Porträt

Rennsport ist noch immer sein Ding: Jörg Valtingojer kommt nicht vom Motocross-Sport los

Wird gehegt und gepflegt: Jörg Valtingojer ist für die Technik der Crossmaschine seines Sohnes Eric zuständig. Schon als Zwölfjähriger hat der Stammer die Mofa seiner Mutter umgebaut – er hatte also schon als Junge eine Vorliebe für Mopeds und Motoren. repro/
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Wird gehegt und gepflegt: Jörg Valtingojer ist für die Technik der Crossmaschine seines Sohnes Eric zuständig. Schon als Zwölfjähriger hat der Stammer die Mofa seiner Mutter umgebaut – er hatte also schon als Junge eine Vorliebe für Mopeds und Motoren. repro/

Vor Jahren sorgten sie als Sportler für Schlagzeilen. Inzwischen ist es etwas ruhiger um sie geworden. In der Serie „Was macht eigentlich?“ stellen wir sie vor.

Hofgeismar – Atemberaubende Sprünge, rasante Kurvenfahrten, Tempo, Staub und der Geruch von Benzin – all das lässt noch immer das Herz von Jörg Valtingojer höherschlagen. Auch wenn sich der ehemalige Motocross-Profi Jörg Valtingojer längst nicht mehr mit anderen auf der Strecke misst, so nimmt der Sport noch immer einen nicht unerheblichen Teil in seinem Leben ein.

Dass der Stammer noch Kontakt zur Motocross-Szene hat, liegt daran, dass sein Sohn Eric vor knapp zehn Jahren den Sport für sich entdeckte. „Ich trainiere ihn seitdem und kümmere mich um die Technik seines Motorrades“, berichtet der 62-Jährige, bei Rennen sei er allerdings nur sehr selten dabei, da diese im Sommer stattfänden, wo er beruflich bedingt keine Zeit hätte.

Jörg Valtingojer aus Hofgeismar war in den 80ern unter den zehn besten Fahrern Deutschlands

Diese hat er dafür umso mehr in den kühleren Jahreszeiten, wo er regelmäßig mit seinem Sohn nach Holland und Belgien zum Training fährt. „Wer unter den Besten mitmischen will, muss auf Sand fahren können und diese Art Strecken gibt es dort“, erklärt er ihre Beweggründe für die Fahrten in die Nachbarländer und fügt stolz an, dass sein Sohn ja bei der ADAC MX- Master Serie mitfahre, wo die besten Motocrosser Europas gegeneinander anträten.

Dass sich die Leidenschaft für den Rennsport vererbt hat, ist eine klare Sache, zählte Jörg Valtingojer in den 80er-Jahren zu den zehn besten deutschen Fahrern und international gesehen, reihte er sich unter den 30 Besten ein.

Erinnerung an den Profisport: Zwischen 1983 und 1988 war Jörg Valtingojer erfolgreich im Motocross. Damals zählte er zu den zehn besten Fahrern Deutschlands.

„1984 war ich sogar bei der Weltmeisterschaft dabei“, erinnert sich der gebürtige Eberschützer. Nach rund fünf erfolgreichen Jahren im Rennsport, in denen er parallel ein Maschinenbaustudium absolviert hatte, verabschiedete er sich erst mal von knatternden Motoren, ölverschmierten Händen und erhöhtem Puls am Startgatter. „Ein anderer Lebensabschnitt stand dann für mich an – allein meines Berufes wegen war für Motocross keine Zeit mehr übrig“, schildert er das Ende seiner aktiven Zeit.

Von April bis Oktober hat Jörg Valtingojer aus Hofgeismar rund um die Uhr zu tun

Und daran hat sich noch immer nicht viel geändert: Noch immer ist für Valtingojer Freizeit ein rares Gut, betreibt er doch auf dem Hofgut Stammen ein Gasthaus, einen Kanuverleih und einen Campingplatz. „Von April bis Oktober habe ich natürlich rund um die Uhr zu tun – für alles Private muss ich mir da die Zeit schon abknapsen.“

Besser wird es dann im Herbst, wo er zwar ebenfalls keine ruhige Kugel schiebt, sich seine Aufgaben aber besser einteilen kann. „Reparaturen, Büroarbeit und Feiern im Gasthaus sind dann an der Reihe, sodass mir auch da nicht langweilig wird“, schmunzelt er. Grundsätzlich möchte der freundliche Trendelburger noch lange nicht an Ruhestand denken, ist das Leben doch so – mit all seinen vielen Kontakten durch Beruf und Sport – genau nach seinem Geschmack. „Wenn ich mal runterfahren will, gönne ich mir ein gutes Glas Wein und greife manchmal sogar zur Gitarre.“

Der ehemalige Rennfahrer Jörg Valtingojer aus Hofgeismar liebt die Natur – neben dem Rennsport

Sport treibt er übrigens keinen, muss er auch nicht, hält seine Arbeit ihn doch fit. Grundsätzlich ist der einstige Rennfahrer jemand, der die Natur liebt, gerne an der frischen Luft unterwegs ist. „Wenn mal ganz viel Zeit übrig ist, dann kann man mich sogar mal beim Wandern erleben“, sagt Valtingojer und schmunzelt. (Tanja Temme)

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