Fußball: Kuriose und bedeutende Tore vom Torhüter

Halten und dann selbst treffen: Marco Nieborowsky, ehemaliger Torwart des SV Rotenburg, erinnert sich noch gut an seinen Treffer nach pariertem Elfmeter. Foto: Walger

Marco Nieborowsky, Rainer Enders und Sebastian Ernst haben sich in die Torschützenliste eingetragen - mit zum Tiel kuriosen und wichtigen Treffern.

Rainer Enders: Das Derby in der Landesliga zwischen dem VfL Eiterfeld und dem SV Asbach in der Saison 95/96 verlief spannend wie selten zuvor. Der SVA führte bis in die letzte Minute mit 3:2. Als es Eckball für den VfL gab, ging Rainer Enders mit nach vorne. Der Torwart erinnert sich genau: „Ich weiß noch genau, Luggi Pomnitz hat den Ball hereingegeben, ich bin hoch und hab’ ihn per Kopf reingemacht.“ Der Ausgleichstreffer zum 3:3 hat ihn im Anschluss im Sportlerheim noch einige Runden Bier gekostet.

Enders hat ein Jahr zuvor bereits ebenfalls als Torwart ein Tor für den VfL gegen Hohe Luft in der Gruppenliga geschossen - und zwar per Abschlag. „Der Ball sprang auf und genau hoch ins Dreieck“, erzählt er. Enders ist heute Fußball-Abteilungsleiter der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach, sein Sohn und seine Tochter spielen ebenfalls Fußball.

Sebastian Ernst: Der 23-jährige Hessen-Keeper, der auf dem Landratsamt eine Ausbildung absolviert, ist besonders als Elfmeterschütze gefürchtet. In der vorigen Saison verwandelte er insgesamt fünf Elfmeter für die Hersfelder. Oft spielt er auch in der Offensive im Feld, wie zuletzt bei einem Testspiel bei der SG Mecklar/Meckbach/Reilos. „Es macht Spaß, nach vorne zu gehen“, meint er. Als sein Vorbild bezeichnet er aber nicht etwas Hans-Jörg Butt, der Torwart, der einst für Leverkusen viele einige Tore per Elfer erzielte, sondern eher Olli Kahn oder Manuel Neuer.

Marco Nieborowsky: Wahrlich nicht alltäglich war der Treffer, der dem ehemaligen Stammkeeper des SV Rotenburg im März 2004 bei Kiebitzgrund/Rothenkirchen gelang. Der Schiedsrichter hatte Elfmeter gegen Rotenburg gepfiffen - „unberechtigt, deswegen ärgerten wir uns mächtig“, wie sich Nieborowsky erinnert. Doch der Torwart parierte den Strafstoß. Und nicht nur das: Schnell schlug Nieborowsky den Ball weit nach vorn, um einen in Stellung laufenden Stürmer zu bedienen.

Doch diesen erreichte das Leder nicht. Stattdessen sprang es vor dem recht verdutzten gegnerischen Schlussmann auf und flog über diesen hinweg ins Tor der Gastgeber. „Der Torwart war rausgekommen, und der Wind hat auch mitgeholfen“, weiß Nieborowsky. „Da gehört schon eine Menge Glück dazu.“ Und er fügt lachend an: „Das Tor hat mich natürlich ein paar Runden gekostet.“

Von Hartmut Wenzel und Rainer Henkel

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