Sie läuft und läuft und läuft

Ahnatalerin Heike Kabella hat mehr als 100 Marathons in vier Jahren absolviert

Mit diesen Schuhen hat sie schon mehr als 2000 Kilometer hinter sich gebracht. Heike Kabella ist leidenschaftliche Marathonläuferin. Sie hat innerhalb von vier Jahren an 101 Läufen teilgenommen.
+
Mit diesen Schuhen hat sie schon mehr als 2000 Kilometer hinter sich gebracht. Heike Kabella ist leidenschaftliche Marathonläuferin. Sie hat innerhalb von vier Jahren an 101 Läufen teilgenommen.

101 Marathons ist Heike Kabella in den vergangenen vier Jahren gelaufen. Und die Ahnatalerin hat sich schon neue Ziele gesteckt. Wir stellen sie vor.

Ahnatal – „Hoffentlich kann ich so lang stillhalten. Wissen Sie, wir Läufer haben ja nicht so gutes Sitzfleisch.“ Das ist das Erste, was aus Heike Kabella beim Pressetermin heraussprudelt. Als die leidenschaftliche Marathonläuferin von ihren mittlerweile 101 Läufen in vier Jahren erzählen soll, holt sie ein kleines Notizbuch heraus. „Darin stehen alle Daten, Orte und Zeiten“, sagt sie. „Aber wo fangen wir bloß an?“ Die 53-Jährige blättert ganz nach vorn und sagt: „Am besten mit meinem allerersten Lauf.“

Dieser fand am 31. Juli 2016 in Bad Pyrmont statt. Da habe sie sich zum Anfang eine anspruchsvolle Strecke ausgesucht, sagt sie. Es waren 36 Grad, die Sonne brannte auf der Haut und in Bad Pyrmont „hat man direkt verschiedene Höhenmeter mit dabei“. Für diese noch unbekannten und schwierigen Verhältnisse meisterte sie ihren ersten Lauf mit Bravour. Danach wollte sie weiterlaufen, denn Kondition habe sie schon immer gehabt.

Auch in ihrer Zeit als Fußballerin beim KSV Hessen Kassel. „Da war ich dafür bekannt, einige Meter zu machen.“ Mit der Frauenmannschaft spielte sie damals in der Landesliga.

Bevor es weiterging, musste sich Kabella entscheiden: Freunde fragten sie, ob sie schnell laufen oder lieber Rennen sammeln möchte. Ihre Entscheidung fiel schnell: So viele Marathons wie möglich laufen und viele Erinnerungen sammeln. So folgten Läufe im Pitztal, Berlin, Köln, Florida, Miami und Malta. „Auf Malta waren wir, als dort ein riesiges Unwetter wütete“, sagt Kabella. Sie erinnert sich noch genau an Februar 2019, als der Marathon zunächst abgesagt werden musste. Die Veranstaltung war für Sonntag geplant, er wurde dann am Montag nachgeholt.

Ihr bislang schönster Lauf war in Miami. Das sei ihr persönlicher Höhepunkt gewesen. Auch weil sie zum ersten Mal nach Amerika gereist ist.

Als die Frage nach dem Ernährungs- und Trainingsplan aufkommt, lacht sie. „Sowas habe ich nicht.“ Kaum zu glauben, wenn man wie sie so häufig die 42,195 Kilometer läuft. Die Läuferin berichtet, sie bewege sich einfach viel. Alle Wege erledige sie mit dem Fahrrad, still sitzen könne sie eh nicht. Ab und an läuft sie mittwochs mal zehn Kilometer. „Das mache ich aber nur so, wie ich Lust habe.“ Auf die Ernährung achte sie auch nicht zu intensiv, außer dass sie sich vegetarisch ernährt. „Ich schnucke auch mal was“, fügt sie hinzu. Die gelernte Bäckerin hat als Fußballerin beim KSV mächtig was einstecken müssen: Ihr rechtes Knie wurde nach mehrfachen Verletzungen fünfmal operiert. „Kreuzbandriss, Innenbandriss – alles dabei“, sagt sie. Dennoch sei das Laufen möglich – und mache sie glücklich. Ende 2015 habe sie die Fußballschuhe an den Nagel gehangen und durch Laufschuhe ersetzt.

Und jetzt? Die 200 vollmachen? „Ja, da bin ich ja schon dabei“, sagt Kabella mit einem Lächeln auf den Lippen. Deshalb hat sie sich wieder für viele Läufe online angemeldet. Insofern diese in den kommenden Wochen aufgrund von Corona stattfinden können. (Cora Zinn)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.