Behindertensport: Der Trendelburger Stefan Little träumt davon, mit Fußball Geld zu verdienen

Auf dem Weg in die Nationalmannschaft

Mit seiner Mannschaft: Stefan Little (links) spielt seit zwei Jahren im Hessenkader des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband. Dort wurde er auch für die Nationalmannschaft im Behindertensport entdeckt. Der 17-Jährige lebt erst seit drei Jahren mit seiner Familie in Trendelburg. Aufgewachsen ist er in Bayern. Repro: Temme

Trendelburg. Fußball war schon immer sein Ding. Schon als ganz kleiner Junge sei er dem Ball hinterher gelaufen, sagt Susanna Hirdes und meint damit ihren Sohn Stefan Little. Inzwischen spielt der 17-Jährige im Hessenkader des Deutschen Behindertensportverbands und vielleicht klappt im Frühjahr sogar der Sprung in die Nationalmannschaft. Dafür wird sein Können gerade getestet.

Da der junge Trendelburger eine Lernschwäche hat, besucht er die Käthe-Kollwitz-Schule in Hofgeismar, eine Förderschule, für die er natürlich auch bei Turnieren antritt. Genau bei einem solchen wurde der Teenager auch für die Hessenauswahl entdeckt. „Seit zwei Jahren fahre ich zweimal im Monat nach Wetzlar über das Wochenende zum Training mit der hessischen Mannschaft“, sagt Stefan Little. Ansonsten spielt er in der Hümmer A-Jugend, ist auch dort zweimal die Woche dabei. „Rechtsaußen und Sturm sind meine Positionen“, verrät der fußballbegeisterte junge Mann, der bei den Profis für die Bayern fiebert.

Dass er nun auch für die Nationalmannschaft vorgesehen ist, freut ihn ganz besonders. Einmal sei er schon zu einem Testspiel geladen worden und im Frühjahr stehe ein weiteres an – dann entscheide sich, ob er dabei sein wird oder nicht. „Bisher habe ich ein gutes Gefühl – das wäre wirklich toll, wenn ich das schaffen könnte“, meint Stefan Little.

Auch wenn er schon immer Fußball gespielt hat, so konnte er erste Erfolge erst vor drei Jahren verbuchen. „Bis dahin war er immer stark übergewichtig hat dann aber ein extremes Sportprogramm begonnen“, erzählt Mutter Susanna. Dies hat er bis heute beibehalten - regelmäßiges Joggen gehört neben dem Fußballtraining zum Alltag des Sportlers.

Übrigens hatte der erfolgreiche Kicker keinen leichten Start ins Leben. Mit vier Jahren hätten sie festgestellt, dass er nichts hören würde, berichtet Susanna Hirdes. Bis dahin hatte er auch kein Wort sprechen, dafür aber umso besser mit dem Ball umgehen können. Viele Operationen musste er als Kind über sich ergehen lassen. Unter anderem auch am Kiefer, wo ihm noch immer eine Fehlstel

lung zu schaffen macht.

Da Stefan sechs Geschwister hat, findet sich immer einer zum Fußballspielen. „Mein elfjähriger Bruder ist auch ziemlich gut– ich freue mich, wenn ich ihm noch was beibringen kann“, sagt er. Jetzt, wo es so gut für ihn läuft, kommen auch Träume auf: Am liebsten würde ich mit Fußball mein Geld verdienen – ob das tatsächlich klappt, werde ich sehen. Im Frühjahr wird er zumindest wissen, ob seine Karriere im Behindertensport weitergeht „und da ich ja beim Testspiel eine Vorlage für ein Tor gegeben habe, bin ich guter Dinge“, sagt der schüchterne Teenager.

Von Tanja Temme

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