Verein handelt schnell und konsequent

Nach ausländerfeindlichen Äußerungen: SV Mariendorf veröffentlicht Video gegen Rassismus

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Klare Worte gegen Rassismus fand der SV Mariendorf nach dem Spiel gegen Schachten. Unser Bild, ein Screenshot des auf Facebook veröffentlichten Videos, zeigt Spieler und Verantwortliche des SV sowie Co-Trainer Johannes Kuchler (links).

Von Mitgliederzahl und Spielklasse her ist der SV Mariendorf ein kleiner Verein. Wenn es darum geht, Entschlossenheit und Toleranz zu zeigen, ist er aber ein ganz Großer.

Nachdem es beim Spiel gegen den FC Schachten zu ausländerfeindlichen Äußerungen gekommen war, zeigte der SV dem entsprechenden Vereinsmitglied die Rote Karte. Zudem ging er selbst in die Offensive und veröffentlichte auf Facebook und Instagram ein Video, in dem er sich von Ausländerfeindlichkeit distanziert.

Was war geschehen? Mariendorf als Tabellenführer empfing vergangenen Sonntag den Zweiten FC Schachten. Während des Spiels rief ein Zuschauer von Mariendorf immer wieder ausländerfeindliche  Sprüche. „Was er sagte, will ich nicht wiederholen“, sagt SV-Abteilungsleiter Nico Lotze. Er selbst, und auch die Spieler hätten es während der Begegnung gar nicht mitbekommen. Erst nach dem Spiel sahen sie es auf einem Video.

Verein war geschockt

Die Sprüche schockten die Mariendorfer. Einer ihrer Fans hatte gegnerische Spieler wegen deren Nationalität massiv beleidigt. Die Mariendorfer verfielen allerdings nicht in Schockstarre, sondern handelten. Mit einigen Spielern und Vorstandsmitgliedern habe man sich zusammengesetzt und beraten, was zu tun sei.

Man entschied sich für einen ungewöhnlichen Schritt. Man produzierte ein Video. Spieler und Vorstandsmitglieder stellten sich abends auf den Sportplatz, Co-Trainer Johannes Kuchler entschuldigte sich und verwies darauf, dass Rassismus beim SV Mariendorf nichts zu suchen habe.

SV Mariendorf bezieht Stellung

Für den SV war es selbstverständlich, so Lotze, „klipp und klar“ Stellung zu beziehen. Mit dem Video ist es dem 150-Mitglieder-Verein auch gelungen. Die bisherige Resonanz von anderen Vereinen war durchweg positiv, berichtet Lotze.

Doch der SV beließ es nicht beim Video: Mit dem betroffenen Zuschauer wurde ein Gespräch gesucht, er erhielt Platzverweis und gehört nicht mehr dem Verein an. Das Spitzenspiel selbst endete übrigens 0:2. Der SV ist damit vorerst die Tabellenführung los. 

Aber zumindest hat er durch die schnelle und konsequente Reaktion auf die ausländerfeindlichen Parolen viele Sympathien gewonnen.

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