Helwig Schier aus der Volleyball-Abteilung des Tuspo Nieste

Auch um Mitternacht im Einsatz

Wie die 80 Mitglieder der Volleyball-Sparte des Tuspo Nieste, hofft der langjährige Vorsitzende Helwig Schier auf einen baldigen Wiederbeginn des Trainingsbetriebes in der Sporthalle Nieste.
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Wie die 80 Mitglieder der Volleyball-Sparte des Tuspo Nieste, hofft der langjährige Vorsitzende Helwig Schier auf einen baldigen Wiederbeginn des Trainingsbetriebes in der Sporthalle Nieste.

Es läuft auch ohne ihn. Aber eben nicht so gut. Wenn die Niester Volleyballer vor einer verschlossenen Hallentür stehen, weil die Schlüsselübergabe beim Training am Vortag vergessen wurde, kann meistens nur einer helfen: Helwig Schier.

„In Nieste war 1993 der Neubau der Sporthalle ein wichtiges Thema. Und bei mir zu Hause schaute mein Sohn Florian gern eine japanische Zeichentrickserie“, erinnert sich Schier. „Mila“ sei der Titel der Serie gewesen, die damals im Fernsehen gelaufen sei. Erzählt wurde die Geschichte der zwölfjährigen Mila, die unbedingt die beste Volleyballspielerin der Welt werden wollte.

„Als mein Sohn dann anfing, mit zwei Mädchen und einem Fußball Volleyball zu spielen, war für mich die Entscheidung klar“, erinnert sich Schier an die damalige Zeit. Die Verbindung zum Tuspo Nieste wurde aufgenommen, und die Sparte Volleyball 1994 gegründet.

Im örtlichen Gemeindeblättchen wurden Kinder und Jugendliche gesucht. Und Helwig Schier, der selbst nur kurz Anfang der 90er-Jahre Volleyball gespielt hatte, war plötzlich Kinder- und Jugendtrainer von 16 Nachwuchsspielern.

„Die ersten zwei Jahre stand das Spielen im Vordergrund, aber bald entstand der Wunsch, auch am Wettkampfbetrieb teilzunehmen“, erinnert sich Schier an die Anfangszeit. 1996 wurde eine Herren-Mannschaft gegründet und 1998 eine Damenmannschaft. Zu den Hochzeiten der Volleyballsparte, die heute noch 80 Mitglieder hat, waren es 100 Spieler und Spielerinnen in zwei Herren- und vier Damen-Teams.

Und nicht nur das. Schier organisierte über viele Jahre Kinder- und Jugendfreizeiten nach Borkum oder Obersuhl. Und die Mitternachtsturniere mit Gästen aus Österreich von acht Uhr abends bis sechs Uhr morgens sind einigen der örtlichen Volleyballer noch gut in Erinnerung.

Für Helwig Schier und seine Frau Heike verlief das Leben derweil nicht immer nur nach Wunsch. So starb vor vier Jahren Sohn Tobias an Leukämie – ein Schicksalsschlag, von dem sich der Volleyball-Autodidakt erst jetzt langsam erholt.

Und immer wieder hilft Schier dabei der Volleyball, für den er sich nicht nur bei Mitternachtsturnieren die Nächte um die Ohren schlägt. Aktuell liegt dem Ruheständler, der seine Trainer-Ämter abgegeben hat, eine Ball-AG in Kooperation mit der Niester Grundschule am Herzen, um Kinder für Sport zu begeistern.

„Die Entwicklung stimmt nachdenklich“, sagt Schier und meint nicht nur die Corona-Monate und das fehlende Training in der Niester Halle. Und dennoch will er am Ball bleiben: „Volleyball ist technisch anspruchsvoll, und man muss sich sehr konzentrieren. Das ist heute für viele Kinder nichts mehr“, sagt Schier. Seinem Sport will Helwig Schier trotzdem verbunden bleiben: „Der Niester Volleyball bleibt mein Kind.“ (Martin Scholz)

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