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Ein Wandervogel zieht weiter

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Von: Raphael Wieloch

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Künftig Trainer bei Borussia Mönchengladbach: Jonas Spengler verlässt die SG Hombressen/Udenhausen.
Künftig Trainer bei Borussia Mönchengladbach: Jonas Spengler verlässt die SG Hombressen/Udenhausen. © Joachim Hofmeister

Hombressen/Udenhausen – Nach nur fünf Monaten verlässt Jonas Spengler die SG Hombressen/Udenhausen. Ab der kommenden Saison ist der erst 27 Jahre alte Trainer für die erste Frauenfußballmannschaft von Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga verantwortlich. Für Spengler ist das neue Engagement ein Karriereschritt. Für die in die Gruppenliga abgestiegene Spielgemeinschaft der Beginn einer erneuten Trainersuche.

Wir kriegen Spengler während einer Autofahrt ans Telefon – über Freisprechanlage natürlich. Das ist inzwischen Tradition. Auch im Verlauf der vergangenen Spielzeit sprachen wir häufig mit ihm, wenn er unterwegs war. Wirft man einen Blick auf seine Vita als Coach, so wird interessanterweise deutlich, dass Spengler auch in Sachen Trainerstationen fleißig unterwegs ist. Ein Wandervogel eben. Borussia Mönchengladbach ist bereits seine fünfte Station – mit 27 Jahren wohlgemerkt.

2017 und im zarten Alter von nur 22 Jahren fing er als Spielertrainer bei der FSV Bergshausen an. Über den SV Kaufungen und eine Co-Trainertätigkeit bei den Frauen des SC Freiburg landete er im Februar dieses Jahres bei Verbandsligist Hombressen/Udenhausen. Und dort passierte ihm das, wovon er sowohl als Spieler als auch Trainer bis dahin verschont geblieben war: Er und seine Mannschaft stiegen ab. „Hier geht’s nicht um mich. Die Jungs und der Verein hätten mehr verdient gehabt. Es ist schade“, sagt Spengler.

In 15 Spielen unter seiner Leitung kassierte Hombressen/Udenhausen zwölf Niederlagen. Zählbares gab es nur bei zwei Unentschieden und einem Sieg. Allerdings hatte die Spielgemeinschaft auch mit einer beispiellosen Verletztenmisere zu kämpfen, die darin gipfelte, dass der inzwischen nach Johannesberg gewechselte Ersatztorwart Christoph Möller im Angriff eingesetzt wurde – teilweise sogar von Beginn an.

Trotz einer von Rückschlägen geprägten Saison habe Spengler in dieser Zeit „unfassbar viel gelernt“. In Erinnerung bleiben wird ihm der 4:1-Derbyerfolg über den FSV Dörnberg. Aber auch die Niederlage in Willingen, mit der der Abstieg praktisch feststand, wird ihm im Gedächtnis bleiben. „Da wurden wir von unseren Anhängern an der Kabine mit Sprechchören empfangen. Das hat mir imponiert“, so Spengler.

Wenn er an seine neue Aufgabe bei der traditionsreichen Borussia denkt, verspüre er pure Freude. Hätte sich für ihn nicht diese einmalige Chance ergeben, hätte er sich aber auch vorstellen können, bei Hombressen/Udenhausen weiterzumachen. Und das wäre auch im Sinne von Alexander Stoyhe, Sportlicher Leiter bei der Spielgemeinschaft, gewesen. „Zwischen uns hat sich schnell eine freundschaftliche Beziehung entwickelt. Fachlich gibt es nichts auszusetzen, wir hätten gern mit ihm weitergemacht“, erklärt Stoyhe, der nun auf der Suche nach einem neuen Trainer ist.

Alexander Stoyhe
Alexander Stoyhe © Joachim Hofmeister

Am vergangenen Freitag ist die Spielgemeinschaft in die Saisonvorbereitung gestartet. Und bis ein neuer Übungsleiter gefunden ist, übernimmt Angreifer und Co-Trainer Dominik Lohne das Training. „Das soll jetzt kein Schnellschuss werden. Das muss passen“, sagt Stoyhe hinsichtlich der Trainersuche.

Bei den „Fohlen“, wie die Borussia in Fußballerkreisen genannt wird, haben sie diese mit der Verpflichtung Spenglers abgeschlossen. „In erster Linie will ich konstanten und ballbesitzorientierten Fußball spielen lassen“, gibt der 27-Jährige, der nun hauptberuflich als Trainer arbeitet, Einblicke in seine Pläne. In Mönchengladbach wohnt Spengler übrigens in unmittelbarer Nähe zum Trainingsgelände. Gute Chancen also, dass der Wandervogel nicht mehr ganz so viel unterwegs ist. (Raphael Wieloch)

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