Hallenkreismeisterschaft: „Kein Sport für Bolzer“

Futsal kam in Espenau nicht bei allen gut an

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Das Spielgerät fest im Blick: Pasquale Kohse vom TSV Holzhausen und Denny Ziegan vom SV Ehlen (links). Die Hallenkreismeisterschaft wird zum ersten Mal nach den Futsal-Regeln ausgetragen. Der Ball mit dem reduzierten Sprungverhalten kommt technisch guten Spielern zugute.

Espenau. Im Fußballkreis Hofgeismar/Wolfhagen wird die Hallenkreismeisterschaft um den Hütt-Pokal erstmals nach den Futsal-Regeln ausgetragen. In Espenau fanden am Wochenende die Vor- und Zwischenrunde statt. Am kommenden Samstag steigt dort auch die Endrunde. Das Fazit einiger Beteiligter ist nach Teil eins und zwei des Budenzaubers unterschiedlich.

Wenig begeistert zeigte sich Matthias Rehrmann vom A-Ligisten TSV Fürstenwald. „Ich hatte schon mit der A-Jugend von Grebenstein keinen Spaß am Futsal.“ Von der Technik her sei die Sportart anspruchsvoller als Hallenfußball. „Futsal kommt ballgewandten Spielern zugute.“ Weil Körperkontakt aber nicht erlaubt sei, hätten spielschwächere Mannschaften kaum eine Chance auf Punkte. „Ich finde Hallenfußball wesentlich interessanter,“ betont der 25-Jährige, der mit seinem Team die Vorrunde überstand, in der Zwischenrunde aber an Wettesingen/Breuna/Oberlistingen, Balhorn, Dörnberg und Holzhausen scheiterte. Ähnlicher Auffassung ist Marcus Albrecht, Spieler und Vorsitzender des SV Riede. „Ich würde viel lieber Fußball spielen.“ Futsal sei sehr gewöhnungsbedürftig. Auf lange Sicht müsse man sich jedoch mit dem neuen Hallenkick anfreunden.

Größere Tore

Richtig spannend fand es Roger Neusel, Hallensprecher an den ersten beiden Spieltagen. „Der Hallenfußball wird durch Futsal nicht entfremdet. Im Gegenteil.“ Die Spiele seien schöner anzusehen, weil die Technik in den Vordergrund trete und das Grätschen nicht erlaubt sei. Von der Taktik her sei bei allen Mannschaften eine Steigerung möglich. „Futsal ist für viele einfach noch zu neu.“

Neusel wünscht sich für kommende Turniere allerdings größere Tore. „Fünf-Meter-Buden würden die Sache noch interessanter machen.“

Diese Meinung kann Martin Grede nicht teilen. „Große Tore verleiten zu Fernschüssen“, meint das Spielausschussmitglied der SG Elbetal. Da gehe der Spielwitz verloren. Grede ist ein Befürworter von Futsal: „Die Spiele sind schneller und fairer.“ Ein klares Ja auch von David Michels: „Die Verletzungsgefahr ist nicht hoch“, hat der 28-Jährige vom FSV Wolfhagen bei seinem ersten Turnier mit dem Futsal-Ball festgestellt. „Das macht richtig Spaß.“ Futsal sei nicht so hart, fordere aber die Konzentration und Kondition. „Das Spiel ist sehr flott.“ Daher brauche man genügend Auswechselspieler. Und wer technisch gute Leute in seinen Reihen habe, sei klar im Vorteil.

Das kann auch Leon Kanwischer bestätigen: „Futsal ist kein Sport für Bolzer.“ Der Ehlener Schiedsrichter war mit dem Verlauf in Espenau insgesamt zufrieden: „Meine Kollegen und ich hatten wenig Probleme.“ Ein Großteil der Mannschaften sei mit dem Regelwerk bestens vertraut gewesen. „Auffällig war jedoch, dass noch zu viel gegrätscht wurde.“ Ein Spieler hätte deswegen die Rote Karte gesehen.

Von Joachim Hofmeister

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