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Oldie wird zum Derbyheld

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Von: Raphael Wieloch

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Steht praktisch in der Luft: Dörnbergs Martin Stück (Bildmitte) gewinnt das Kopfballduell gegen Salko Dzaferi vom SSV Sand.
Steht praktisch in der Luft: Dörnbergs Martin Stück (Bildmitte) gewinnt das Kopfballduell gegen Salko Dzaferi vom SSV Sand. © Raphael Wieloch

Dörnberg – Heruntergebrochen auf drei wesentliche Szenen, war Martin Stück der Spieler des Spiels – oder aus gegebenem Anlass der gefeierte Derbyheld.

Dörnberg - Im Fußball gibt Denn im Nachbarschaftsduell der Fußball-Verbandsliga zwischen dem FSV Dörnberg und dem SSV Sand stand Stück dreimal dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss. Und weil außer ihm niemand anderes das Tor traf, gewannen die Dörnberger mit 3:0 (2:0). Im Fußball gibt es keine Drehbücher – und das ist auch gut so. Dennoch hält dieser Sport immer wieder besondere Geschichten bereit. Nicht selten werden diese Geschichten geschrieben, wenn auch der Kontext ein besonderer ist. Derby im Bergstadion. Es geht um mehr als nur drei Punkte. Es geht um Leidenschaft. Kampf. Willensstärke. Und Ansehen in der Region.

Dass ausgerechnet der mit 35 Jahren älteste Spieler auf dem Feld der Hauptprotagonist einer für die Dörnberger schönen Geschichte wird, bedeutete für den SSV Sand im Umkehrschluss die dritte Niederlage in Folge. Und auch wenn die Sander tabellarisch weiterhin besser dastehen als Dörnberg, so geht das direkte Duell zwischen beiden Widersachern in dieser Saison an den FSV. 4:1 im Hinspiel, 3:0 am Samstag.

Unabhängig von dem Prestigeding distanzierte sich Dörnberg mit dem Erfolg weiter von der Abstiegszone, während Sand Gefahr läuft, im Schlusspurt der Saison in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Mit Platz sechs steht der SSV zwar keineswegs schlecht da, dennoch wird er oben nicht mehr angreifen können und unten wohl auch nicht hineinrutschen.

Vielleicht war es am Ende auch genau dieser Tatsache geschuldet, dass die Sander – besonders in der ersten Hälfte – kaum Zugriff bekamen. „Wir haben die ganze Woche über Körperlichkeit, Leidenschaft und das Derby geredet. Am Ende aber wenig von unserem Vorhaben umgesetzt“, erklärte Mario Deppe, Trainer des SSV Sand.

Dörnberg war einfach bissiger, präsenter in den Zweikämpfen und auch ein – Achtung Wortspiel – gehöriges Stück torgefährlicher. Gerade über den rechten Flügel boten sich Dörnberg zunächst viele Räume. Und über jene Seite gelang auch die Führung. Dennis Dauber setzte sich energisch durch und flankte auf den zweiten Pfosten, wo Stück mit dem Kopf zur Stelle war und einnickte (22.). In der Folgezeit sorgte auf der Gegenseite eine direkt aufs Tor getretene Ecke von Antonio Bravo-Sanchez und ein Distanzschuss von Felix Mertsch für Gefahr.

Über eine Standardsituation legte Dörnberg noch vor der Halbzeit nach: Wieder bereitete Dauber vor, wieder vollstreckte Stück – diesmal aber mit einem satten Schuss aus kurzer Distanz (34.). Dörnberg war auf einem guten Weg, Sand eher nicht. Und obwohl die Gäste in der zweiten Halbzeit zunächst einen Tick mehr Spielanteile hatten, so blieben gefährliche Offensivaktionen doch eher überschaubar.

Der Sander Zahn war dann endgültig gezogen, als die Gastgeber nach einem Ballgewinn schnell umschalteten. Kevin Richter setzte zum Sprint an, tankte sich in den Strafraum und legte uneigennützig quer. Und auf wen? Klar, Martin Stück (63.). „Martin weiß, wo das Tor steht“, erklärte Dörnbergs Trainer Matthias Weise ganz nüchtern und freute sich über den Dreierpack seines Oldies. (Raphael Wieloch)

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