1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport
  4. Sport Hofgeismar/Wolfhagen

Mit dem Startschuss waren alle Zweifel weg – Bastian Mrochen siegt im Qualifikationsrennen über 6600 Meter

Erstellt:

Kommentare

Auf dem Foto ist ein junger Mann zu sehen.
Voll fokussiert: Bastian Mrochen (LG Reinhardswald) beim Sparkassen Cross in Pforzheim. Der Liebenauer hat das Qualifikationsrennen gewonnen. © Ralf Görlitz

Der Leichtathlet aus Liebenau, Bastian Mrochen, hat die Qualifikation für die Crosslauf-EM in Dublin geschafft.

Pforzheim – Eine misslungene Generalprobe, heftiger Jetlag, eine extrem schwere Strecke – all das konnte Bastian Mrochen (LG Reinhardswald/TSG Hofgeismar) auf dem Weg zur Crosslauf-Europameisterschaft in Dublin nicht stoppen.

In einer beeindruckenden Leistungsdemonstration gewann der 19-jährige Liebenauer das Qualifikationsrennen über 6600 Meter der männlichen Jugend U20 beim Sparkassencup in Pforzheim. In 24:11 Minuten setzte er sich mit zwölf Sekunden Vorsprung gegen Kurt Lauer (LAZ Ludwigsburg) durch und wird damit zum zweiten Mal in diesem Jahr das Nationaltrikot tragen.

Am Abend vor dem Wettkampf zeigte Mrochen nach der Streckenbesichtigung noch großen Respekt vor dem um den Lohwiesenhof in Pforzheim abgesteckten sechs Mal zu durchlaufenden Rundkurs.

Die Strecke in Pforzheim war nicht ohne

„Das ist die anspruchsvollste Strecke, die ich je gesehen habe. Bevor da überhaupt jemand drauf gelaufen ist, ist der Schlamm schon knöcheltief.“

Neben einer längeren Zick-Zack-Passage identifizierte er noch die „Huchenfelder Rampe“ als Höchstschwierigkeit. Nach dem Sprung über einen Baumstamm folgen fünfzehn Meter tiefer Sand, der den Athleten komplett die Geschwindigkeit nimmt, dann eine steile Rampe und anschließend wieder mehrere hohe Baumstämme, die den Rhythmus brechen.

Bastian Mrochen aus Liebenau hatte mit Jetlag zu kämpfen

Hinzu kam, dass Mrochen erst wenige Tage vor dem Wettkampf aus den USA zurückgekehrt war und immer noch unter heftigem Jetlag litt. Auch der suboptimale Auftritt bei den Cross Nationals ließ ihn noch etwas zweifeln, ob er in den Kampf um die EM-Tickets würde eingreifen können.

Doch die Zweifel waren mit dem Startschuss wie weggeblasen und Mrochen hellwach. Zunächst bildete sich eine größere Spitzengruppe mit zehn Athleten, die die erste Runde in 3:23 durchlief. „Da ich mich nicht hundertprozentig fit gefühlt habe, war unser Plan im Vorfeld eigentlich, dass ich mich zurückhalte und erst auf der Schlussgeraden angreife. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich in den technisch anspruchsvollen Passagen nicht weit genug wegkomme und schon vorher die Konkurrenz auf den wenigen geraden Teilstücken müde laufen muss.“

Mrochen kontrollierte das Rennen

Ab der zweiten Runde drückte Mrochen also aufs Tempo und ein brutales Ausscheidungsrennen begann, in dem ein Läufer nach dem anderen zurückfiel.

In Runde drei und vier konnte nur noch Lauer Mrochens Sturmlauf folgen, aber auch den hatte er Eingangs der Schlussrunde schon um zwei Sekunden distanziert.

„Bis dahin hat sich das Rennen sehr kontrolliert angefühlt, auf der letzten Runde habe ich dann nochmal richtig Druck gemacht.“

Der Lauf in Pforzheim war für Mrochen auf jeden Fall eine gute Vorbereitung

Ergebnis waren am Ende zwölf Sekunden Vorsprung und der ungefährdete Sieg des U20-EM-Dritten über 5000 Meter. „Ich bin top zufrieden und freue mich auf den Start in Dublin in zwei Wochen“, sagte Mrochen nach dem Rennen.

Pforzheim war dafür auf jeden Fall eine gute Vorbereitung, denn auch die Iren sind Freunde von Schlammschlachten auf höchst anspruchsvollen Crossstrecken. (Alexander Humme)

Auch interessant

Kommentare