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Allen Widrigkeiten zum Trotz

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Von: Martina Sommerlade

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HSG Hoof/Sand/Wolfhagen
HSG Hoof/Sand/Wolfhagen © Joachim Hofmeister

Rabenau – Die Voraussetzungen waren denkbar schlecht, das Ergebnis jedoch überragend. So lässt sich der deutliche 29:24 (14:10)-Erfolg der Oberliga-Handballerinnen der HSG Hoof/Sand/Wolfhagen bei der HSG Lumdatal treffend beschreiben. Das fand auch HSG-Coach Chris Ludwig: „Ich bin sehr stolz, dass wir unter diesen widrigen Umständen eine solch bärenstarke Leistung gezeigt haben.

Nach dem letzten Spiel des Jahres bin ich überglücklich.“

Kein Wunder. Denn noch am Freitag wollte der 39-Jährige die Partie aufgrund der hohen Anzahl von Krankmeldungen innerhalb seines Teams absagen. Neben Karoline Happe mussten auch Lea Immelnkämper, Franziska Chmurski und Alexa Schuldes krankheitsbedingt pausieren. Die beantragte Verlegung wurde jedoch seitens des Hessischen Handball Verbands (HHV) nicht genehmigt und auch das gegnerische Team sah keine Möglichkeit, die angesetzte Partie zu verlegen. So reiste man mit arg dezimierten Kader an.

„Meine vage Hoffnung war, dass mein Team eine Trotzreaktion entwickeln und über sich hinaus wachsen könnte und uns der Vierte vielleicht unter diesen Voraussetzungen auch unterschätzt“, verrät Ludwig. Der Trainerfuchs sollte recht behalten. Anders lässt sich der furiose Start der Gäste wohl kaum erklären. Mit ihrem Tempohandball überrollten sie die verdutzten Gastgeberinnen regelrecht und führten nach zehn Minuten 8:1. „Ab diesem Moment wusste wohl nicht nur ich, dass eine Überraschung möglich ist. Diese Überzeugung drang auch in meinem Team durch. Und die Gastgeberinnen hatten sicher auch nicht mit solch einem starken Auftritt gerechnet“, analysiert Ludwig die Anfangsphase, in der die mentale Stärke der Rumpftruppe offensichtlich wurde. Ausschlaggebend für den fulminanten Beginn war die Kombination aus Tempo im Angriff und Konzentration in der Defensive mit einer stark aufspielenden Dominique Sawyer im Tor der Gäste. Ein kluger Schachzug Ludwigs war es wohl auch, mit zwei Kreisspielerinnen zu agieren. Ilka Ritter und Annika Neurath setzten mit ihren Aktionen am Kreis immer wieder Akzente, letztere war mit neun Treffern erfolgreichste Werferin der Ludwig-Sieben. Die Gastgeberinnen benötigten einige Zeit, um aufschließen zu können, näher als vier Tore ließen die Vereinigten sie im ersten Durchgang jedoch nicht herankommen.

Nach dem Seitenwechsel fanden die Hausherrinnen besser ins Spiel und verkürzten zum 12:14 (31.) und später gar zum 19:20 (45.). „Da habe ich wirklich Sorge gehabt, dass das Spiel kippt“, so Ludwig. Doch sein Team zeigte sich davon unbeeindruckt und brach nicht ein. Ebensowenig wie bei der kurz darauf erfolgten Verletzung Hanna von Dalwigs, die sich das Knie verdrehte und ebenfalls ausfiel. „Das war ein Schock für das Team, aber es hat einfach weiter Stärke gezeigt und den Sieg unter Dach und Fach gebracht“, beschreibt Ludwig die Schlussphase. „Mit dieser Leistung haben wir uns allen ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk beschert und können nun beruhigt in die Winterpause gehen.“ Diese verbringt die HSG auf Rang sieben. Foto: M. Sommerlade

Hoof/Sand/Wolfhagen: Sawyer, Schmincke, Zwicker – Neurath 9, Eichhofer 6, Bänfer 4, von Dalwig 3, Bittdorf 3, Willer 2, Mumberg 1, Unseld 1.

Von Martina Sommerlade

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