Serie Mein Moment

Sensation beim Tischtennis-Debüt: Hofmeister blickt auf Überraschung des SV Osterbach 1976

Siegfried Hofmeister (links) und Wilfried Klode stehen mit Tischtennisschlägern im Garten.
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Waren am erfolgreichen Auftakt der Tischtennis-Abteilung des SV Osterbach beteiligt: Siegfried Hofmeister (links) und Wilfried Klode spielten am .

In unserer Serie „Mein Moment“ blicken Sportler aus der Region auf das Ereignis, das für sie unvergessen ist. Heute erinnert sich Siegfried Hofmeister aus Oberellenbach an den sensationellen Pflichtspielauftakt der Tischtennisspieler des SV Osterbach.

Oberellenbach – Die Tischtennisspieler des SV Osterbach fielen vor Freude fast aus allen Wolken, so überraschend kam für sie der Triumph bei ihrem ersten offiziellen Punktspiel vor 45 Jahren beim SV Kathus. Für Siegfried Hofmeister aus Oberellenbach war es ein Moment der puren Glückseligkeit, an den er sich immer wieder gern erinnert.

Die Anfänge: Von der Tischtennisplatte in Sterkelshausen nach Oberellenbach

Da die Möglichkeiten zum Tischtennisspielen in Oberellenbach Anfang der 1970er Jahre begrenzt waren, trafen sich Siegfried Hofmeister, Helmut Kirchner, Klaus Heußner und Friedhelm Schwarz zunächst einmal pro Woche im Dorfgemeinschaftshaus in Sterkelshausen. Als dann das Jugend- und Freizeitheim in Oberellenbach errichtet wurde, stieg das Interesse am Tischtennis im Ort merklich. Bis zu 25 Spieler fanden sich jede Woche in Oberellenbach zusammen. „Das war so erfolgreich, dass wir eine interne Wertung mit Auf- und Abstieg erstellt haben“, erzählt Hofmeister.

Im Februar 1975 gründete man schließlich die Tischtennis-Abteilung des SV Osterbach, mit Siegfried Hofmeister als ersten Abteilungsleiter. Das Interesse am Tischtennis war groß, doch fanden sich bei der ersten Spielersitzung am 3. November 1975 noch nicht genügend Spieler, um eine Mannschaft für den Spielbetrieb zu melden. Dies klappte dann im zweiten Anlauf, obwohl man beim ersten offiziellen Freundschaftsspiel in Oberellenbach im Januar 1976 gegen die vierte Mannschaft des TTV Weiterode mit 0:9 verlor. 14 Oberellenbacher unterzeichneten schließlich den Antrag des SV Osterbach für die Aufnahme in den Hessischen Tischtennis-Verband, der am 25. Februar 1976 gestellt wurde.

Die Vorbereitung: Vorfreude ist trotz zahlreicher Niederlagen ungebrochen

Der Weg bis zum ersten Punktspiel der Serie in der D-Klasse Hersfeld-Rotenburg war steinig, die Zahl der Pleiten hoch. „Wir haben sehr viel verloren“, erinnert sich Hofmeister. Egal ob im hiesigen Kreis Hersfeld-Rotenburg oder im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis, in denen der SV seine Vorbereitungsspiele absolvierte, verließen die Oberellenbacher die Tischtennisplatten meist als Verlierer. Ungebrochen war aber dennoch die Vorfreude auf die lang ersehnte Pflichtspiel-Premiere.

Gruppenbild nach dem ersten offiziellen Freundschaftsspiel: Die Spieler des SV Osterbach (obere Reihe) und die Spieler des TTV Weiterode.

Das erste Spiel: Ersatzgeschwächt die Sensation geschafft

Am 18. September 1976 war es dann endlich so weit. Das erste Punktspiel beim SV Kathus stand für Siegfried Hofmeister und Co. auf dem Programm. „Wir waren sehr aufgeregt und sind nicht mit unserer stärksten Besetzung angereist“, erinnert sich Hofmeister. So sprang beispielsweise Ersatzspieler Wilfried Klode für Friedhelm Schwarz ein, der verhindert war.

Für das erste Spiel hatten sich die Oberellenbacher zum Ziel gemacht, keine „hohe Packung“ zu kassieren, wie Hofmeister sagt. Welchen Verlauf die einzelnen Partien dann nahmen, weiß Hofmeister heute nicht mehr. Doch eine hohe Packung sollte es nicht geben. Im Gegenteil: Die Oberellenbacher gewannen das Duell mit 9:4 – zur Verwunderung aller. „Die Freude war riesig. Wir haben uns in den Armen gelegen. Das hätten wir nie erwartet, dass das Spiel so ausgehen würde“, sagt Hofmeister. „Das war die Überraschung, als Neuling beim ersten Spiel. Das werde ich nie vergessen.“

Und die Gastgeber? Die schoben den Grund für die Niederlage auf die Kirmes tags zuvor. „Wir haben nur verloren, weil wir Kirmes gefeiert haben“, erinnert sich Wilfried Klode an die Worte seines Gegners.

Der Abschluss: Oberellenbacher lassen es Auf dem Breiten Berg krachen

Der Anfang war gemacht, die Sensation geschafft und die Freude überschwänglich. Deshalb machten die Spieler nach ihrer Rückkehr aus Kathus Halt am Sporthaus Auf dem Breiten Berg in Oberellenbach, das mittlerweile abgebrannt ist, um die Überraschung zu feiern. „Wir haben es richtig krachen lassen. Die Laune war riesig“, weiß Hofmeister und ergänzt lachend: „Fragen sie mich aber nicht, wie wir nach Hause gekommen sind, das weiß ich nicht mehr“, gibt er zu.

Immerhin hatte ihnen Ricarda Klode im Vorfeld eine Kiste Bier zugesagt, sollten die Oberellenbacher tatsächlich gewinnen. „Ich hatte ja nicht damit gerechnet, dass sie tatsächlich gewinnen. Das war für uns alle überraschend“, sagt sie. Bei dieser einen Kiste ist es an jenem Abend aber nicht geblieben.

Die erste Tischtennnis-Saison schloss der SV Osterbach am Ende übrigens mit 23:21 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz ab. (Alicia Kreth)

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