Spieltage sind terminiert, Probleme mit dem Kreispokal

105 Jugendteams im Fußballkreis Hofgeismar-Wolfhagen im Wartestand

Kreisfußballwart: In der dritten Legislaturperiode ist Thomas Holpert Kreisjugendwart. Unser Bild zeigt ihn beim EAM/HNA-Cup für F-Jugendmannschaften.
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Kreisjugendwart: In der dritten Legislaturperiode ist Thomas Holpert Kreisjugendwart. Unser Bild zeigt ihn beim EAM/HNA-Cup für F-Jugendmannschaften.

Thomas Holpert ist nicht zu beneiden: Holpert ist Kreisjugendwart und hat damit so viele Ligen im Blick, wie kaum ein anderer. 105 Jugend-Mannschaften spielen im Fußballkreis Hofgeismar-Wolfhagen – oder besser: Sie spielen derzeit nicht. „Das ist natürlich schade“, sagt der Wolfhager. Wie die Senioren plagt die Jugendliche die Frage, wie die Saison weitergeht.

Hofgeismar/Wolfhagen – Besonders prekär könnte es im Pokal werden. Die Endspiele bei der A- und B-Jugend waren für Anfang November angesetzt. Doch es wurde nichts. Dabei drängt gerade hier die Zeit. „Bis 31. Dezember sollten die Kreissieger feststehen“, sagt Holpert, damit sie im Frühjahr auf Regionalebene den Fußballkreis vertreten hätten können. Man könnte den Sieger im Glücksspiel ermitteln, also per Elfmeterschießen, überlegt Holpert. Aber glücklich fände er die Entscheidung nicht. Da es das Problem auch anderswo gibt, ist der Hessische Fußballverband gefragt.

Gleiches gilt für die normale Punktspielrunde. Bei den jüngeren Jahrgängen ist es einfacher, die Meister bis Mitte Juni zu ermitteln. Hier wird nur auf Kreisebene gespielt. Bei den Älteren (A- bis D-Junioren), wo es auch höhere Klassen als die Kreisliga gibt, ist es schwieriger. Hier müssen die Meister früher feststehen. Denn nach der Punktrunde gibt es Relegationsspiele für höhere Klassen. Hier seien die Klassenleiter und auch der Verband gefragt, sagt Holpert.

Neben dem Spielbetrieb hat Holpert aber noch eine andere Sorge. Die Gefahr, dass in der - wegen des Ausfalls von Hallenturnieren – fußballlosen Zeit Jugendliche abspringen, sei groß. Computerspiele seien ohnehin schon eine große Konkurrenz zum wirklichen Fußball.

An der Zahl der Mannschaften lässt es sich deutlich ablesen. F-Jugend- und Bambini-Mannschaften gibt es in nahezu allen größeren Orten. Mit zunehmendem Alter der Spieler sinkt die Zahl der Teams. In der D-Jugend gibt es noch 16, bei der A-Jugend stellt der Fußballkreis gerade noch vier: Wolfhagen, Espenau, Reinhardshagen und Calden/Grebenstein/Hombressen/Udenhausen. Manche Vereine, moniert Holpert, vernachlässigen die Arbeit mit den untersten Jahrgängen. Das berge Gefahren, die Jahre später sichtbar werden können. Holpert: „Wenn ich unten nichts nachschiebe, kann oben nichts rauskommen.“

Und was „oben rauskommt“, soll nach Meinung Holperts auch bis Ende des A-Jugend-Alters in der Jugend spielen. Er wisse natürlich, dass es seitens der Vereine, vor allem zu Ende der Saison, immer wieder Begehrlichkeiten gebe, die älteren Jugendliche schon bei den Senioren spielen zu lassen. Ob das sinnvoll ist, bezweifelt er. Dass bei Bundesligist Borussia Dortmund jetzt mit Youssoufa Moukoko ein 16-Jähriger sei, stößt ihm deshalb mehr als sauer auf. So etwas torpediere „unsere Bemühungen, die Jugendlichen in der A-Jugend zu halten.“

Doch solche Tiefschläge können Holpert nicht entmutigen. Oberstes Ziel sei es, Jugendliche in den Mannschaftssport zu führen. Gerade für die Entwicklung der Persönlichkeit sei Mannschaftssport extrem wichtig. Und wenn ein Jugendlicher „mit dem Ball am Fuß“ mal nicht so viel anfangen könne, wie er oder die Eltern es sich wünschen, dann bietet der Fußball auch noch andere Möglichkeiten. Schiedsrichter werden immer benötigt - und auch hier werden Eigenschaften gefördert, die fürs Leben wichtig sind.(Michael Rieß)

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