Ärger um Videoaufnahme von Aufstiegsfeier

Udenhäuser Vereinsmitglied kritisiert Verhalten von TuSpo Grebenstein

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Nach dem Spiel in Thalau: Grebensteins Fußballer und ihre Anhänger feiern den Aufstieg in die Verbandsliga. Dabei passiert ein Ausrutscher. 

Thalau. Eine Videoaufnahme sorgt für Unmut: Malte Fehling, Mitglied im TSV Udenhausen, wirft dem TuSpo Grebenstein Diffamierung vor.

Was ist geschehen? Nach dem 2:0-Sieg beim TSV Thalau bejubeln Grebensteins Fußballer mit ihren Anhängern den Aufstieg in die Verbandsliga. Es geht hoch her auf dem Sportplatz im Wittiggrund. „Nie wieder Gruppenliga“, feiern sie, ehe einer zum Megaphon greift und ruft: „Scheiß Udenhausen.“

Das Ganze wiederholt er mehrfach und die Fangemeinde schreit mit. Die Szenen werden mit dem Handy aufgenommen und per WhatsApp weiter geleitet.

Auch Malte Fehling erhält die Nachricht. „Als ich das Aufgenommene sah, habe ich sofort schlechte Laune bekommen“, sagt er und schreibt eine Mail an die TuSpo-Vereinsführung. „Ich habe dem Verein zum Sieg gratuliert, aber auch meinen Unmut mitgeteilt.“

Malte Fehling fordert öffentliche Entschuldigung 

Grebenstein habe mit dem Aufstieg viele Sympathien geweckt, mit dem Schlachtruf aber die Brücke gleich wieder zum Einstürzen gebracht. „Das ging eindeutig zu weit“, erklärt Fehling. „Taten wie diese oder auch das Zünden von Bengalos gehören nicht in diese Spielklassen.“ Ein Einzelner habe durch seine Aussage einen ganzen Ort in einen schlechten Ruf gebracht. 

Fehling fordert in seinem Schreiben eine öffentliche Entschuldigung. Die Mail schickt Fehling auch an den Bürgermeister der Stadt Grebenstein, an den TSV Udenhausen und die SG Hombressen/Udenhausen.

Mike Carrier bestätigt den Eingang und erklärt: „Wir haben niemanden damit beauftragt, eine Stellungnahme einzufordern“, so der Vorsitzende des TSV Udenhausen und Angestellter  der  Stadt Grebenstein.

„Das, was der Grebensteiner getan hat, finde ich nicht okay.“ Das gute Verhältnis beider Vereine werde dadurch nicht beeinträchtigt. „Emotionen gehören zum Fußball wie der Fußball selbst.“ Ähnlich sieht es Driton Mazrekaj, Sportlicher Leiter des TuSpo Grebenstein. „Wir bedauern die Schmähgesänge. Der Sport, insbesondere der Fußball, bietet uns fast täglich emotional erfreuliche, in einigen wenigen Fällen allerdings auch ärgerliche Momente.“

Das sagt TuSpo Grebenstein zu der Videoaufnahme

In einer Pressemitteilung des zukünftigen Verbandsligisten heißt es unter anderem: „Die Gesänge sollten sich gegen niemanden persönlich aus Udenhausen und auch nicht gegen den Verein TSV Udenhausen richten. Vielmehr überwog bei Spielern und Anhängern die Freude darüber, nicht mehr in der Gruppenliga zu spielen.“

In dieser Welle der Begeisterung entlud sich die emotionale Spannung der letzten Wochen, sodass sie sich zu diesen Gesängen haben hinreißen lassen, schreibt der TuSpo. Und: „Wir stellen klar, dass dieses Verhalten dem Konkurrenzgedanken, der im Sport üblich und allgegenwertig ist, entstammt.“

Auf Vorstandsebene sei der Fall erörtert und aus der Welt geschafft worden. Beide Seiten seien verwundert, dass dieser von Außenstehenden mehr Aufmerksamkeit erhalte, als von den vermeintlich Betroffenen selbst.

Der TuSpo weiter: „Wir wünschen der SG Hombressen/Udenhausen für die kommende Serie weiterhin begeisterte Zuschauer und sportlichen Erfolg, auf dass wir uns bald zu spannenden und emotional mitreißenden Derbys, wünschenswerter in der Verbandsliga, wiedersehen.“

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