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Licht, Schatten und viel dazwischen

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Von: Raphael Wieloch

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Ein Höhepunkt des Jahres: Der TSV Jahn Calden mit Kapitänin Sharon Braun (rechts, hier gegen Nationalspielerin Caroline Siems) traf in der 2. Runde des DFB-Pokals auf Bundesligist Bayer 04 Leverkusen.
Ein Höhepunkt des Jahres: Der TSV Jahn Calden mit Kapitänin Sharon Braun (rechts, hier gegen Nationalspielerin Caroline Siems) traf in der 2. Runde des DFB-Pokals auf Bundesligist Bayer 04 Leverkusen. © Raphael Wieloch

Calden – Mit einer 2:3-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen Spitzenreiter Weinberg beendeten die Fußballerinnen des TSV Jahn Calden das Jahr 2022. Als letzte Mannschaft der Region verabschiedet sich nun auch der Regionalligist in die Winterpause. Zeit, ein ereignisreiches Jahr in Zahlen Revue passieren zu lassen.

0 Minuten dauerte das Hessenpokal-Finale der vergangenen Saison zwischen Calden und Eintracht Frankfurt III, das der TSV gewann. Wie das geht? Ganz einfach: Die Frankfurter Eintracht trat nicht an, Calden triumphierte kampflos.

3 Trainer beschäftigte Calden in diesem Jahr: Robert Franke, Lutz Anders und aktuell Patrick Gries. Unvergessen bleibt wohl das Hin und Her zu Beginn des Jahres, als Franke zunächst von seinen Aufgaben entbunden wurde, kurz darauf aber weitermachen durfte, um am Ende einer chaotischen Woche dann doch entlassen zu werden. Klingt wild, war es auch. Franke nahm nach zwei Jahren als verantwortlicher Trainer seinen Hut, Anders übernahm.

5 Unentschieden in 13 Spielen – die Caldener sind die Remisköniginnen der aktuellen Saison. Kein Team in der Regionalliga Süd teilte sich so häufig die Punkte wie der TSV. 7 Punkte holte Lutz Anders aus den ersten drei Spielen nach der Entlassung Frankes – der TSV mischte munter im Aufstiegsrennen mit. Am letzten Spieltag der abgelaufenen Runde zerplatzte allerdings der Traum von der 2. Bundesliga, als Calden das alles entscheidende Spiel beim SC Freiburg II mit 2:5 verlor.

14 Zähler trennen den TSV aktuell von Tabellenführer Weinberg. In der Rückrunde muss also so ziemlich alles passen, um das ausgegebene Saisonziel, oben mitzuspielen, tatsächlich noch realisieren zu können.

15 Tore erzielte Caldens Angreiferin Johanna Hildebrandt in diesem Jahr im Ligabetrieb. Während sie in der vergangenen Saison achtmal knipste, steht sie in der laufenden Spielzeit bereits bei sieben geschossenen Toren.

26 ergatterte Punkte in der abgelaufenen Saison reichten nicht für die Aufstiegsspiele. Die Enttäuschung war zunächst groß. Noch größer war anschließend aber der Tatendrang, in dieser Runde einen neuen Anlauf zu starten. Aktuell hinkt Calden den eigenen Ansprüchen aber hinterher.

42 Jahre gehörte Silvia Ruda beim TSV Jahn Calden quasi zum Inventar und war damals Hauptinitiatorin für die Gründung einer Frauenfußball-Sparte. In diesem Jahr machte Ruda nach mehr als vier Jahrzehnten Schluss mit dem Ehrenamt und wurde vor dem DFB-Pokalspiel gegen Bayer 04 Leverkusen in einem würdigen Rahmen verabschiedet.

45 Minuten dauerte es, bis dem TSV Jahn Calden in der aktuellen Spielzeit der erste Treffer gelang. Im Auftaktspiel gegen Rüsselsheim erzielte Sharon Braun per Kopf das 1:0 kurz vor dem Pausenpfiff. Am Ende gewann Calden wenig überzeugend mit 2:1.

209 Tage war Lutz Anders Caldens Trainer, ehe er aus privaten Gründen die Reißleine zog und im Oktober zurücktrat. Die bis dahin als spielende Co-Trainerin fungierende Katrin Sirringhaus verließ den Verein ebenfalls. Caldens Verantwortliche mussten sich nach einem neuen Trainer umsehen.

350 Zuschauer kamen auf den Caldener Kaiserplatz, um das DFB-Pokalspiel zwischen Calden und Leverkusen, einen absoluten Höhepunkt im Jahr 2022, zu sehen. Calden verlor am Ende mit 1:4 und schied aus dem Wettbewerb aus. Ein Schmankerl am Rande: Zwischenzeitlich gelang Arlene Rühmer mit einem direkt verwandelten Eckstoß das sehenswerte 1:2. Jenes Tor reichte Caldens Sportlicher Leiter Daniel Pfaffenbach bei der ARD für das Tor des Monats ein – der Standardtreffer schaffte es allerdings nicht in die engere Auswahl.

360 Minuten stand Pfaffenbach, der nach Anders Weggang für vier Spiele zusammen mit Holger Warzecha interimsweise das Team übernahm, an der Seitenlinie. Ein Sieg wollte dem ehemaligen Torhüter allerdings nicht gelingen. Drei Unentschieden, eine Niederlage – so lautet seine Bilanz.

800 Kilometer legte Patrick Gries für sein erstes Spiel als neuer Caldener Coach zurück. Eine Strecke, die er zumindest als Coach noch nie zuvor für ein Fußballspiel gefahren ist. Immerhin hat sich die kleine Weltreise gelohnt: Gries feierte im baden-württembergischen Herrenberg mit einem 2:1-Sieg einen gelungenen Einstand.

2023 soll auf dem Kunstrasenplatz, der derzeit unweit des Caldener Kaiserplatzes entsteht, Fußball gespielt werden können. Gerade für den TSV, der schon so manches Mal nach Rengershausen ausweichen musste, ein Schritt zu mehr Professionalität. Der erste Spatenstich erfolgte Mitte Oktober. (Raphael Wieloch)

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