Nicole Pflüger packt nicht nur am Seil kräftig zu

Jammern ist nicht ihr Ding

Weltmeisterin: Nicole Pflüger von der Tauziehgruppe Philippinenburg/-thal. Unser Bild zeigt die 42-Jährige mit ihren noch ungeputzten Schuhen, die sie beim Wettkampf in Spanien trug.
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Weltmeisterin: Nicole Pflüger von der Tauziehgruppe Philippinenburg/-thal. Unser Bild zeigt die 42-Jährige mit ihren noch ungeputzten Schuhen, die sie beim Wettkampf in Spanien trug.

Nein, zimperlich ist Nicole Pflüger nicht. Und das sollte sie bei der von ihr gewählten Sportart auch besser nicht sein: Die 42-Jährige aus Wabern ist passionierte Tauzieherin.

Eigenschaften, die man der zierlichen 1,57 Meter großen und 55 Kilo leichten Bankkauffrau auf den ersten Blick kaum zutrauen mag.

An die erstaunten Blicke ihrer Gesprächspartner hat sie sich indes längst gewöhnt. „Es mag ungewohnt sein, aber mein Herz schlägt nun einmal für diesen Sport.“

Bis vor ein paar Jahren habe sie gar Schamgefühle gehabt, sich als Tauzieherin zu bezeichnen. Aus Angst, belächelt zu werden. „Viele verwechseln das Tauziehen wohl mit einer Art Spiel ohne Grenzen“, sagt sie lachend. Mittlerweile habe sie indes keine Scheu mehr, darüber zu reden. Vielmehr ist sie stolz auf den Sport, der mittlerweile ein fester Bestandteil ihres Lebens ist. Darüber hinaus einer, in dem sie überaus erfolgreich ist: So wirkt sie im Nationalkader mit und holte jüngst bei den Weltmeisterschaften in Spanien im Mixed-Wettbewerb (580 Kilogramm) den Titel. Das Tauziehen begleitet die erfolgreiche Sportlerin bereits seit frühen Kinder- und Jugendtagen. Verständlich, war doch ihr Vater Karl-Ludwig Pflüger eines der Gründungsmitglieder der in 1982 entstandenen Tauziehgruppe Philippinenburg und -thal. „In unserem kleinen Ort sind wir wie eine große Familie“, schwärmt Pflüger von der tollen Gemeinschaft im Verein. „Hier ziehen ebenfalls alle an einem Strang.“ Daher packt sie nicht nur am Seil, sondern auch bei der Vereinsarbeit kräftig zu. Seit über zehn Jahren ist sie Schriftführerin und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Auch wenn dadurch kaum Zeit für andere Dinge bleibt - die ehrenamtichen Stunden absolviert sie neben ihrem Job bei der Raiffeisenbank HessenNord und ihren täglichen Trainingseinheiten laut eigener Aussage sehr gern. Jammern ist eben nicht ihr Ding. (Martina Sommerlade)

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