Schiedsrichterobmann Schindler: Nur vier Vereine haben seit zehn Jahren kein Problem

Lob und Kritik vom Schiri-Chef

Neue Schiedsrichter: 19 Teilnehmer kamen zum Lehrgang nach Holzhausen und bestanden. 26 waren angemeldet worden. Foto: nh

Hofgeismar. Sie wollen effektiv und unauffällig wirken, doch sie sorgen eigentlich immer für Gesprächsstoff: Schiedsrichter. Stehen sie auf dem Platz, werden ihre Entscheidungen diskutiert, fehlen Schiris, ist von anhaltendem Mangel die Rede. Und der ist groß.

In der vergangenen Saison wurde etwa jeder zweite Verein im Fußballkreis Hofgeismar/Wolfhagen bestraft, weil er sein Soll nicht erfüllte. Konkrete Zahlen nannte Kreisschiedsrichterobmann (KSO) Stefan Schindler am Rande eines kompakten Schiedsrichterneulingslehrgangs. Insgesamt wurden in der abgelaufenen Saison 18 Vereine wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls bestraft. Trotz dieser alarmierenden Tatsache meldeten nur sieben Vereine Anwärter zu diesem Lehrgang an, kritisierte Schindler. „Verwunderung schafft die Schiedsrichterpolitik des TSV Elbenberg, welcher trotz Punktabzug und Geldstrafen aktuell keine Schiedsrichter in seinen Reihen hat. Der angemeldete Schiedsrichteranwärter reihte sich in die Gruppe der sieben nicht erschienen Lehrgangsteilnehmer ein“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Sieben von 26 kamen nicht

Damit nimmt man Bezug auf die Tatsache, dass zu dem von den Schiris Mike Britting und Daniel Losinski geleiteten Lehrgang zwar 26 Anwärter gemeldet wurden, aber nur 19 kamen. Das sei ärgerlich, meinen die Verantwortlichen, und üben leichte Kritik auch am TSV Deisel. Zwei der sieben Fehlenden kamen vom TSV, wobei einer offensichtlich über seine Anmeldung gar nicht informiert worden war.

Die Tatsache, dass einige Teilnehmern Anfahrten aus Niedersachsen, Westfalen und Friedberg auf sich nahmen, zeugt dennoch vom bestehenden Interesse an der Schiedsrichtertätigkeit. Und die Tatsache, dass die anwesenden 19 Teilnehmer alle bestanden, spricht für deren Engagement.

So gab es denn auch mehrfaches Lob von KSO Schindler: Für den Lehrgangsbesten Jens Oberbeck (SV Espenau) beispielsweise, für die 13-jährige Louisa Kanwischer (SV Ehlen), die die einzige Schiedsrichterin des Fußballkreises Hofgeismar/Wolfhagen ist und für den Lehrgangjüngsten Leon Kaufmann (TSV Holzhausen). Der Zwölfjährige meldete sich erst drei Stunden vor Beginn an.

Lob gab es aber auch für einzelne Vereine. Den TSV Holzhausen hob Schindler positiv hervor, da er als Kreisligist nunmehr sieben Schiedsrichter vorzuweisen hat. Nachdenklich stimmten Schindlers Worte, dass es mit dem SV Riede, SSV Sand, TuSpo Grebenstein und der TSV Fürstenwald nur vier Vereine gebe, die in den vergangenen zehn Jahren ihr Schiedsrichtersoll kontinuierlich erfüllten.

Schindler wies aber auch darauf hin, dass „durch die halbherzige Organisation und das mangelnde Interesse der Vereine an der Schiedsrichteranmeldung“ auch in dieser Saison höhere Geldstrafen und Punktabzüge für die jeweiligen Vereine anfallen werden. (eg/mrß)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.