In Deisel fand das 64. Diemelpokalturnier statt - Helmut Brenne war bei allen dabei

Erinnerungen an das Diemelpokalturnier von früher:  „Linien waren schwarz“

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Kopfball: Deisels Jannis Meimbresse kommt vor Dennis Dittmer von Weser/Diemel an das Spielgerät.

Deisel. „Früher war alles anders." Wenn Helmut Brenne von den Anfängen des ältesten Fußballturniers in Hessen erzählt, gerät ins Schwärmen. Die Rede ist vom Diemelpokalturnier, das am Sonntag zum 64. Mal ausgetragen wurde.

Helmut Brenne

Gewonnen hat es nicht der Verein des 83-jährigen Brenne, sondern der gastgebende TSV Deisel. Gern hätte der Eberschützer die SG Diemeltal vorn gesehen, doch die Vereinigten starteten wenig verheißungsvoll in den Wettbewerb. Der A-Ligist kassierte gegen den späteren Sieger ein 0:3. „Die Fußballer von heute sind technisch besser als die vergangener Tage,“ so die Auffassung des rüstigen Rentners, der kein Turnier verpasst hat. „Ich war bei allen dabei“, erzählt der Mitgründer stolz. Früher seien die Kicker sehr viel gerannt und hätten toll gekämpft. Heute sei der Fußballsport mehr ein Geh-Spiel. „Der Ball wird viel zu oft hin und her geschoben.“ Gingen die Turniere in den Anfängen über einige Wochen, wird der Diemelpokalsieger seit fünf Jahren an einem Tag ermittelt.

Die ersten Teilnehmer in 1952 waren Haueda, Liebenau, Eberschütz, Sielen, Deisel, Helmarshausen und Lamerden. Letztgenannter Ort triumphierte zur Premiere. „Wir haben die anderen vom Platz gefegt. 12:0, 15:0 und mehr“, sagt Brenne, der in der Siegerelf stand.

Viele Tore fielen auch gestern. Die Turnierleiter Ralf Heere und Klaus Erger notierten insgesamt 34 Treffer. „Die beiden haben die Sache gut gemacht“, lobt Brenne. „Ich glaube, ich brauche mir um die Fortführung des Turniers keine Sorgen zu machen.“ Brenne hofft, dass sich Weser/Diemel, Ostheim/Zwergen/Liebenau, Schöneberg, Deisel und Diemeltal auch in den nächsten Jahren vor Saisonbeginn beim größten Fußballturnier Hessens treffen werden. „Es ist schön, dass es dieses Turnier noch gibt.“

Neben einem großen Teilnehmerfeld wünscht sich Brene wieder mehr Zuschauer auf den Plätzen an der Diemel. „Früher war die Zuschauerresonanz gewaltig. Die Seitenlinien waren schwarz. Richtig schwarz.“ Jung und Alt seien begeistert gewesen vom Spiel mit dem runden Leder. „Heute entdeckt man leider einige Lücken am Spielfeldrand.“

Heere und Erger zählten knapp über 100 Besucher in Deisel und waren damit zufrieden. „Mehr sind heutzutage wohl einfach nicht drin.“

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