Regionalliga

Fußballerin Katharina Spieker vom Regionalligisten Calden will nach Knie-OP wieder aufs Feld

Auf dem Foto ist eine junge Frau zu sehen.
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Schaut optimistisch in die Kamera und in die Zukunft: Die 17 Jahre alte Fußballerin vom Regionalligisten TSV Jahn Calden muss zwei Mal am Knie operiert werden.

Wir haben eine junge Fußballerin vom TSV Jahn Calden getroffen, die mit einer schweren Knieverletzung zu kämpfen hat.

Calden – Es war der 25. September. Eine ganz normale Partie in der Verbandsliga-Saison, um Spielpraxis für die kommenden Spiele in der Regionalliga zu sammeln. Doch kurz nach der Einwechslung von der jungen Fußballerin Katharina Spieker kam alles anders. Nach einem Foul an der 17-Jährigen blieb sie so unglücklich im Rasen hängen, dass das gesamte Knie sprichwörtlich im Eimer war.

Aber der Reihe nach.

Spieker, die sich auf der Sechserposition am wohlsten fühlt, ist im Sommer vom KSV Hessen Kassel zum TSV Jahn Calden gewechselt. „Sie war von Anfang an für den Regionalliga-Kader vorgesehen“, sagt Trainer Robert Franke. Doch um etwas Spielpraxis zu sammeln, sollte sie am 25. September in der zweiten Mannschaft beim Spiel gegen DFC Allendorf/Eder „aushelfen“. „Wir sind so viele Fußballerinnen im Kader. Da ist es völlig normal, dass wir rotieren und mal da, mal da spielen“, sagt die 17-Jährige. Sie ist in der zweiten Hälfte eingewechselt worden. „Ich habe 20 Minuten gespielt und sogar zwei Tore vorbereitet“, erinnert sich Spieker. „Dann habe ich meiner Gegenspielerin den Ball abgenommen“, sagt sie weiter. Und dann ist es passiert.

Katharina Spieker hat sofort geweint und geschrien, weil die Schmerzen so heftig waren

Die Spielerin von Allendorf/Eder hat ihr daraufhin gegen das Bein getreten – Spieker will aber klarstellen: ohne Absicht. Doch bei dem Tritt hing sie mit ihren Stollenschuhen so fest im Rasen, dass das Unglück passierte. „Ich habe direkt gemerkt, dass etwas kaputt ist“, sagt Spieker. Sie habe geweint und geschrien, weil die Schmerzen nicht auszuhalten waren.

Im Krankenhaus kam dann die schreckliche Diagnose: Kreuzband, Innenband, Meniskus gerissen, ein Bruch, Knorpel beschädigt und die Kniescheibe war draußen. „Der Arzt hatte das alles aufgezählt und ich war wie versteinert. Er konnte gar nicht mehr aufhören zu reden und sein letzter Satz traf mich besonders“, sagt die Schülerin. „Du wirst nie wieder Fußballspielen können.“

Katharina Spieker gab nach der ersten Diagnose nicht auf: Sie suchte einen weiteren Arzt auf

Doch damit gab sich Spieker nicht zufrieden. Sie musste die Schocknachricht erst mal verdauen, aber sie gab nicht auf. „Ich habe mit Robert Franke telefoniert und mit meinen Eltern beschlossen, dass wir noch mal einen anderen Arzt aufsuchen“, sagt Spieker.

So landete sie beim Mannschaftsarzt von Eintracht Frankfurt. Dieser meinte zwar auch, dass der Schaden komplex sei und die Kombination sehr selten, aber er gab ihr Hoffnung.

So wurde sie bereits am 7. Oktober zum ersten Mal operiert – am Innenband und am Meniskus. Am 18. November folgt die zweite Operation – am Kreuzband. „Bei dem Frankfurter Arzt fühle ich mich sehr wohl. Ich vertraue ihm“, sagt sie.

Erste Operation ist gut verlaufen – die Zweite steht heute (18.11.) an

Die erste Operation ist gut verlaufen. Spieker macht seitdem Physiotherapie-Übungen und hat eine Motorschiene, um das Knie ein wenig zu bewegen. „Dafür, dass die Chancen nach der ersten Diagnose so schlecht standen, geht es mir wirklich gut“, sagt Spieker.

Von ihren Mitspielerinnen, dem Trainerteam sowie dem Caldener Verein bekommt sie viel Unterstützung. „Vier Tage nach der OP war ich beim Heimspiel zuschauen. Da hatten beim Aufwärmen alle ein T-Shirt mit meinem Namen drauf an“, erinnert sie sich mit einem Strahlen im Gesicht.

Schnellste Rückkehr auf den Platz erst in einem Jahr, aber die 17-Jährige ist optimistisch

So wünscht sie sich nun, dass auch die zweite Operation gut verläuft und die Regeneration sowie die Physiotherapie danach auch, denn „Ich bin doch erst 17 Jahre alt. Ich wollte noch so viel im Fußball erreichen“, sagt Spieker.

Alles in allem wird es noch mindestens ein Jahr dauern, bis sie wieder auf dem Platz stehen kann.

Doch dann am liebsten in der zweiten Bundesliga: „Ich wünsche mir so sehr, dass wir den Aufstieg schaffen. Bis dahin bin ich wieder fit und könnte dann in der zweiten Liga angreifen“, sagt sie optimistisch und voller Hoffnung für ihre bevorstehende Zukunft. (Cora Zinn)

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