Akuter Personalmangel zwingt die SG Altenhasungen/Oelshausen/Istha in die A-Liga

Ein unaufhaltsamer Abstieg

Auch am vorletzten Spieltag bei Weidelsburg konnte die SG keinen Sieg landen. Niedergeschlagen saßen die Spieler in der Halbzeitpause am Boden. Auch die Ansprache von Coach Timo Tripp setzte keine Kräfte bei den Vereinigten mehr frei. Foto:  Michl

Altenhasungen/Oelshausen/Istha. Sie haben in der abgelaufenen Saison nicht einen Sieg gelandet. Sie haben insgesamt nur 19 Tore geschossen, dafür aber 104 Buden kassiert. Mit mageren fünf Pünktchen aus 28 Spielen stehen sie weit abgeschlagen am Ende der Schlusstabelle in der Kreisoberliga Hofgeismar/Wolfhagen. Die Rede ist von den Kickern der SG Altenhasungen/Oelshausen/Istha.

„Die Ausbeute aus dieser Spielzeit ist miserabel“, versucht Timo Tripp erst gar nicht, irgendetwas zu beschönigen. Der Interimscoach, der das Team im Winter übernommen hatte, konnte das Ruder nicht mehr herumreißen. Der Abstieg der Erpetaler war einfach unaufhaltsam.

„Dass wir in die A-Liga gehen würden, war schon im Dezember klar“, sagt Tripp. Schon damals sei beschlossen worden, dass die Spielgemeinschaft nur noch eine Mannschaft aufs Feld schicken sollte. Die Zweite wurde in der laufenden Spielzeit abgemeldet. Es stand kein ausreichendes Personal mehr zur Verfügung.

Im Erpetal fand über einen längeren Zeitraum – eher schleichend als akut – eine Entwicklung statt, die vor Jahren bereits viele mittlere und kleinere Vereine erfasst hatte: dramatische Personalnot. Die Abmeldung von Mannschaften war und ist die Folge. Das traf mit der SG Altenhasungen/Oelshausen/Istha nun erstmals auch eine namhafte Spielgemeinschaft im Wolfhager Land. Dabei kann die SG auf eine durchaus beeindruckende Tradition zurückblicken. Ihre Hochzeit hatten die Erpetaler in den 90er Jahren als sie eine starke Rolle in der damaligen Bezirksoberliga spielten und einmal sogar mit dem dritten Rang abschlossen. Damals war Timo Tripp noch als aktiver Spieler dabei.

„Wir hatten schon im vergangenen Jahr einen enormen Schwund an Spielern“, sagt Timo Tripp, der auch Vorsitzender des Fördervereins der SG ist. „Das war schon damals nicht zu kompensieren und wurde durch weitere Abgänge im Laufe der Serie noch verschärft.“

Keine Anstrengung mehr

Mannschaftsintern führt der Spielermangel dazu, dass sich „keiner mehr richtig anstrengen muss“, analysiert Tripp, „denn die, die noch dabei sind, wissen ja sowieso, dass sie am Sonntag spielen werden, da strengt sich keiner mehr besonders an“. Wo keine Konkurrenz ist, da fehlt der Leistungsanreiz und das Niveau verflacht immer mehr.

Zur Personalnot gesellte sich dann auch noch Pech. „Wir waren ein paar Mal nah dran an einem Sieg,“ sagt Tripp, „aber am Ende reichte es dann doch wieder nicht.“

Der Coach, der mit Beginn der neuen Saison, das Traineramt in andere Hände legen will, weiß, dass es in der Kreisliga A nicht eben viel leichter werden wird. Denn auch für nur eine Mannschaft brauche es einen Kader von mindestens 17 bis 18 Mann. Das sei allein schon für eine gute Trainingsarbeit unerlässlich. „15 Mann reichen da nicht aus.“ Aber eine zweite Mannschaft wieder aufzubauen, das sei mittelfristig erstmal nich realistisch. Denn man sei sich in der SG auch einig, dass man zunächst einmal nur mit eigenen Spielern arbeiten wolle. (geh)

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