Veranstalter setzen auf heimische Asse und Kenianer

Kassel-Marathon wirft Schatten voraus: 8300 haben sich schon angemeldet

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Starkes Quartett für Kassel: Jens Nerkamp, der im Halbmarathon startet (von links), Organisator Winfried Aufenanger, EAM-Geschäftsführer Georg von Meibom und Maskottchen Winnie.

Kassel. Vom 29. September bis 1. Oktober steht Kassel zum elften Mal ganz im Zeichen des traditionellen Marathons. Was Sie über Strecke, Stars und das Drumherum wissen sollten.

„Wir sind in der heißen Phase angekommen.“ Mit diesem Worten hat Georg von Meibom, Geschäftsführer der EAM, am Mittwochvormittag die Pressekonferenz eröffnet. Das Energieunternehmen ist Hauptsponsor des Kassel-Marathons, der nun seine Schatten vorauswirft.

Teilnehmer und Strecke

10.000 Teilnehmer hatten 2016 gemeldet - ein. ähnliche Zahl haben die Veranstalter auch für 2017 im Blick. „Um die magische Grenze kämpfen wir in diesem Jahr noch“, erklärte Marathon-Chef Winfried Aufenanger. Am Mittwochvormittag lag die Zahl der Anmeldungen bei 8300. Am Abend war erster Meldeschluss. Die Erfahrung habe gelehrt, dass bis dahin immer noch ein großer Schwung eintrudele. Denn Nachmeldungen kosten nun zehn Euro mehr. „Für den Marathon haben bislang 500 Läufer gemeldet, für den Halbmarathon 2300, dazu 380 Staffeln mit insgesamt 1520 Läufern und 500 Walker.

Höhepunkt ist wieder der Mini-Marathon. 4000 Kinder werden samstags an den Start gehen. Weitere 500 erwarten wir beim Bambini-Lauf am Freitag.“ Zwei Vergleichswerte: Im vergangenen Jahr absolvierten 558 Läufer den Marathon und 4000 Kinder den Mini-Marathon. Rund um die Laufveranstaltung werden außerdem 1000 Helfer und 360 Streckenposten auf dem 42,195 Kilometer langen Rundkurs im Einsatz sein. Den Vorwurf, die Innenstadt sei nicht zugänglich, entkräftete Aufenanger: „Die Polizei wird mehrere Durchlassstellen einrichten.“

Prominente Starter

Der Kenianer Edwin Kosgei hat erneut gemeldet.

Im Marathon gehören Topläufer aus Afrika auch in diesem Jahr dazu: So hat beispielsweise Vorjahressieger Edwin Kosgei ebenso sein Kommen angekündigt wie der Sieger von 2013 und 2014, Hosea Kiplagat Tuei. „Sollte es einen Streckenrekord geben, nehmen wir den natürlich gern“, sagte Aufenanger. Die Kenianer werden direkt aus einem Höhentrainingslager an- und direkt nach dem Lauf wieder abreisen. „Sie sind nicht durch Wettkämpfe verbrannt“, erklärte Aufenanger, der allerdings bekannte, dass es immer schwerer werde, Visa für die Läufer zu bekommen. „Da reicht es auch nicht mehr, dass wir als Veranstalter Bürgschaften übernehmen.“

Startet im Halbmarathon: Melat Yisak Kejeta vom PSV Grün-Weiß Kassel gilt als Lokalmatadorin.

In den Fokus rückt in diesem Jahr der Halbmarathon. Mit Jens Nerkamp und Tom Ring schickt der PSV Grün-Weiß Kassel zwei promininte Läufer aus der Region ins Rennen. Bei den Frauen zählt unter anderen Melat Yisak Kejeta vom PSV zu den Favoritinnen.

Terminfrage und Rivalen

„Eigentlich hätte der Marathon schon am vergangenen Wochenende stattfinden sollen“, sagte Aufenanger - ein Jahr nach der zehnten Auflage. Problem: Es war das letzte Wochenende der documenta. Auch das kommende Wochenende schied frühzeitig aus: Am 24. September steht die Bundestagswahl an. Einen kleinen Seitenhieb konnte sich Aufenanger allerdings nicht verkneifen: „In Berlin findet der Marathon ebenfalls am Sonntag mit 40.000 Teilnehmern statt. Das wäre in Kassel im Kleinformat deshalb sicherlich auch möglich gewesen.“ Also rutschte die Veranstaltung auf den 1. Oktober. Indirekt ist der Marathon in der Hauptstadt auch aufgrund der zeitlichen Nähe ebenso eine Konkurrenz für Kassel wie die zeitgleich am 1. Oktober ausgetragenenen Marathons in Bremen und Köln.

„Außerdem besteht durch den Feiertag am 3. Oktober die Möglichkeit zu einem langen Wochenende, an dem manch potenzieller Teilnehmer einen Kurzurlaub einlegt und deshalb nicht starten wird“, erklärt Aufenanger.

Weitere Informationen rund um dem Marathon gibt es auf www.kassel-marathon.de.

Winfried Aufenanger über den elften Marathon

Der Marathon in Kassel wäre ohne ihn nicht vorstellbar: Organisationschef Winfried Aufenanger. Der 70-Jährige über ...

... die Frage der Motiviation: „Ich trage einen Bazillus in mir, der immer wieder von Motivation spricht. Wir haben 35 Cityläufe organisiert. Ich persönlich kann mich immer noch motivieren. Auch, weil ich im Umfeld stets viele nette Menschen habe, die mitziehen. Über die Jahre gab es auch immer weniger Bedenkenträger. Wenn Sie keinen Widerstand erwarten, fördert das auch die Motiviation.“

... die größte Herausforderung in diesem Jahr: Im Vorfeld die Gesamtsituation. Es gibt 20 Stützpunkte, die wir eröffnet haben. Vom Zeitlichen her sind die Herausforderungen kleinerer Art: Nach elf Jahren sieht das Team anders aus als 2007. Gravierend ist, wenn Korsettstangen wegfallen und wir neue Leute einarbeiten müssen. Das kostet viel Zeit.

... Vorfreude: „Am meisten freue ich mich, wenn ich am 1. Oktober abends um 18 Uhr sagen kann: Es ist alles super gelaufen. Und ich dann spüre, dass wir angekommen sind bei den Menschen. Das ist das Erfolgserlebnis, das wir brauchen. Es gibt nicht keine perfekte Veranstaltung. Aber das zeigt auch die Stärke unserer Veranstaltung: Wir handeln flexibel.“

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