Fußball-Gruppenliga 2

BC Sport steht nach heftigen Niederlagen mit dem Rücken zur Wand

Zwei Spieler sitzen in der Kabine, ziehen sich die Stutzen hoch und haben Masken auf
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Unter erschwerten Bedingungen: Robin Moussa und Michel Frezghi (von links) bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Nicht nur das Hygienekonzept muss umgesetzt werden, auch die sportliche Lage bereitet große Sorgen.

Nach elf Spieltagen steht der BC Sport Kassel in der Fußball-Gruppenliga 2 mit einem errungenen Punkt und 4:60 Toren hoffnungslos auf dem letzten Tabellenplatz – ohne Aussicht auf Besserung.

Kassel - Doch die Situation ist nicht neu beim Traditionsklub vom Kreisel. Bereits vor fünf Jahren kam es zu Beginn der Spielzeit zu einer ähnlich dramatischen Situation. Wir beleuchten die Geschehnisse um den Verein.

Die Vergangenheit

Im Frühjahr 2015 spielte der BC Sport Kassel noch in der Verbandsliga. Dann nahm Sponsor Gerhard Klapp seinen Hut und stellte damit auch die finanziellen Zuwendungen ein. Die Folge: Das Team um Trainer Wolfgang Zientek stieg sportlich ab, und die Akteure verließen scharenweise den Klub. Folgerichtig entschieden die Verantwortlichen damals, statt in der Gruppenliga zu spielen sogar freiwillig bis in die Kreisoberliga zurückzugehen. Doch es änderte nichts, dass am Saisonbeginn eine Mannschaft auf dem Platz stand, die den Anforderungen der Klasse nicht gewachsen war.

Der Start in die Spielzeit 2015/16 ging nach heftigen Pleiten (0:7 gegen Aufsteiger Süsterfeld, 0:9 gegen Fortuna Kassel und 0:13 gegen Kaufungen) mächtig in die Hose. Schließlich gelang es, den Sponsor nach langen Verhandlungen wieder zurückzuholen – und mit ihm neue Spieler. Es ging wieder bergauf und in der Saison 2018/19 gelang über die Relegation auch wieder der Aufstieg in die Gruppenliga. Eine Momentaufnahme.

Die Gegenwart

Geschichte wiederholt sich. Am Ende der Spielzeit 2019/20 verabschiedete sich Sponsor Gerhard Klapp erneut vom BC Sport. Die Folge: Wieder ging ein ganzes Team – und mit ihm Trainer Leon Palushaj. Der wurde durch den Coach der zweiten Mannschaft, Timo Euler, ersetzt, der mit großem Enthusiasmus ein neues Team zusammenstellte. Erfahrene Fußballer waren unter den Neuen jedoch nicht zu finden. Dennoch war der Coach vom Team überzeugt und sagte zu Saisonbeginn: „Es wird sicher zunächst holprig, doch wir werden noch positive Zeichen setzen.“

Abgesehen von einem 2:2-Unentschieden gegen den Tuspo Grebenstein war bisher nichts Positives festzustellen, und der Trainer ist nach einem Eklat Ende September zurückgetreten. Für ihn hat Björn Linge übernommen, einer der ohnehin nicht vom Klub wegzudenken wäre. Nach zuletzt bitteren Pleiten (0:6 gegen Wolfsanger und 0:13 gegen Wolfhagen) scheint es nun auch nicht mehr sonderlich gut um die Moral des Teams bestellt zu sein.

Die Zukunft

Die Situation spitzt sich zunehmend zu und es stellt sich die Frage: Wie soll die Mannschaft für die Partie gegen den in überragender Form befindlichen FSV Bergshausen motiviert werden? Der immer noch optimistische Björn Linge glaubt an das Gute, als er sagt: „Ich stehe das durch, schließlich hängt mein Herz an diesem Verein. Ich habe uns noch nicht aufgegeben.“ Starke Nerven muss er haben. Dass sie nicht aufgeben wollen, bekräftigte der 1. Vorsitzende Jörg Springer nach dem 0:6 gegen Wolfsanger, als er feststellte: „Wir haben bewusst den Weg gewählt, in der Gruppenliga zu spielen. Die jungen Spieler sollen in dieser, wenn auch schweren Saison, ihre Erfahrungen sammeln.“ (Von Horst Schmidt)

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