Seit rund dreieinhalb Monaten ruht der Fußball in Hessens Amateurklassen

„Saisonabbruch ist noch kein Thema“

Seit dreieinhalb Monaten ruht der Fußball in Hessens Amateurklassen. Unser Bild zeigt den Sportplatz in Zierenberg.
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Sportplatz in Zierenberg.

Die Ungewissheit zerrt an den Nerven. Kann es in diesem Frühjahr mit dem Amateurfußball in Hessen weitergehen?

Wolfhagen - Langsam wird es eng, der Zeitfaktor rückt immer mehr in den Blickpunkt. Die Chancen auf eine baldige Saisonfortsetzung sind nach der Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März nicht besser geworden. Im Gegenteil. Der eine oder andere Fußball-Funktionär ist wegen der bedenklichen Situation nervös geworden.

Eine gewisse Anspannung ist auch bei Stefan Schindler zu spüren. „Ich habe das Gefühl, das mir bald der Kopf platzt.“

Dem Kreisfußballwart Hofgeismar/Wolfhagen macht nicht nur die mittlerweile dreieinhalb monatige Unterbrechung zu schaffen, der 51-Jährige wundert sich auch über die Zurückhaltung seiner Vereine.

Im Vorfeld einer Videokonferenz mit den Fußballwarten aus Waldeck, Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Kassel mit dem Regionalbeauftragten Matthias Schmelz (Heiligenrode), die am vergangenen Donnerstag stattfand, hatte Schindler um Vorschläge und Meinungen bezüglich der Wiederaufnahme des Spielbetriebs gebeten. Lediglich acht der insgesamt 55 Vereine hätten auf seine Mail reagiert und ihm eine Rückmeldung gegeben. „Ich bin ein wenig enttäuscht und hätte mir eine größere Anteilnahme gewünscht.“

Die Klubs, die auf Schindlers Schreiben reagierten, hoffen, dass noch eine Halbserie gespielt werden kann. Der Kelzer und die anderen vier Fußballwarte aus den Nachbarkreisen machen Spielern, Trainern und Betreuern Mut: „Rollt der Fußball im April wieder, ist eine Einfachrunde ohne Probleme machbar.“ Sollte der Re-Start aufgrund einer erneuten Lockdown-Verlängerung allerdings erst im Mai erfolgen, könnte es eng werden. „Dann sind, um Auf- und Absteiger zu ermitteln, bis zum Saisonende am 30. Juni einige Englische Wochen nötig“, stellt Schindler klar und fügt an: „Wir haben die Hoffnung auf ein sportliches Saisonende noch nicht verloren. Ein Abbruch ist noch kein Thema.“

Auf große Zustimmung stieß Schindlers Vorschlag im August einen Familien-Fußballtag auf die Beine zu stellen. „Wir wollen damit auf unseren Sport aufmerksam machen und einem möglichen Mitgliederschwund entgegenwirken“, erklärt er. Einzelheiten wollen die Fußballwarte demnächst mit ihren Vereinen besprechen.

Für Schindler und seine Kollegen steht am 11. März die nächste Videokonferenz auf dem Programm. Dann besprechen sie mit dem Verbandsvorstand um Präsident Stefan Reuß den weiteren Umgang mit der aktuell unterbrochenen Serie 2020/2021. „Ich hoffe, dass es bald weitergeht. Die Ungewissheit zerrt an den Nerven.“

Von Joachim Hofmeister

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