Schach-Hessenliga

Bad Emstal/Wolfhagen zieht ins Pokal-Halbfinale ein

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Steht im Halbfinale: Pavel Ponkratov überlegt den nächsten Zug.

Acht Tische stehen im Gemeindezentrum der Katholischen Kirche in Wolfhagen. Vier reihen sich auf der linken, vier auf der rechten Seite hintereinander. 

An ihnen sitzen keine Kommunionkinder, auch nicht Senioren, die sich zu einem Kaffeenachmittag treffen. Es sind Schachspieler aus vier Teams, die das Achtelfinale im Pokalwettbewerb der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft erreichen wollen. Die Losfee meint es nicht gut mit den gastgebenden Schachfreunden Bad Emstal/Wolfhagen. Der Hessenligist muss im Kampf ums Weiterkommen einen dicken Brocken aus dem Weg räumen. Die „Emswölfe“ treten gegen den SV Lingen, Spitzenreiter der 2. Bundesliga an.

An den anderen Brettern ziehen die beiden Oberligisten Heilbronner SV (Baden Württemberg) und SG Post-Süd Regensburg (Bayern) ihre 16 hellen und 16 dunklen Figuren.

Joseph Resch ärgert sich: „Schlimmer hätte es für uns nicht kommen können,“ sagt der Mannschaftsführer von Bad Emstal/Wolfhagen. Für ihn ist das Match gegen den zwei Klassen höher spielenden Gegner ein vorweggenommenes Endspiel.

Konzentriert: Alexander Riazantsev hat Figuren und Brett im Blick.

Resch rechnet sich dennoch gute Chancen aus. Sein Team sei zwar nur Viertligist, mit Pavel Ponkratov, Yuri Kuzubov, Alexander Riazantsev und Vladimir Onischuk aber sehr stark besetzt. Die Großmeister aus Russland und der Ukraine sind einen Tag vor dem Turnier mit dem Flugzeug angereist.

Sie und auch die anderen zwölf Schachspieler sitzen voll konzentriert an den Brettern. Viele halten sich die Köpfe - um sie herum steht ein Pulk Beobachter, darunter Schiedsrichter Jörn Hödtke aus Schauenburg. Stühle scharren über den Boden, hin und wieder murmeln Stimmen. Alle bemühen sich um Stille, der Spannung zum Trotz.

Während Hödtke nach zwei Stunden sowohl auf der einen als auch anderen Seite ausgeglichene Spiele ausmacht, glaubt Resch leichte Vorteile für sein Team zu erkennen. „Wir liegen gut im Rennen“, blickt er freudestrahlend auf sein Handy, wo er jeden Schachzug mitverfolgen kann. Im Internet unter chess24.de wird die Zwischenrunde übertragen. „Ich glaube, wir gewinnen.“

Resch soll Recht behalten. Nach rund viereinhalb Stunden hat Bad Emstal/Wolfhagen die Partie überraschend klar mit 4:0 gewonnen und trifft tags darauf auf Regensburg, das sich mit 2,5:1,5 gegen Heilbronn durchsetzte. „Der Rest ist reine Formsache“, zeigt sich Resch sehr zuversichtlich und hebt den Daumen. „Eigentlich kann in dieser Partie nichts mehr schief gehen“, hat er die Leistungszahlen der einzelnen Spieler im Blick. Diese liegen bei den Gastgebern rund 300 Punkte höher als bei den Regensburgern. Zur Freude der „Emswölfe“ läuft auch am zweiten Turniertag im Gemeindezentrum er Katholischen Kirche alles nach Plan. Pavel Ponkratov, Yuri Kuzubov, Alexander Riazantsev und Vladimir Onischuk stellen ihre Gegner in den Schatten.

Bad Emstal/Wolfhagen feiert den Einzug ins Halbfinale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft, das Mitte Mai ausgetragen wird. Dann werden die Großmeister aus Russland und Ukraine wohl wieder das Flugzeug besteigen und über Frankfurt nach Wolfhagen reisen, um ihr Team in das Endspiel zu ziehen.

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