Abschied als Kreisfußballwart: Willi Röhn im Porträt

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War stets am Ball und mit viel Freude bei der Sache: Willi Röhn legt sein Amt als Kreisfußballwart nach 26 Jahren nieder. Ein Nachfolger wird heute in Bad Emstal gewählt.

Bad Emstal. Wenn Willi Röhn heute Nachmittag den Kreisfußballtag im Kursaal in Bad Emstal eröffnet, spielt ein wenig Wehmut mit. Der Balhorner verlässt das Feld. Er legt sein Amt als Kreisfußballwart nieder.

26 Jahre lang stand er an der Spitze. Zunächst in Wolfhagen, nach dem Zusammenschluss 2004 auch in Hofgeismar.

„Ich gehe mit einem guten Gefühl“, sagt Röhn. „Ich hatte eine schöne Zeit und viel Freude an meiner Arbeit.“

Als ein einschneidendes und sehr emotionales Ereignis empfand der 69-Jährige die Fusion der beiden Fußballkreise. „Das hat Substanz gekostet.“ Es sei nicht alles fair verlaufen. Doch letztlich habe sich alles zum Guten gewendet. Mittlerweile sei man zu einer Einheit geworden.

„Am Anfang habe ich versucht, alles perfekt zu lösen, aber wie an meinem Körper wurden die Kanten allmählich runder.“

Röhn übernahm vor 26 Jaren das Amt von Gerd Bossecker, dessen Arbeit er zuvor zwei Jahre lang als Stellvertreter begleitet hatte.

An den Beginn kann er sich noch gut erinnern: „Ich war voller Tatendrang“, sagt er. Am Anfang habe ich versucht, alles perfekt zu lösen, aber wie an meinem Körper wurden die Kanten allmählich runder“, lacht er.

Trikot vor Eltern versteckt

Im Laufe der Zeit sei eine gewisse Lockerheit eingekehrt. Sein Interesse an der ehrenamtlichen Tätigkeit habe er aber nie verloren. „Ich war ein ganz normaler Funktionär und habe mich immer als Dienstleister der Vereine gesehen.“

Mit 26 Jahren endete auch Röhns Karriere als Fußballer, obwohl diesem die Jagd nach dem runder Leder im Jugendalter untersagt wurde. „Ich hatte streng religiöse Eltern und musste mein Trikot immer vor ihnen verstecken.“

Pfeilschneller Stürmer

Eine Platzwunde am Kopf lüftete schließlich das Geheimnis. „Man mag es kaum glauben“, grinst er. „Ich war ein pfeilschneller Stürmer mit einem guten Torriecher.“

Den richtigen Riecher bewies der Anhänger des Hamburger SV auch als Kreisfußballwart: „Ich war stets darauf bedacht, auf sportkameradschaftliche Art und Weise die Dinge nach vorn zu bringen. Damit bin ich gut gefahren.“

Gleiches wünscht der ehemalige Bauamtsleiter der Gemeinde Bad Emstal seinem Nachfolger, wenngleich er sagt: „Jeder hat seine eigenen Ideen, wie man die Aufgaben am besten und sinnvollsten löst.“

Heißer Anwärter auf das Amt des Kreisfußballwarts ist Stefan Schindler. „Stefan hat während seiner zwölfjährigen Tätigkeit als Kreisschiedsrichter-Obmann stets ein gutes Händchen bewiesen“, ist Röhn überzeugt vom Engagement des Borgentreichers. „Wir werden einen würdigen Nachfolger präsentieren“, ist sich Röhn sicher.

Ob sich der Scheidende, der im Vorjahr mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen sowie der Ehrennadel des Deutschen Fußball Bundes ausgezeichnet wurde, zur Ruhe setzen wird? „Ich habe noch allerhand andere Ehrenämter und als Vorsitzender des SV Balhorn werde ich mich natürlich auch weiterhin auf den Sportplätzen blicken lassen.“

Und wenn sein Nachfolger ihn rufe, werde er ihm selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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