Für 15 Asylbewerber hat Fußball-C-Ligist Kickers Wolfhagen Spielerpässe beantragt

Flüchtlinge können spielen

Spielberechtigt: Die Neuen des Kickers Wolfhagen: (von links) Mohanadrasut Makui, Habib Khavari, Hedayat Tajik, Hedar Mohammad und Basir Mir Khani mit Trainer Klaus Kümmerle. Foto:  Michl

Wolfhagen. Wenn der im vorigen Jahr neu gegründete Fußballverein Kickers Wolfhagen als aktueller Tabellendritter am kommenden Wochenende beim TSV Deisel II in das Restprogramm der Kreisliga C startet, dann wird Trainer Klaus Kümmerle vermutlich auf fünf Neuzugänge zurückgreifen können.

Für die aus Afghanistan stammenden Kriegsflüchtlinge Mohamadrasat Makui (19), Habib Khavari (23), Hedayat Tajik (20), Basir Mir Khani (25) und den Syrer Hedar Mohammad (25) sind bei den Kickers vom Hessischen Fußball-Verband (HFV) die Spielerpässe eingegangen.

Weitere elf Anträge

Doch damit noch nicht genug. Vereinsvorsitzender mit türkischen Wurzeln Niyazi Karahan: „Für elf weitere in der Wolfhager Pommernanlage untergebrachte Asylsuchende haben wir die notwendigen Formulare zur Erteilung der Spielberechtigung an den HFV auf den Weg gebracht und hoffen in den kommenden vier Wochen auf positive Bescheide.“

Auf seinem täglichen Weg zu seiner Arbeitsstelle sah Niyazi Karahan, Geschäftsführer eines in der Pommernanlage angesiedelten weltweit operierenden Maschinenbauunternehmens, junge Asylsuchende Fußball spielen. Er lud die Männer zum Training bei den Kickers ein, sagte ihnen zu, sie mit einem Bus abzuholen und auch wieder zurück zu bringen. Karahan: „Die Resonanz war überwältigend. Aus anfänglich vier Interessenten sind inzwischen fast 40 geworden.“

Leitbild Rechnung getragen

Mit ihrer Aktion haben die Kickers dem Leitbild des Hessischen Fußball-Verbandes für Integration, Vielfalt und Respekt gegen Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Gewalt im und um den Fußball zu 100 Prozent Rechnung getragen.

Karahan: „Mit unserer positiven Fairplay-Willkommenskultur als Werbung für Vielfalt, Respekt, Toleranz und Verständigung wollen wir jungen Kriegsflüchtlingen nicht nur die Möglichkeit bieten, in einem Verein Fußball zu spielen, sondern sie als einen gegenseitigen Prozess der Annäherung ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe und Einbindung in unserer Gesellschaft zu geben.“

Von Reinhard Michl

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