jedem Auswärtsspiel mitgefahren. Das kannte ich gar nicht anders“, erzählt Mangold, und Kollege Lindemann ergänzte: „Manchmal frage ich mich, wie er das alles gemacht hat mit Familie und drei Schichten.“

Seit mehreren Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil des TTC Lüdersdorf: Norbert Rüger.
Seit mehreren Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil des TTC Lüdersdorf: Norbert Rüger. © Privat

Ebenso wie Schade begann auch Norbert Rüger seine Vorstandsarbeit als zweiter Kassierer, ehe er vier Jahre später zum ersten Kassierer aufstieg. Dieses Amt führte der stellvertretende Ortsvorsteher zunächst sechs Jahre lang aus, ehe er seinen Posten an Ralf Schade übergab und nach einer dreijährigen Pause die Arbeit im Vorstand 1993 wieder aufnahm. Mittlerweile ist der 60-Jährige seit 39 Jahren für die Finanzen des TTC zuständig.

Doch Schade und Rüger, die sich auch auf Kreisebene als Klassenleiter engagieren, nehmen auch viele andere Aufgaben im Verein wahr, für die es in Lüdersdorf keinen offiziellen Posten gibt. „Sie sind immer da – vor und nach dem Spiel“, sagt Patrick Weix. Im Hintergrund kümmert sich das Duo neben einer Menge Organisationskram, für Vereinsfahrten und um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, auch um die Ehrung verdienter Mitglieder oder für das Überbringen von Glückwünschen zum Geburtstag. Während Rüger die Präsente besorgt, übernimmt Schade das Gratulieren.

„Der Verein ist nicht dasselbe ohne die beiden. Sie haben uns die letzten 30 Jahre geprägt. Mit ihnen ging es sportlich und finanziell bergauf“, betont Tobias Mangold und erklärt, weshalb der TTC Lüdersdorf ihre Handschrift trägt: „Sie haben die DNA in den Verein getragen, dass wir das Heimische im Auge behalten und nicht abheben.“

Übergabe an den Nachfolger: Tobias Mangold (links) übernahm 2013 von Ralf Schade den Vereinsvorsitz.
Übergabe an den Nachfolger: Tobias Mangold (links) übernahm 2013 von Ralf Schade den Vereinsvorsitz. © Privat

Ralf Schade und Norbert Rüger selbst, die beide in Lüdersdorf aufgewachsen sind, sind ihrem TTC immer treu geblieben – ein Wechsel würde für sie nie in Frage kommen. Bei mehr als 1000 Mannschaftsspielen standen die beiden Vorstandsmitglieder für Lüdersdorf an der Platte – Schade, der früher Spitzenspieler und mit 15 Jahren jüngster Spieler der ersten Mannschaft war, machte sein 1000. Spiel im November 2018, Rüger knackte diese Marke genau ein Jahr später.

Auch heute sind die beiden noch aktiv – Schade in der dritten Mannschaft und Rüger in der fünften Mannschaft. „Das liegt nicht daran, dass sie schlechter geworden sind, sondern die anderen besser“, sagt Michael Patan schmunzelnd. (Alicia Kreth)

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