Andreas Vögeli spricht im HNA-Interview über seine 20-jährige Tätigkeit als TSV-Trainer

„Eine eingeschworene Truppe“

Carlsdorf. Im Fußballkreis Hofgeismar-Wolfhagen hat Beständigkeit einen Namen: TSV Carlsdorf. Es gibt wohl keine andere Fußballsparte, die so wenig Wechsel zu verzeichnen hat, wie der TSV.

Robert Deichmann beispielsweise war 36 Jahre Abteilungsleiter, bevor er vor vier Jahren das Amt an seinen Sohn Dirk weitergab. Auch auf der Trainerbank herrschte Beständigkeit: Andreas Vögeli war fast 20 Jahre lang Coach. Auch das dürfte seinesgleichen suchen. HNA-Redakteur Michael Rieß sprach mit Vögeli, der hauptberuflich als Lackierer bei AKG arbeitet.

Herr Vögeli, Sie sind 52 Jahre alt. Als Sie als Trainer in Carlsdorf anfingen waren sie 33 und damit ganz schön jung. Was war der Grund?

Vögeli: Auch wenn in Udenhausen wohne: Ich bin ein Carlsdörfer. Und als Karl-Heinz Neth nach 16 Jahren Trainertätigkeit aufhörte, bin ich eingsprungen. Vorher war ich Spieler beim TSV.

Was ist heute anders im Fußball als damals?

Vögeli: Die Einstellung. Früher waren die Spieler einfach da. Da gab´s keine Ausreden. Wenn die Oma Geburtstag hatte, war man erst auf dem Fußballplatz und ging dann zur Feier. Heute ist es manchmal anders.

Wie hält man es fast 20 Jahre lang auf der Trainerbank aus?

Vögeli: Wenn das Umfeld stimmt, geht das. Und man muss sich auch persönlich mit Vorstand, Abteilungsleiter und Spielern verstehen. Und das klappt hier wunderbar.

Und warum haben Sie aufgehört?

Vögeli: Irgendwann ist es Zeit für einen Wechsel.

Gab es in den zwei Jahrzehnten Situationen, in denen Sie das Amt hinwerfen wollten?

Vögeli: Selten. Höchstens mal, wenn Spieler nicht zum Training kamen und man fast alleine auf dem Sportplatz stand. Dann denkt man schon mal: Ihr könnt mich mal. Aber das kam selten vor. Wir sind ja eine verschworene Truppe. Deshalb kommen auch immer wieder Spieler zu uns, weil sie das zu schätzen wissen.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in Carlsdorf?

Vögeli: Natürlich der Doppelaufstieg 2009. Mit der zweiten Mannschaft kamen wir in die B-Liga, die Erste stieg in die Kreisoberliga auf.

Und was machen Sie künftig am Sonntagnachmittag?

Vögeli: Da fahre ich natürlich nach Carsldorf und schau mir das Spiel an.

Und was machen Sie  jetzt am Dienstag und Donnerstag, wenn  Training  in  Carlsdorf ist?

Vögeli: Das ist der Vorteil, wenn man kein Trainer mehr ist. Jetzt habe ich mehr Freizeit und kann mehr zusammen mit meiner Frau unternehmen.

Hat Ihre Frau Sie gedrängt, aufzuhören?

Vögeli: Nein. Aber erleichtert ist sie schon, dass ich jetzt mehr Zeit habe.

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