Hermann Bork, ein Harleshäuser Handball-Urgestein, feiert heute 80. Geburtstag

Vor 30 000 Fans gespielt

Sprungwurf: Herman Bork (rechts) Mitte der 1960er am Baumhof in Aktion. Foto: HNA-Regiowiki

KASSEL. Es gibt Erinnerungen, die kann einem keiner nehmen. Für den Harleshäuser Hermann Bork, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, gehört das Endspiel um die deutsche Feldhandballmeisterschaft im Juli 1973 in Wetzlar auf jeden Fall dazu.

Und vor allem natürlich die Szene Sekunden vor Ende des Spiels. „Es stand 9:9 und Jockel Bock erzielte ein Tor zum 10:9 für uns“, erzählt Bork. „Das wäre der Titel gewesen. Der Schiedsrichter hatte aber ein Foul an Bock gesehen, gab das Tor nicht und entschied auf Freiwurf. Sonst hatte er immer Vorteil gelten lassen.“

Der Freiwurf brachte nichts mehr ein und es ging in die Verlängerung. In der hatte der TV Großwallstadt mehr „zweite Luft“ als der SV Harleshausen und gewann 13:10. Hermann Bork und Henner Nordheim waren damals mit knapp 36 Jahren die dienstältesten Spieler der Mannschaft.

Dann war da auch noch der 18. Oktober 1959. Da gab es im Auestadion vor 30 000 Zuschauern erst Fußball, dann Handball. Der KSV Hessen schlug in der II. Liga Süd den SV Waldhof 2:0. Der SV Harleshausen unterlag im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen den TuS Lintfort mit 12:13. „Trotz einer 11:10- und 12:11-Führung mussten wir uns noch geschlagen geben“, erinnert sich Hermann Bork.

Schlange zum Daspel

Und schnell reiht sich eine Anekdote an die andere. Bei einem Spiel gegen Offenbach auf der Hessenkampfbahn musste Bork durch ein Fenster in die Umkleide klettern, da der Eingang von Menschenmassen, die zum Spiel wollten, verstopft war. Oder wie sich lange Menschenschlangen durch Harleshausen Richtung Daspel bewegten, weil dort ein Spiel der „Sutter-Elf“ war. „Am Uhrtürmchen trafen die Besucher aus Kirchditmold und Rothenditmold aufeinander“, erzählt Bork. „Und dann ging es gemeinsam weiter.“

Hermann Bork ist ein Harleshäuser Urgestein, dort geboren, aufgewachsen, wohnt er heute noch immer dort. Seit 1948 ist er Mitglied beim SV Harleshausen, der heutigen SVH Kassel. Bork kam über die Schüler- und Jugendmannschaft zur Saison 1956/57 zur damaligen „Sutter-Elf“. Nach dem Wetzlarer Endspiel beendete er seine Karriere in der ersten Mannschaft, half noch in unteren Teams aus.

Heute haben Bork, der 30 Jahre bei der Kasseler Berufsfeuerwehr war, und seine Frau Erika eine Dauerkarte für die Spiele der SVH. Die eigenen sportlichen Aktivitäten beschränken sich gezwungenermaßen auf Spaziergänge und die Radtouren mit den SVH-Althandballern. „Mehr ist nicht mehr drin“, sagt Bork, der trotzdem zufrieden ist.

Feiern wird Hermann Bork seinen runden Geburtstag mit der Familie, zu der auch Sohn Thorsten, Tochter Heike und zwei Enkel zählen, und Freunden. Foto: Fritschler

Von Peter Fritschler

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