Frauen-Handball

Waldhessinnen haben Charakter bewiesen

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HSG-Trainer Gerd Mohr

Die Bezirksoberliga-Handballerinnen der HSG Waldhessen beenden die verkürzte Saison in der Handball-Bezirksoberliga auf dem zehnten und letzten Platz.

VON THOMAS WALGER

„Wir hatten uns schon etwas mehr ausgerechnet als nur einen Sieg“, sagt HSG-Trainer Gerd Mohr. Besonders enttäuscht ist er allerdings auch nicht. Erstens bleibt sein Team in der Klasse. 

Und zweitens hat das mäßige Abschneiden einen Grund: „So ein großes Verletzungspech habe ich in 28 Jahren als Trainer nicht erlebt“, sagt er und zählt auf: „Zwei Kreuzbandrisse, ein Außenband und ein beruflich bedingter Abgang. Drei aus der ersten Sechs haben dauerhaft gefehlt.“ Diese Lücken konnten nicht geschlossen werden.

Das Dilemma begann gleich am ersten Spieltag in Ostheim. Da zog sich ausgerechnet Spielmacherin Eva Golkowski, der Kopf des Teams, einen Kreuzbandriss zu. Den dritten schon, der ihre Karriere beendete, die sie bis hinauf in die Oberliga Hessen geführt hatte.

„Mit Eva ist uns die erfahrenste Spielerin weggebrochen. Sie sollte in schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen, Ruhe ausstrahlen und die Jüngeren führen“, sagt Gerd Mohr. Dieser Plan war nach nicht einmal 60 Spielminuten der Saison Makulatur – und der steinige Weg, der kommen sollte, im Grunde da schon vorgezeichnet.

Das konnte auch Bianca Einhorn-Naumann nicht verhindern, die im Laufe der Saison reaktiviert wurde. „Sie hat uns geholfen und ist ein wichtiger Faktor für uns geworden, auch wenn sie vier Jahre lang nicht gespielt hatte“, stellt Gerd Mohr fest.

Auf seine Spielerinnen lässt der Coach trotz der mageren Ausbeuge von 4:26 Punkten und 258:412 Tore nichts kommen: „Sie haben einen guten Charakter und immer gezeigt, dass sie wollen. Im Durchschnitt waren 12,5 von 17 im Training, und das, obwohl einige studieren und damit nicht vor Ort sind. Da kann ich mich wirklich nicht beschweren.“

In nicht wenigen Partien hat die HSG über weite Strecken mit ihren Gegnern mitgehalten. Allzu oft ist sie in der Schlussphase aber eingebrochen.

In der offiziellen Abschlusstabelle des Verbandes waren die Waldhessinnen als einziger Absteiger markiert. „Aber in den letzten vier Jahren hat es nie einen Absteiger gegeben“, sagte Gerd Mohr vor Wochen. Seine Hoffnung, dass es auch diesmal wieder so sein würde, hat sich ja inzwischen erfüllt. Denn wie berichtet, hat der Verband beschlossen, dass es in diesem Jahr keine Absteiger und keine Relegationen gibt.

„Wir hatten auch schon signalisiert, dass wir in der Bezirksoberliga bleiben möchen, wenn das möglich ist“, sagt Gerd Mohr, der sich über das Happy End freut.

Dieses glückliche Ende hätte es rein rechnerisch auch geben können, wenn die Saison regulär zu Ende geführt worden wäre. Drei Punkte aus den restlichen drei Begegnungen hätte die HSG auf den Vorletzten Ost-/Mosheim gutmachen müssen. „Und wir hatten ja noch Spiele, in denen wir Chancen gehabt hätten, was zu holen. Das hatten wir uns auch fest vorgenommen.“

Trotzdem hatte Gerd Mohr den abrupten Saisonschluss wegen der Corona-Pandemie sofort akzeptiert: „Jeder sollte froh sein, wenn er gesund ist. Und Handball ist doch auch nur unser Hobby.“

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