„Ich bin auch im Urlaub erreichbar“

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Lebt für das Ehrenamt : Olaf Hamel ist seit vier Jahren stellvertretender Kreisfußballwart. Zudem steht er noch als Schiedsrichter auf dem Platz und trainiert die dritte Frauenmannschaft von Calden. Foto:

  Er ist ruhig, bescheiden und ein Arbeitstier: Olaf Hamel. In den Mittelpunkt stellt er sich nie, er arbeitet lieber für den Fußball im Kreis Hofgeismar-Wolfhagen.

Am Samstag, beim Kreisfußballtag in Fürstenwald ist seine Wahl zum stellvertretenden Kreisfußballwart so gut wie sicher. In den vier Jahren, in denen er das Amt ausübt, hat er sich durch seine besonnene und hilfsbereite Art viele Freunde gemacht. Wir sprachen mit ihm.

Herr Hamel, seit vier Jahren sind Sie stellvertretender Kreisfußballwart. Haben Sie bereut, sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen?

Nein. Ganz im Gegenteil. Es war die richtige Entscheidung. Ich war zuvor ja stellvertretender Kreisjugendwart. Da konnte ich in etwa abschätzen, was auf mich zukommt.

Vor allem kam auf sie jede Menge Arbeit zu.

Ja, das ist wahr. Es ist mehr als jene, die ich als stellvertretender Kreisjugendwart hatte. Aber es macht Spaß. Und Stefan (Schindler, Kreisfußballwart) und ich teilen uns die Arbeit. Das hatten wir im Vorfeld so vereinbart. Wenn ich sehe, was wir beide zu tun haben, dann muss ich sagen: Ich ziehe meinen Hut vor Willi.

Sie meinen Willi Röhn, den früheren Kreisfußballwart.

Ja. Die Arbeit, die wir uns teilen, hat er ja alleine gemacht.

Wie teilen Sie und Stefan Schindler denn die Arbeit auf?

Er kümmert sich um Angelegenheiten des Verbandes, um Ehrungen und den ganzen schriftlichen Verkehr, ich um den Spielbetrieb. Da können wir auch vom Glück sprechen, dass wir noch Andreas Weinreich haben. Er nimmt uns viel Arbeit ab, beispielsweise sorgt er dafür, dass die Schlüsselnummern vor der Saison für die Vereine stimmen, sodass die erste und zweite Mannschaft am gleichen Tag Heimrecht haben. Im Falle von Hombressen/Udenhausen und Dörnberg muss die Schlüsselnummer sogar bei allen drei Mannschaften stimmen.

Trotzdem hängt der ganze Spielbetrieb an Ihnen. Wie viele Stunden am Tag sind sie für das Ehrenamt aktiv?

Das kann man schlecht sagen. Ich schätze mal, mindestens eine halbe Stunde ist es selbst an Tagen, an denen nichts Außergewöhnliches anfällt.

Der Spielbetrieb ist aber nicht ihre einzige Tätigkeit in Sachen Fußball.

Ein wenig mache ich auch noch für meinen Verein. Ich bin Schiedsrichter und Trainer der dritten Frauenmannschaft von Calden. Und als Betreuer bei der C-Jugend werde ich auch bald mit aushelfen.

Bleibt da Zeit für ein anderes Hobby?

Ich sage immer: Hauptberuflich mache ich Ehrenamt und nebenberuflich mache ich meine Arbeit. Aber das ist natürlich nur Spaß.

Und was machen Sie, wenn Sie in Urlaub sind?

Wen ich mal wegfahre, bin ich dennoch erreichbar. Das DFB-Netz macht es möglich. Und wenn es sein muss, nehme ich mir die Zeit, die ich dafür brauche.

Was hat Sie in den letzten vier Jahren am meisten geärgert?

Ich denke, das gibt es in jedem Kreis. Da gibt es Mannschaften, die haben neu gemeldet, spielen eine durchaus erfolgreiche erste Saison und erklären dann kurz vor Saisonstart, dass sie aufhören. Das könnte man auch früher sagen.

Und was hat sie am meisten gefreut?

Dass durch das Norweger Modell (Mannschaften können mit weniger Spielern antreten, der Gegner tritt dann ebenfalls dezimiert an) vier neue Mannschaften hinzugekommen sind und drei erhalten werden konnten. Das freut einen schon.

Ernten Sie für Ihre Arbeit auch positive Kritik oder melden sich nur die Meckerer bei Ihnen?

Es gibt schon auch positive Rückmeldungen. Oder auch mal ein Dankeschön, wenn man die kurzfristige Verlegung eines Spiels ermöglichte. Wenn negative Kritik geübt wird, finde ich das nicht schlimm. Man kann daraus lernen. Das ist also durchaus auch hilfreich.

Was wünschen Sie sich für die nächsten vier Jahre?

Ich hoffe, die Zusammenarbeit mit den Vereinen läuft weiterhin so gut wie bisher. Auch wenn es mal Gegenwind gab, so sind wir immer auf einen gemeinsamen Nenner gekommen.

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