Winfried Aufenanger bleibt optimistisch für den Kasseler Marathon

„Aufgeben ist jetzt kein Thema“

Marathon-Chef Winfried Aufenanger zusammen mit Melat Kejeta nach deren Rückkehr von den Olympischen Spielen im August.
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Marathon-Chef Winfried Aufenanger zusammen mit Melat Kejeta nach deren Rückkehr von den Olympischen Spielen im August.

Erneut muss der EAM Kassel Marathon in einer virtuellen Form über die Bühne gehen. Das große Fest auf Kassels Straßen entfällt nach 2020 auch am kommenden Wochenende. Nicht aus der Ruhe bringen lassen will sich allerdings Organisationschef Winfried Aufenanger, der zusammen mit seinem Team einen virtuellen Cup anbietet. Zum Höhepunkt an diesem Wochenende kann man sich noch anmelden.

Und man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass 2022 wieder alles anders sein könnte. Wir sprachen mit Winfried Aufenanger.

Der Kasseler Marathon wird erneut vom Coronavirus ausgebremst. Wie fühlt sich das an?

Es könnte besser sein, aber die Entwicklung war uns bereits im letzten Jahr klar. Wir wollten immer die Gesundheit aller Läufer und Läuferinnen im Auge behalten. Das wäre bei der aktuellen Infektionslage nicht möglich gewesen. Dabei ist uns klar, dass diese indivuduelle und virtuelle Form nicht unbedingt dem Geschmack eines jeden Läufers entspricht.

Trotzdem haben im vergangenen Jahr rund 3000 Menschen beim virtuellen Marathon mitgemacht. Wie ist die aktuelle Lage?

Diese Zahl wollen wir wieder erreichen. Im Moment steigen die Zahlen noch einmal, aber man kann sich bis Sonntag auf unserer Homepage anmelden. Auch aus organisatorischen Gründen würden wir allerdings frühere Anmeldungen begrüßen. Wir haben von Mini-Marathon bis Marathon alle Strecken im Angebot. Urkunde und Medaille bekommen alle Teilnehmer, und wir verlosen wieder viele Preise.

Blicken wir doch mal nach vorn. Ende des Jahres endet die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Titelsponsor EAM. Wie geht es weiter?

Wir haben keinen neuen Titelsponsor, aber wir wollen den Kasseler Marathon am Leben erhalten und sogar weiter ausbauen. Aufgeben ist kein Thema.

Also sollen 2022 wieder Startschüsse an der Damaschkestraße fallen?

Geplant ist das. Wir sind ja auf die dortige Infrastruktur angewiesen. Damit meine ich nicht nur das Auestadion, wo der Zieleinlauf stattfindet, sondern vor allem die Auesporthalle, die gegenwärtig noch als Impfzentrum genutzt wird.

Neue Unterstützer sind aber schon notwendig, oder?

Wir wollen uns breiter aufstellen und führen derzeit Gespräche. Zusätzliche Sponsoren sind aber willkommen.

Sie haben den Marathon im Kasseler Stadtkalender verankert. Der Mini-Marathon hatte teilweise über 5000 Teilnehmer. Stimmen Sie die aktuellen Unwägbarkeiten traurig?

Teilweise. Natürlich hätten wir gern auch den Mini-Marathon weiterentwickelt. Deshalb haben wir ja auch beim virtuellen Cup eine Mini-Marathon-Wertung eingebaut.

Dabei geht es aber nicht allein um den sportlichen Wettkampf, oder?

Genau. Die soziale Komponente liegt mir am Herzen. Armut und Benachteiligung sind in Deutschland wichtige Themen. Jugend muss bewegt werden – im tatsächlichen und im übertragenen Sinn. Wir stehen dafür in den Startlöchern, und wir wollen 2022 wieder zuschlagen.

Und Sie selbst? Wollen Sie 2022 weiter an der Spitze des Kasseler Marathons stehen?

Wenn meine Gesundheit es zulässt, bin ich wieder voll dabei. Aber auch das Team will ich weiterentwickeln. Dazu zählt auch mein Sohn, der als Geschäftsführer eingestiegen ist.
(Martin Scholz)

Infos und Anmeldungen unter kassel-marathon.de

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