Hoof/Sand/Wolfhagen empfindet HHV-Vorgehen als unglückliches Verschieben

HSC Zierenberg zeigt Verständnis

Ob der HSC Zierenberg - hier Dennis Schindehütte - weiterhin in der Handball-Landesliga spielen wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen.
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Ob der HSC Zierenberg - hier Dennis Schindehütte - weiterhin in der Handball-Landesliga spielen wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

„Ich habe nichts anderes erwartet,“ reagiert Jens Rudolph auf die Entscheidung des Hessischen Handball-Verbandes (HHV), den Spielbetrieb bis zum 25. Februar auszusetzen (wir berichteten). „Die Maßnahme überrascht mich wenig.“ Der Vorsitzende und Torhüter des Handball-Landesligisten HSC Zierenberg hält den Beschluss für richtig. „Aufgrund der hohen Infektionszahlen ist der Schritt nachvollziehbar.“ Rudolph ist aber auch froh, dass der Verband von einer Absage abgesehen hat. „So bekommen wir Gelegenheit, zumindest noch einige Spiele zu bestreiten und Präsenz zu zeigen.“

Nachdem die coronabedingte Spielpause zunächst bis zum 31. Januar verlängert worden war, müssen Rudolph und seine Mitspieler nun weitere vier Wochen auf ihren geliebten Sport verzichten.

Vielleicht sogar noch länger. Sollte sich die Situation nämlich bis zum 25. Februar nicht gravierend ändern, steht eine Unterbrechung bis zum 15. März im Raum.

Wird es bis zu diesem Tag nicht möglich sein, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, wir laut des HHV die Runde nicht gewertet. Auf- und Absteiger gibt es dann nicht, die Klassenzusammensetzungen sollen soweit wie möglich in die Saison 2021/22 übernommen werden. Ob der HSC Zierenberg dann wieder in der Landesliga antreten ist, ist noch unklar. Rudolph will dazu ein Stimmungsbild in der Mannschaft einholen. Er selbst ist für eine weitere Teilnahme.

Einen Schritt weiter geht der HHV im Jugendbereich: Der Spielbetrieb wird bis zum letzten geplanten Spieltag am 8. März ausgesetzt, Meister gibt es in dieser Saison keine. Nach den Osterferien soll aber, sofern möglich, die Qualifikation für die nächste Saison organisiert werden. Rudolph hält es für richtig, dass der HHV auch hier auf Nummer Sicher geht. Er sagt aber auch: „Die Entscheidung ist für unseren Nachwuchs bitter, für den Verein sehr ärgerlich. Wir hatten in den vergangenen Monaten regen Zulauf.“ Rudolph befürchtet, dass einige Kinder nicht wieder kommen werden.

„Mit Blick auf die Zahlen der Corona-Infektionen ist es die richtige Entscheidung, den Spielbetrieb weiter pausieren zu lassen. Ich hätte allerdings gedacht, dass der HHV die Serie komplett absagt. Eine Halbserie zu spielen ergibt für mich keinen Sinn“, sagt Chris Ludwig, Trainer der Oberliga-Handballerinnen der HSG Hoof/Sand/Wolfhagen. „Ich empfinde das gesamte Vorgehen als ein unglückliches Verschieben und Verzögern, denn für die Vereine ergibt sich daraus eine unkalkulierbare Situation. Ständig in Ungewissheit zu sein, wie, ob und wann es weitergeht, ist eine suboptimale Voraussetzung. Es spielen ja auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Die Kosten laufen in so einem Bereitschaftsmodus weiter. Wüsste man, dass die Serie nicht gespielt wird, könnte man sich auch wirtschaftlich besser darauf einstellen“, fügt der erfahrene Übungsleiter an und ergänzt: „Die Entscheidung im Jugendbereich finde ich richtig, das hätte man im Seniorenbereich auch so handhaben sollen. Wichtig wird im Jugendbereich sein, den Nachwuchs bei der Stange zu halten.“

Von Joachim Hofmeister und Martina Sommerlade

Jens Rudolph, Handballtorwart
Chris Ludwig , Handballtrainer Wolfhagen

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