Ein Amateur siegt gegen Profis

E-Sport: Udenhäuser beim Finale der Deutschen Fifa-Meisterschaft

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Finalteilnehmer: Mehrere 100 000 E-Sportler nahmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Spiel Fifa 2018 teil. Der Udenhäuser Christoph Geule (Zweiter von rechts) qualifizierte sich als einer von 64 für die Zwischenrunde und nimmt jetzt sogar an der Finalrunde teil. 

Udenhausen. Als Amateur schaffte er es unter die besten Fifa-Spieler Deutschlands. Am Samstag tritt Christoph Geule beim Finale des E-Sport-Turniers im Dortmunder Fußballmuseum an.

Im Kampf David gegen Goliath ist Christoph Geule der David, der nach normalen Maßstäben gemessene Unterlegene, der dennoch die Großen bezwang. Der Udenhäuser, der bei AKG eine Ausbildung zum Industriekaufmann macht, setzte sich völlig überraschend beim E-Sport-Spiel Fifa 2018 durch und steht über Ostern in der Finalrunde.

Fifa 2018 ist ein Computerspiel. E-Sport heißt es auf Neudeutsch. Der Nutzer sucht sich dabei eine Bundesligamannschaft aus und versucht gegen andere Nutzer möglichst erfolgreich zu spielen. Die Mannschaften wurden dabei vom Veranstalter so programmiert, dass alle 18 Bundesligamannschaften gleich stark sind. Der HSV kann den FC Bayern also locker schlagen. Dennoch sind die Merkmale der Mannschaften und Spieler so, wie im richtigen Leben auch.

Zehn bis zwölf Spielstunden pro Woche Minimum 

Das Computerspiel spielt Geule schon länger. In dieser Saison entschied er sich, einmal ernsthaft mitzumachen. Das ist gar nicht so einfach, man braucht viel Zeit, erzählt er. Zeit, die ein Auszubildender, der zudem noch in der Gruppenliga-Mannschaft der SG Hombressen/Udenhausen ist, nicht unbedingt hat. Im Herbst begann die E-Sport-Saison. 

Um für einen Monat in die Wertung zu kommen, „muss man zehn bis zwölf Stunden pro Wochenende spielen“, verdeutlicht der 21-Jährige den Zeitaufwand. Im November scheiterte Geule an der Zeit. Im fehlten die nötige Anzahl an Spielen, um in die Wertung zu kommen. „Im Dezember habe ich gleich die ersten zwei Spiele verloren. Da war die Chance aufs Weiterkommen vertan.“ Im Januar dann griff er richtig ein. Die besten zwölf der Monatswertung qualifizeren sich für die Endrunde. „Ich war Neunter“, sagt Geule. Und darauf kann er stolz sein – schließlich war eine knappe halbe Million Nutzer am Start.

Sieg gegen Konkurrenten, die beruflich spielen

Und auch bei der Endrunde in Düsseldorf überzeugte der 21-Jährige. Der Großteil seiner Gegner lebt von E-Sport. Gesponsort von Unternehmen oder Fußballvereinen gehen sie ihrem früheren Hobby jetzt beruflich nach. Wie professionell die Szene ist, zeigt sich an einem Beispiel: Ein Bochumer Gegner von Geule hatte seinen Trainer dabei. Der analysierte die Schwächen des Udenhäusers und gab seinem Schützling Tipps. Genutzt hat es nichts. Geule gewann dennoch und schaffte den Einzug in die Finalrunde.

Finale am Samstag im Dortmunder Fußballmuseum

Die findet über Ostern im Fußballmuseum in Dortmund statt. Am Samstag gehts los. Über Achtel- und Viertelfinale gilt es, sich unter die Letzten zu spielen, die dann am Sonntag den Deutschen Meister ermitteln. Seine Siegprämie: 45 000 Euro.

Davon mag Geule, der Amateur unter den Profis nicht zu denken. Aber klar, sagt er, „wenn ich spiele, möchte ich gewinnen.“ Das gilt bei E-Sport genauso wie bei Spielen seiner SG in der Gruppenliga. Der Zeitplan meinte es übrigens gut mit ihm. Die SG hat über Ostern spielfrei. Er kann sich auf Fifa 2018 konzentrieren.

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