Totenstille in der Kabine der Unterhauner

Wurde bereits operiert: Unterhauns Timo Lorenz. Foto: Walger

Raboldshausen. Nach den beiden schweren Verletzungen in der Hersfeld-Rotenburger Fußball-Kreisliga A1 gibt es keine Vorwürfe an die Adresse der Gegenspieler aus Neuenstein.

Gleich zweimal musste der Krankenwagen ausrücken: Der SV Unterhaun hat den 7:0-Auswärtserfolg am Sonntag bei der SG Mühlbach/Raboldshausen teuer bezahlen müssen. Der Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A1 verlor seine beiden Leistungsträger Timo Lorenz und Florian Hummel durch schwere Verletzungen.

Im Nachhinein gab es aber von Unterhauner Seite keine Schuldzuweisungen. „Es waren alles normale Zweikämpfe, kein übertriebener Einsatz“, erklärte Unterhauns Andreas Rygula. Der Coach des Spitzenreiters bestätigt damit die Darstellung von SG Mühlbach/Raboldshausens Pressesprecher Albert Heß, der betont hatte, dass kein Spieler in diesen Szenen überhart eingestiegen sei.

Lorenz musste nach einer Viertelstunde nach einem Zweikampf mit Christian Stöcklein mit Verdacht auf Wadenbeinbruch und Bänderriss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Noch am Sonntagabend wurde er operiert. Florian Hummel erlitt in Hälfte zwei einen Kreuzband- und Meniskusriss.

Narkose vor Transport

Noch nicht sicher war, ob auch die Kniescheibe in Mitleidenschaft gezogen ist. Die Partie war nach seiner Verletzung längere Zeit unterbrochen. Der Notarzt musste den Patienten wegen starker Schmerzen vor dem Transport erst in Narkose versetzen. Hummels Gegenspieler in dieser Szene war Bernhard „Ben“ Schönrock.

Auch ihn sprach Rygula von jeglicher Schuld frei: Hummel sei umgeknickt. Seine Rote Karte erhielt Schönrock auch erst gegen Ende des Spiels wegenBeleidigung des Schiedsrichters. Die Unterhauner konnten sich nach dem Spiel nicht freuen über ihr 7:0. „In der Kabine herrschte Totenstille. Allen fehlten die Worte“, berichtet SVU-Abwehrspieler Carsten Rericha.

Rygula weiß nicht, wie er seine beiden Leistungsträger, die längere Zeit fehlen werden, adäquat ersetzen soll. „Lieber wäre mir eine Niederlage gewesen, als die beiden zu verlieren. Ich wäre ja froh, wenn sie überhaupt wieder anfangen mit Fußball.“

Von Hartmut Wenzel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.