Interview

Caldens Kapitänin Sharon Braun: „Das war der Endgegner im Kopf“

Auf dem Foto ist eine Fußballerin zu sehen.
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Sehr artistisch und sehr reflektiert: Sharon Braun ist die Kapitänin des Frauenfußball-Regionalligisten TSV Jahn Calden.

Sehr reflektiert und selbstkritisch blickt Caldens Kapitänin Sharon Braun auf die Hinrunde in der Frauenfußball-Regionalliga zurück.

Calden – Wir haben mit der 29-Jährigen über Ziele, Einstellungen und natürlich auch den sensationellen 25:0-Kantersieg der Caldener Fußballerinnen im Hessenpokal gesprochen.

Wie geht es Ihnen?
Mir geht es gut im Moment. Ich habe keinerlei Beschwerden, es ist alles gut.
Was ziehen Sie für ein Fazit der Hinrunde in der Regionalliga?
Wenn man die aktuelle Tabelle betrachtet, ist es für uns nicht ganz so gelaufen, wie wir es erhofft hatten. Letztendlich hat uns das aber nur noch mal gezeigt, dass wir an der einen oder anderen Stelle härter arbeiten und teilweise auch an unserer Einstellung was ändern müssen. Vor allem, um dann am Ende wirklich oben mitspielen zu können. Wichtig ist, dass wir wissen, woran wir arbeiten müssen und das gehen wir an.
Woran müssen Sie denn arbeiten?
Wir hatten das Glück, dass wir relativ erfolgreich in die Saison gestartet sind. Die ersten Spiele in der Hinrunde waren in Ordnung. Doch dann haben wir gemerkt, sobald sich etwas im System ändert, haben wir uns schwergetan, das zu kompensieren. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass wir vom Kopf her die Einstellung hatten, das klappt schon alles, weil wir eben so viele Partien hintereinander gewonnen haben. Daher wussten wir vielleicht anfangs auch nicht, damit umzugehen, wenn mal was nicht nach Plan läuft. Wir dürfen nichts auf die leichte Schulter nehmen und auch im Training immer hundert Prozent geben, um körperlich und mental auf dem nötigen Niveau zu bleiben.
Welches Spiel ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Was wirklich hängen geblieben ist, war damals der 2:1-Sieg in Karlsruhe (18. Oktober 2020). Das hat noch mal all das gekrönt, was wir uns erarbeitet haben. Das war damals wirklich auch der Endgegner im Kopf. Wir mussten uns mental voll darauf einlassen. Das war herausfordernd. Wir hatten auch Zweifel, aber wenn alle diszipliniert arbeiten, dann kann man das schaffen. Und wir haben es geschafft. Das hat uns wiederum gezeigt, dass für uns alles möglich ist, wenn wir es wollen.
Sie und Ihr Team haben 13 Punkte, der Tabellenerste 15 Zähler. Das ist doch machbar, oder?
Absolut. Also für uns selbst ist es wichtig, die ersten drei Spiele der Hinrunde zu gewinnen, wenn wir noch eine Rolle spielen wollen. Das ist Pflicht. Denn danach kommen die dicken Brocken, gerade Eintracht Frankfurt, Freiburg und Karlsruhe. Da lässt man vielleicht den einen oder anderen Punkt liegen. Deshalb ist es gegen Offenbach, Gläserzell und Wetzlar wichtig, zu punkten.
Entschuldigen Sie, aber auf den 25:0-Sieg im Hessenpokal gegen Weimar/Lahn müssen wir auch zu sprechen kommen. Wie würden Sie diesen in einem Wort zusammenfassen?
Disziplin.
Warum?
Weil wir etwas gefrustet und enttäuscht noch mal zeigen wollten, dass wir schlechte Spiele hinter uns haben. Wir können das besser. Wir hatten alle Lust, waren sehr motiviert und alles hat funktioniert. Da wollten wir auch ungern mittendrin einfach aufhören. Dennoch haben wir Weimar/Lahn den nötigen Respekt entgegengebracht.
Was steht demnächst bei Ihnen an?
Jetzt haben wir erst mal Pause. Wir werden bis Mitte Januar frei haben und dann startet die Vorbereitung. Darauf freuen wir uns schon. (Cora Zinn)

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