Fußball-Hessenliga: Schiri kehrt zurück

Tobias Lecke: Schon kleine Fehler rächen sich

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Auch bei Schiedsrichtern können Kleinigkeiten über Auf und Abstieg entscheiden: Tobias Lecke weiß ein Lied davon zu singen. 

Für den Fußball-Schiedsrichter Tobias Lecke von der FSG Bebra ging es in seiner noch jungen Karriere stetig bergauf. Bis zum vergangenen Jahr.

VON THOMAS WALGER

Bebra – Da gab es einen kleinen Rückschlag. Doch den hat der 24-jährige Gilfershäuser schon wieder ausgebügelt.

Nach dem Aufstieg in die Hessenliga 2018 ging es nach nur einer Saison wieder zurück in die Verbandsliga. Wie war es dazu gekommen?

Die Schiedsrichter der Hessenliga haben ein sehr hohes Niveau. Da reichen bereits kleine Fehler, die dann den Unterschied ausmachen. Und genau das ist bei mir passiert. In zwei Spielen hatten die Beobachter ein paar Punkte zu kritisieren. Das reichte bereits aus, um mich nicht in der Klasse halten zu können.

Ist der sofortige Wiederaufstieg ein souveräner gewesen?

Nein, das kann man so nicht sagen. Insgesamt haben jetzt nur vier Schiedsrichter aus Hessen den Sprung in die Hessenliga geschafft. Vier von 60, die in der Verbandsliga pfeifen. Da herauszustechen, ist nicht leicht. Ohne passende Noten und die passenden Spiele, in denen man sich als Schiedsrichter auch zeigen kann, ist ein Aufstieg nicht möglich.

Es reicht also nicht, einfach eine Partie fehlerlos über die Bühne zu bringen?

Nein, man braucht auch das Glück, harte, schnelle, anspruchsvolle Spiele leiten zu können. Nur dann kann man sich die entsprechenden guten Noten erarbeiten. Außerdem ist man ja nicht der einzige, dem es gelingt, gut benotet zu werden. Und ob es dann reicht, hat man nicht unbedingt selbst in der Hand.

Was meinen Sie damit genau?

Pfeifen andere Schiedsrichter auf anderen Plätzen besser, verpasst du den Aufstieg eben knapp. So wäre es mir jetzt fast ergangen. Ich war oben mit dabei, landete am Ende jedoch ganz knapp unter dem Strich. Aber ich hatte Glück. Ein Schiedsrichter aus der Hessenliga ist freiwillig ausgeschieden, und ich bin nachgerückt und habe seinen Platz bekommen.

Also hat für Sie eine gute Saison ein Happy End gefunden?

Kann man so sagen. In vier meiner Verbandsligaspiele wurde ich beobachtet. Zwei waren ganz normale Spiele, in denen ich eine fehlerlose Leistung abliefern konnte. Dafür gab es jeweils die Note 8,4. In den beiden anderen wurde ich mehr gefordert und habe mit einer 8,5 sehr gut abgeschnitten. Mit diesem Schnitt ahnt man, dass man weit oben rangiert. Ich hatte also eine sehr gute Ausgangsposition für mein letztes und fünftes Spiel. Doch das fand wegen der Corona-Pandemie nicht mehr statt. Aber es hat ja trotzdem gereicht.

Was bedeutet der Wiederaufstieg für Sie?

Das Niveau in der Hessenliga ist wesentlich höher als in unserer Verbandsliga Nord. Ich freue mich, wieder zurück zu sein. Ich hatte mich in der vorletzten Saison in der Hessenliga gut aufgehoben gefühlt. Ich hatte immer das Gefühl, das Geschehen im Griff zu haben und zur Stelle zu sein. Trotzdem sind mir Fehler unterlaufen. An denen habe ich gearbeitet. Das muss ich weiter tun. Ich will dafür sorgen, dass es keinen zweiten Abstieg für mich geben wird.

Der Aufwand in der Hessenliga wird höher sein, allein schon wegen der Fahrtstrecken. Ist das für Sie händelbar?

In der Hessenliga wird in erster Linie samstags gespielt. Ich habe das Glück, bei B.Braun in Melsungen samstags nicht arbeiten zu müssen. Daher wird es vom Beruf her keine Konflikte geben. Spiele unter der Woche werden sich aber mit der Arbeitszeit überschneiden. 90 Minuten vor Anpfiff muss man schon vor Ort sein. Wenn um 19 Uhr in Frankfurt Anstoß ist, würde es knapp werden. Aber meine Arbeitszeit ist flexibel, da kann ich mir für solche Fälle Überstunden aufbauen. Außerdem unterstützt mich meine Firma bei meinem Hobby. Darüber bin ich sehr froh. (Thomas Walger)

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