Sein Sportjahr 2021

Tischtennisspieler Yannik Rüddenklau: Hart gekämpft, Ziel leider verfehlt

Auf dem Foto ist ein Mann zu sehen.
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Immer fokussiert: Yannik Rüddenklau holte beim Para Spanish Open Turnier an der Costa Brava die Bronzemedaille.

Wir haben den Tischtennisspieler Yannik Rüddenklau aus Westuffeln getroffen. Er hat über sein Sportjahr 2021 gesprochen.

Westuffeln/Hofgeismar – Trotz Corona hat der 24-jährige Yannik Rüddenklau aus Westuffeln 2021 viel erleben dürfen. So reflektiert, wie der Tischtennisspieler ist, weiß er das auch sehr zu schätzen. Im Gespräch mit uns denkt Rüddenklau, der mit Beinprothese Tischtennis spielt, an die vergangenen Monate und Ereignisse zurück.

Erstes Vierteljahr: Die Monate Januar, Februar und März standen ganz unter dem Motto Vorbereitung. Und zwar auf das Turnier in Slowenien im Juni. „Ich habe in dieser Zeit sehr viel trainiert. Zwei Mal im Monat war ich dafür für drei bis vier Tage in Düsseldorf“, sagt Rüddenklau. Dort befindet sich das deutsche Tischtenniszentrum. Zudem nahm er an Traningslagern teil.

Zweites Vierteljahr: April und Mai hat sich der Wirtschaftswissenschaftsstudent weiterhin vorbereitet. „Das war bitter nötig, weil ich Oktober 2019 mein letztes Turnier hatte“, sagt er. Seit Coronabeginn hat er also 2020 an keinen Wettkämpfen mehr teilnehmen können. Im Juni war es dann so weit. „Man wusste nicht, wo man steht. Daher war ich sehr nervös, als ich in Slowenien ankam“, erinnert sich Rüddenklau. Dabei war das Turnier so wichtig, weil es die letzte Qualifikationsmöglichkeit für die Paralympics in Tokio war. „Man musste Erster werden“, sagt er. Er habe eine extrem hohe Anspannung verspürt, spielte in Teilen zu nervös – und schließlich wurde er nicht Erster. Rüddenklau schied im Viertelfinale aus. „Das war ärgerlich.“ Auch weil Tokio erst nur ein Traum war, dann wurde es zum Ziel – dass er am Ende nur knapp verpasste.

Yannik Rüddenklau schaute die Paralympics im TV

Drittes Vierteljahr: Im Juli hatte er kein größeres Turnier und konnte sich etwas erholen. Im August, am 24., starteten dann die Paralympics in Tokio – ohne Rüddenklau. „Ich hab sie aber wie verrückt im Fernsehen verfolgt“, erinnert er sich. Er hat Daumen gedrückt, für seine Freunde, mit denen er bereits in Düsseldorf trainiert hat. Die Paralympics gingen bis zum 5. September. Zwischendurch war der 24-Jährige noch bei einem weiteren Höhepunkt dabei: beim Supercup-Finale am 11. August in Dortmund. Da empfing Rüddenklaus Lieblingsverein, Borussia Dortmund, den FC Bayern München. Zum Finale wurden von der Deutschen Sporthilfe und der DFL-Stiftung Sportler eingeladen – darunter Rüddenklau. „Ich durfte die Meisterschale reintragen“, erinnert er sich mit strahlenden Augen. Die 1:3-Niederlage für seine Borussia war schnell vergessen.

Nach wie vor trainiert Rüddenklau, wenn es zeitlich passt, beim Hessenligisten TTC Hofgeismar mit. Dort ist er gemeldet und unterstützt das Team, wann er kann. Neben dem Studium und dem Training im Leistungszentrum in Düsseldorf ist das aber manchmal gar nicht so leicht zu händeln. Dennoch ist der gebürtige Westuffelner oft in der Halle an der Würfelturmstraße im Einsatz.

Yannik Rüddenklau schrieb seine Bachelorarbeit und trainierte so oft es ging in Hofgeismar

Letztes Vierteljahr: In den letzten Monaten des Jahres war noch mal einiges los bei Rüddenklau. Er schrieb seine Bachelorarbeit und nahm im Oktober und November an zwei Weltcup-Turnieren teil. Im Oktober wurde er in Spanien Dritter sowie mit dem deutschen Team Zweiter. Im November in Frankreich flog er im Viertelfinale raus, holte aber mit dem Team die Goldmedaille.

Seit Anfang Dezember ist Rüddenklau für ein viermonatiges Praktikum nach Berlin gegangen, das er im Rahmen seines Studiums absolvieren muss. Somit ist auch erst mal das Training in Hofgeismar, meist zwei- bis drei Mal pro Woche, nicht mehr möglich.

„Ich bin erst mal bis April bei Wettkämpfen raus. Das wird meinem Körper aber mal ganz guttun. Natürlich werde ich mich aber auch in Berlin fit halten und trainieren“, sagt Rüddenklau. (Cora Zinn)

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