Heimischen Handball-Teams werden Punkte abgezogen

Ärger über Punktabzüge wegen fehlender Schiedsrichter

Freiwillige vor: Viele Vereine im Hessischen Handball-Verband fehlen die Schiedsrichter. Während die Vereine das Strafmaß des Verbandes als überzogen ansehen, sieht der HHV die Vereine in der Pflicht. Foto: dpa

Kassel. Alle Jahre wieder im November kommen für die Vereine des Hessischen Handballverbandes die schlechten Nachrichten. Wegen fehlender Schiedsrichter werden den Teams Punktabzüge und Geldstrafen aufgebrummt.

Am schlimmsten erwischt es dabei in diesem Jahr die Oberliga-Handballerinnen von Eintracht Baunatal. Fünf Zähler werden den ihnen zum Saisonende abgezogen. Trotz der bereits vier Siege in der Saison würde das Team von Margret Schmidt derzeit auf einem Abstiegsrang stehen. „Fünf Punkte Abzug sind schon belastend“, sagt die Trainerin.

Kurios dabei ist, dass mit den Männern in der Zweiten Liga und den A-Junioren in der Bundesliga noch zwei Baunataler Mannschaften höherklassiger spielen. „Dort könnte es aber nur einen Punktabzug über den Deutschen Handball-Bund geben. So wird das im Hessischen Verband am höchsten spielende Team bestraft“, erklärt Günter Dörr, Geschäftsführer des Hessischen Handball-Verbands (HHV).

Doch nicht nur Baunatal ist vom Punktabzug betroffen. Auch die Oberliga-Teams der SVH (zwei Punkte), Gensungen (drei Punkte) sowie in der Landesliga die Männer des HSC Landwehrhagen und die Frauen des TSV Heiligenrode (je ein Punkt) müssen am Saisonende Federn lassen.

„Uns trifft das richtig hart“, meint SVH-Trainer Hazim Prezic. Die Harleshäuser haben bislang nur einen Zähler, würden also derzeit im Minus stehen. Unverständnis herrscht bei den Teams über die Regelung, denn für den aktuellen Spielbetrieb wird die Anzahl der Schiedsrichter aus der Vorsaison angerechnet. „Das ist lächerlich. Wir tun so viel, einen Spielbetrieb zu organisieren, und dann wirst du dafür auch bestraft“, ärgert sich Hazim Prezic.

Ein Problem für die Vereine ist vor allem die Ausbildung der Schiedsrichter. Für jede Erwachsenenmannschaft müssen zwei, ab der Dritten Liga sogar drei Schiedsrichter gemeldet werden. Für Jugendteams nur ein Unparteiischer. „Die Nachwuchsförderung ist kaum vorhanden. Woher soll man denn die ganzen Schiedsrichter nehmen, wenn es keiner machen will“, fragt Heiligenrodes Co-Trainerin Tanja Sterzing. Man müsse sich schon überlegen, ob man wirklich noch alle Mannschaften melden wolle.

Problematisch sei auch, dass sich gerade junge, unerfahrene Schiedsrichter vom Publikum häufig wüste Beschimpfungen anhören müssten. „Ich könnte mir nicht vorstellen zu pfeifen“, sagt Sterzing.

Beim HHV sieht man vor allem die Vereine in der Pflicht. „Es ist die Aufgabe der Vereine, die Schiedsrichter zu fördern. Das wurde in den vergangenen Jahren versäumt“, mahnt Günter Dörr.

Von Max Seidenfaden

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