Schach in Wolfhagen

Emswölfe schaffen Aufstieg: Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen spielen nun in der 2. Bundesliga

Auf dem Foto sind zwei Männer zu sehen. Sie sitzen am Tisch, vor ihnen ein Schachbrett.
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Hoch konzentriert: Großmeister Vitaly Sivuk, hier im Pokalhalbfinale des vergangenen Jahres gegen Daniel Weber von den Schachfreunden Berlin. Sivuk ist Spitzenspieler der 1. Mannschaft der Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen.

Die Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen haben allen Grund zu feiern. Sie schafften den Aufstieg in die 2. Schach-Bundesliga.

Wolfhagen – Eine wahrhaft lange Spielsaison in der Oberliga Ost endete für die Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen mit einem glücklichen Ende. Die Spielzeit 2019-21, die wegen Corona im Frühjahr 2020 unterbrochen worden war, wurde mit den beiden letzten Runden fertig gespielt – und die Emswölfe machten als Tabellenführer die Meisterschaft und den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. „Die 2. Bundesliga ist nicht selbstverständlich für uns. Von daher ist es umso schöner, dass es geklappt hat“, sagt Jörg Wiegel von den Emswölfen.

In Marburg waren zwei Teams aus den unteren Tabellenregionen die letzten Gegner der Spielrunde, nämlich die SG BW Stadtilm und der SV Empor Erfurt. Dennoch wollten die Emswölfe nichts dem Zufall überlassen und brachten mit Großmeister Vitaly Sivuk sowie den Internationalen Meistern Artur Frolov, Danylo Shkuran und Viktor Skliarov vier ukrainische ELO-Schwergewichte an die Bretter. Ergänzt wurden sie durch die starken deutschen Schachfreunde Uwe Kersten (Internationaler Meister), Andrey Cherny, Uwe Hänisch und Marcus Ramlow.

Emswölfe aus Bad Emstal/Wolfhagen: Seit 2016 jede Saison eine Liga aufgestiegen

„Wir haben diese Konstellation seit 2016. Unser Manager im Hintergrund hat eine tolle Mannschaft zusammengestellt“, sagt Wiegel, der selbst zum Team gehört. Die Runde am Samstag war laut Wiegel eine klare Angelegenheit für die Nordhessen: sechs Siege und zwei Remis durch Frolov und Ramlow bedeuteten einen 7:1-Erfolg und einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft. Denn parallel standen sich die Verfolger aus Oberursel und Mörlenbach im direkten Duell gegenüber. Hier hatten die Odenwälder, die den Emswölfen die einzige Niederlage beibringen konnten, am Ende mit 4,5:3,5 die Nase vorn.

Das hieß: zwei Mannschafts- und sieben Brettpunkte Vorsprung für die Emswölfe vor dem letzten Spiel – die Meisterschaft theoretisch also greifbar nahe. Praktisch ließen die Emswölfe aber auch am Sonntag nichts anbrennen und brachten den Titel souverän nach Hause. Drei Unentschieden durch Sivuk, Frolov und Shkuran standen vier Erfolge durch Skliarov, Kersten, Hänisch und Ramlow gegenüber, lediglich Andrey Cherny musste eine „0“ quittieren.

Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen: Großmeister und Internationale Meister sind an Bord

„Am Anfang hieß es noch: ‘Wir können ja mal probieren aufzusteigen’. Und dann ging es erst so richtig los“, erinnert sich Wiegel von den Emswölfen. Seit 2016 haben die Schachfreunde einen Manager im Hintergrund, der die Fäden zieht – und viele Schachspieler aus der Ukraine, seiner Heimat, kennt. „Es ist ein Privileg für uns, mit solchen tollen Schachspielern aus aller Welt spielen zu dürfen“, sagt Wiegel. Die eigenen Spieler würden zu den Großmeistern und Internationalen Meistern aus der Ukraine adäquat passen, ergänzt Wiegel.

Somit ging es ab 2016 jedes Jahr eine Liga höher: Aus der Bezirksklasse, auf die Landesebene, bis hin zum Hessenmeister und der Oberliga. Nun ging es von dort sogar bis in die 2. Bundesliga. „Es ist ein Höhepunkt für uns, aber wir müssen auch zusehen, wie wir das alles finanziell stemmen“, weiß Wiegel. Nicht nur die erste Mannschaft der Emswölfe ist erfolgreich, die Zweite sowie die Dritte folgen. Das zweite Team ist in die Hessenliga aufgestiegen.

Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen: Ziel ist der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga

Wiegel ist gespannt, wie es mit dem Schach in Zukunft weitergehen wird: „Der Start der Saison steht noch nicht fest. Auch hier ist Corona natürlich ein Thema.“ Beim Schach gehöre die persönliche Begegnung dazu, man fasse die Figuren an, die der Gegenspieler bereits berührt hat. Dennoch sind die Emswölfe positiv gestimmt und halten sich mit Online-Schach bis zum Saisonstart fit. „Unser Ziel ist es, mitzuspielen und am Ende in der 2. Liga drin zu bleiben“, sagt Wiegel zuversichtlich. (Cora Zinn)

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