Wenn die Lust zur Last wird

TSG Hofgeismar: Otto und Blumhagen äußern sich zu Amtsniederlegungen

Hofgeismar. Knapp drei Monate nach seinem Rücktritt als Vorsitzender der Hofgeismarer Fußballer hat Klaus Otto sein Schweigen gebrochen.

Gegenüber unserer Zeitung berichtet er detailliert, warum er der TSG den Rücken kehrte. „Mein Entschluss liegt weder im Verhalten der Spieler noch Trainer begründet, sondern vielmehr im Handeln anderer Vorstandsmitglieder", sagt der 56-Jährige im Beisein von Udo Blumhagen, der aus selbigem Grund seinen Posten als einer von zwei Stellvertretern acht Wochen später niederlegte.

Im März des vergangenen Jahres nach reiflicher Überlegung ins Amt gestartet, „wollten wir mit dem neu gewählten Vorstand etwas bewegen“, erklärt Otto. Das Ganze aber sei fehlgeschlagen, „weil Beschlüsse schnell wieder über den Haufen geworfen wurden oder etwas nach außen drang, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Und das von Anfang an.“

Maulwurf schnell entdeckt 

Das Versprechen der TSG-Vorstandsmitglieder als verschworene Einheit aufzutreten, sei schnell ad absurdum geführt worden. „Selbst wichtige Interna gelangten im Handumdrehen auf die Straße“, betont Otto. „Das gefiel uns überhaupt nicht“, fügt Blumhagen an, schließlich halte man Sitzungen nicht intern ab, um sie dann extern kund zu tun.

Wollte im Lager der Hofgeismarer Fußballer etwas bewegen: Klaus Otto.

Otto und Blumhagen fühlen sich „angelockt und abgezockt“ und führen das Beispiel von zwei erfahrenen Spielern aus höherklassigen Vereinen an, die im Sommer verpflichtet werden sollten. Dazu kam es jedoch nicht, weil die Meldung publik geworden war und Begehrlichkeiten unter einigen Spielern weckte. „Nichts blieb in den eigenen vier Wänden“, kritisiert Otto. Das habe die Arbeit enorm erschwert. „Absprachen weiterzugeben geht gar nicht“, bekräftigen die beiden und sprechen von einem Maulwurf.

Dieser war schnell identifiziert und wurde zur Rede gestellt. Vom Gedanken, den Übeltäter zur Aufgabe seines Postens zu bewegen, sei man schnell wieder abgekommen, „weil er über sehr viel Erfahrung im sportlichen Bereich verfügt und sich für sein Verhalten entschuldigte und Besserung gelobte.“

Doch das Spiel ging wieder von vorn los. „Man konnte gar nicht durchatmen, da stand schon das nächste Problem vor der Tür“, sagt Blumhagen.

Unzufrieden: Udo Blumhagen. Fotos:  Hofmeister

„Wir hatten wahrlich großes Interesse etwas auf die Beine zu stellen, doch die Lust wurde schnell zur Last“, sagt Otto.

Erste Überlegungen, den Vorsitz der TSG-Fußballer niederzulegen, hegte der Versicherungskaufmann wenige Tage vor dem Spiel bei Diemeltal 08. Das war Anfang November und ging verloren.

Beim Gegner angekommen, wurde er von einem Anhänger der heimischen Mannschaft auf seine Absichten angesprochen. Wieder war etwas entgegen aller Absprachen nach außen gedrungen.

„Dies war der letzte Sargnagel“, umschreibt Otto und nahm seinen Hut. „Das, was ich in acht Monaten als Abteilungsleiter erlebt habe, hat ein anderer Fußballboss in acht Jahren nicht mitgemacht“, resümiert Otto, der die wie Blumhagen sich weiter im Förderverein der TSG engagieren will.

Von Joachim Hofmeister

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