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Barfuß auf dem Wasser zur Meisterschaft

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Barfuss auf dem Wasser unterwegs: Die 18-jährige Wasserski-Läuferin Maja Mogge  ist  Deutsche Meisterin
Auf dem Wasser zuhause: Die 18-jährige Maja Mogge gewann im Barfuß-Wasserski dieses Jahr Gold bei der Deutschen Meisterschaft und der EM im französischen Chartre. © Dieter Schachtschneider

Barfuß auf dem Wasser - geht das? Ja, es geht. Barfuß-Wasserskiläuferin Maja Mogge ist sogar Deutsche Meisterin

Wasserski ohne Skier? Das funktioniert? Maja Mogge erntet oft ungläubige Blicke, wenn sie von ihrem Hobby erzählt. Die 18-Jährige fährt seit zwei Jahren Barfuß-Wasserski und nimmt an Wettkämpfen in den drei Disziplinen Slalom, Tricks und Sprung teil. Und das schon jetzt überaus erfolgreich: In diesem Jahr gewann sie sowohl die Deutsche Meisterschaft als auch den Teamwettbewerb der Europameisterschaft.

Seit Anfang 2020 ist die unbekannte Sportart fester Bestandteil von Mogges Alltag. Über Sichtungscamps ist sie beim BSC Treis-Karden gelandet, wo sie einmal im Monat trainiert. Die dort neu erlernten Tricks und Techniken übt sie dann zuhause auf der Fulda bei Bergshausen, bis sie richtig sitzen.

Auch in der Damenmannschaft des Bundeskaders ist sie angekommen. Dort herrscht mehr Konkurrenz als im Juniorenteam. „Es fordert mich anders heraus“, sagt Mogge. „Ich überlege mir, welche Tricks ich lernen kann, die die meisten Punkte bringen, um mich gegen die anderen durchzusetzen.“

Dass diese Taktik funktioniert, zeigt Mogges diesjährige Medaillensammlung. Bei der Deutschen Meisterschaft Mitte August entschied sie zwei von drei Disziplinen für sich und gewann auch in der Gesamtwertung – für sie nicht unbedingt erwartbar. „Am Anfang der Saison hatte ich eine kleine Tiefphase“, erzählt Mogge. „Manche Tricks haben einfach nicht mehr geklappt.“

Man hat extremen Respekt

Allgemein verlangt Barfuß-Wasserski seinen Betreibern einiges ab. „Gerade am Jahresanfang, wenn man eine Weile nicht trainiert hat, hat man extremen Respekt davor“, sagt Mogge. „Nach einem Sturz fährt man schon mal zwei bis drei Wochen nicht. Manchmal denkt man aber nicht darüber nach, was man da tut. Man muss dem Wasser vertrauen können.“

Nicht nur mit dem Element ist Mogge auf einer Wellenlänge. Auch der Teamgedanke im Bundeskader stimmt. „Bei uns merkt man den Konkurrenzkampf nicht“, meint Mogge mit einer Spur Stolz in der Stimme. „Wir kämpfen bei den Wettbewerben zwar auch gegeneinander, aber unterstützen uns trotzdem gegenseitig.“ Ein Beispiel: Bevor Mogge bei der Meisterschaft in ihren entscheidenden Lauf startete, bekam sie von ihrer eigenen Gegnerin ein paar Tipps zugerufen.

Wie wichtig Mogge dieser Teamgeist ist, zeigt ihr selbsternanntes größtes Ziel: Einmal gemeinsam mit der Mannschaft einen internationalen Titel gewinnen. Im Juli erfüllte sie sich diesen Traum bei ihrer ersten Europameisterschaft außerhalb des Jugendbereichs. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Konkurrenz sicherte sich das deutsche Team dort den EM-Titel. „Dabei zu sein und gleich eine Medaille zu gewinnen, war ein atemberaubendes Gefühl“, erinnert sich Mogge.

Nächster Höhepunkt Weltmeisterschaft

Der nächste Höhepunkt ist die WM 2023 in Australien. Trotz erreichter Qualifikation hat Mogge noch nicht entschieden, ob sie mitfahren wird. Zu diesem Zeitpunkt steht sie kurz vor ihrem Abitur. Die Schülerin sieht das gelassen. „Ich bekomme auch bei späteren Weltmeisterschaften noch die Chance, teilzunehmen“, sagt sie.
Von Lucca Günther

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