Noel Jajcaj vom KSV Baunatal kämpft um eine Chance im Profi-Fußball

Auf den Spuren des Großvaters

Noel Jajcaj vom KSV Baunatal hat seine Verletzungen überstanden und hofft auf eine Karriere als Profi-Fußballer.
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Noel Jajcaj vom KSV Baunatal hofft auf eine Laufbahn als Fußball-Profi.

Wolfhagen/Baunatal – Seine Mutter will ihm die Chancefür den Profi-Sport geben, die ihr verwehrt geblieben ist. Noel Jajcaj – U17-Hessenliga-Fußballer beim KSV Baunatal – hat schon in jungen Jahren viel erlebt. Sein früherer Trainer Tom Samson nennt Namen wie Andre Pirlo und Casemiro, um die Spielweise des 15-Jährigen zu beschreiben.

„Wir hatten nicht so viel Geld und nicht so viel Spielzeug. Noel wollte aber sowieso immer nur einen Ball haben“, erzählt Mutter Jana Hudakova. Jozef Jajcaj, der Opa von Noel, war nach 1949 viermal tschechoslowakischer Meister mit K Slovan Bratislava. Auch sein Vater Lubor Jajcaj, der 2007 (als der Junge zwei Jahre war) an Krebs starb, kickte einst beim slowakischen Rekordmeister.

Überhaupt kommt Noel Jajcaj aus einer sportbegeisterten Familie. Seine Oma spielte früher Handball, seine Mutter als Flügelspielerin Basketball bei Slovan, ehe sie die Flügelspieler-Karriere mit 18 Jahren beendete, weil es fortan zum Geldverdienen (mit mitunter zwei oder drei Jobs gleichzeitig) für sie keine Alternative gab. 2017 zog Noel Jajcaj schließlich von Bratislava zu seiner Mutter, die in Wolfhagen ein Jahr zuvor Arbeit gefunden hatte. „Wir sind auch nach Deutschland gekommen, um Noel Profi-Fußball zu ermöglichen“, sagt die alleinerziehende 39-Jährige. Mit seinen schon 1,83 Metern und 75 Kilogramm bescheinigt ihm Tom Samson dafür „gute körperliche Voraussetzungen“.

„Noel hat einen guten Abschluss und ist torgefährlich. Er ist ein wuchtiger Sechser mit einer engen Ballführung, der nur schwer vom Ball zu trennen ist“, sagt sein früherer U15-Trainer, der jetzt als Chef-Videoanalyst beim FC Carl Zeiss Jena tätig ist. „Er ist sehr zuverlässig und ehrgeizig und kann auf der Sechs, der Acht oder der Zehn spielen, zur Not aber auch als Innenverteidiger.“

Wobei sich Noel Jajcaj selbst als Sechser sieht: „Ich mag es, die Bälle zu verteilen.“ Im Oktober 2018 zog sich der Rechtsfuß in seinem Freundschaftsspiel für den KSV Hessen Kassel gegen Korbach allerdings links einen Kreuzbandriss zu. Nach der Operation und der Reha verspürt der 15-Jährige nun keinerlei Beeinträchtigungen mehr am Knie, zog sich mit einem Unterarmbruch allerdings zu Beginn dieser Saison wieder eine schwere Verletzung zu.

Die nächste bittere Pille kam für den Realschüler dann, als er wieder fit war und bereits wieder zu drei Einsätzen gekommen war – der erneute Corona-Lockdown. „Diese Zwangspause ist natürlich der Entwicklung eines jungen Spielers nicht förderlich“, weiß Mikaeil Shini. Der U17-Trainer des KSV Baunatal ist aber von den Qualitäten seines Spielers überzeugt.

„Die Chance ist da. Er hat das Talent. Er kann es schaffen.“ Vielleicht klappt es ja mit Traum von Noel Jajcaj – einmal wie sein Vater und Opa in der ersten Mannschaft von K Slovan Bratislav zu spielen. „Das wäre nice – ein kleiner Traum“, sagt der 15-Jährige. Seine Mutter hat dafür einen Tipp: „Wir müssen einfach weiterhin Geduld haben.“ (Sebastian A. Reichert)

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