Vor Ort beim Lacrosse-Nationalteam: „Eishockey mit Ball und Rasen“

Umkämpfter Ball: Beim Lacrosse spielt der Körpereinsatz eine wichtige Rolle. Von links: Marc Brandenburger (KKHT Köln), Torwart Philipp Maas (verdeckt), Mattias Lehna und Benedikt Fohrmann (alle drei HLC RW München). Fotos: Koch

Kassel. Am vergangenen Wochenende hielt die Herren-Nationalmannschaft im Lacrosse ein Trainingslager in Kassel ab.

Wenige Augenblicke am Sportzentrum Giesewiesen haben gereicht, um ein Gefühl zu bekommen, was Lacrosse ausmacht: Tempo, Härte und absoluter Körpereinsatz waren die Attribute, die sowohl Kennern wie auch Neulingen sofort durch den Kopf schossen.

Lacrosse, das kennen die Meisten nur aus Hollywood-Filmen, wie auch Andreas Rossband, Präsident des Deutschen Lacrosse-Verbandes (DLaxV), weiß. Rossband gehört zu den „Lax“-Pionieren in Deutschland. Er gründete selbst zwei Vereine und baute das Schiedsrichterwesen auf. „Der Enthusiasmus in Lacrosse-Deutschland ist groß,“ weiß er. Klubs und Nationalmannschaft profitieren zurzeit von großen Synergien. „Das Niveau in der Spitze ist enorm gestiegen, im Vergleich zu vor fünf Jahren“, berichtet Rossband.

Das Leistungsniveau kann Klemens von Kiedrowski zwar nicht beurteilen, doch ist er positiv überrascht von der Vielfältigkeit des Trainings. Er ist ein interessierter Zuschauer, nie zuvor hat er Lacrosse live erlebt. „Ich bin etwas überrascht von der Härte“, gibt er zu. „Es erinnert an Eishockey, nur eben mit einem Ball und auf Rasen.“

„Nirgends sind die Bedingungen für uns besser als in Kassel.“

Die Härte der Tacklings fordert auch im Training ihre Opfer, mehrere Spieler tragen mittelschwere Blessuren davon. Nach drei Stunden intensivem Training sagt Teammanager Jochen Ruhl: „Wenn die Beine müde werden, muss man die Motivation besonders hoch halten.“ Und das tun die Lacrosser. Trotz aller Konkurrenz, die um einen der begehrten Plätze im finalen 23er-Kader herrscht, wird jeder von jedem unterstützt und lautstark angefeuert.

Kassel sei als Stützpunkt der Nationalmannschaft ideal geeignet, sagt Verbands-Präsident Rossband: „Nirgends sind die Bedingungen besser.“ Hotel, Fitnessraum (UNIfit) und Trainingsplatz befinden sich in Laufweite, lobt er. Marvin Mewes vom örtlichen Lacrosse-Klub, dem HC Kassel Raccoons, freut sich, die Nationalmannschaft mit lokaler Expertise und Kontakten unterstützen zu können. „Diese Einblicke in professionelles Training sind ein großer Mehrwert für uns. Übungen, Motivation, effektive Organisation. Wir können in allen Bereichen dazulernen“, erklärt Mewes, während er das Trainingsgeschehen nicht aus den Augen verliert.

Auch der US-amerikanische Cheftrainer, Matthew Bagley, ist zufrieden mit dem ersten Trainingslager des erweiterten 40er-Kaders. „Wir müssen noch an unserer Schnelligkeit im Kopf und in den Beinen arbeiten“, meint er. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich am 4. und 5. Juli, wenn die Nationalmannschaft ihr zweites Trainingslager veranstaltet – wieder in Kassel.

 Von Gregory Dauber

• Lacrosse in Kassel: Die Damen und Herren des örtlichen Lacrosse-Teams, der Kassel Raccoons („Waschbären“), trainieren dienstags ab 19.30 Uhr und donnerstags ab 20 Uhr auf den Giesewiesen. Weitere Infos per E-Mail gibt es hier: lacrosse@hckassel.de

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