Die Schlittenbezirksmeisterschaften und damit eine Riesengaudi stehen an – ein Streckentest

Beim Landen tut der Popo weh

Bäuchlings ins Ziel: Benjamin Schröder vom Ski-Club Helsa ist gut in Schuss. Fotos: Zgoll

Helsa. Wenn morgen im Helsaer Ortsteil Wickenrode die offiziellen Schlittenbezirksmeisterschaften für jedermann ausgetragen werden, geht es um einen sportlichen Wettkampf und um Pokale. Vor allem aber ist die Veranstaltung eines: eine Riesengaudi. Trotzdem ist natürlich auch dafür Vorbereitung alles. Wir sind mit Benjamin Schröder (38) und seiner achtjährigen Tochter Lisa-Marie mal Schlitten gefahren. Sie geben wertvolle Tipps für morgen – aber auch für das Schlittenfahren allgemein. DIE STRECKE

Gestartet wird an der Skihütte Franzensbaude vom Schröder-Hügel. Der Schröder-Hügel heißt so, weil sich Benjamin Schröders Vater Manfred einst dafür einsetzte, dass der sich auftürmende Schutt nicht abgetragen wird. So geht es gleich rasant bergab.

Die Tücken: Nach wenigen Metern kommt eine Kuppe. „Da muss man versuchen, nach dem Sprung die Linie zu halten“, sagt Schröder. Wenig später heißt es, eine eng gezogene Kurve gut zu meistern, um günstig auf den Zielhang zu gelangen. Dort ist noch eine Bodenwelle zu beachten. „Hier sind schon manche Schlitten zerschellt“, sagt Schröder, dessen Tochter es so ausdrückt: „Da hebt man mit dem Schlitten ab, und wenn man wieder landet, tut der Popo weh.“

Nach der Hürde heißt es aber nur noch: Schussfahrt ins Ziel. „Das macht am meisten Spaß“, sagt Lisa-Marie.

Die Technik: Die Mutigen legen sich mit dem Bauch auf den Schlitten und lenken mit den Füßen. Die Kinder, die eine verkürzte Strecke und nur den Zielhang bewältigen müssen, fahren in der Regel aufrecht. Dazu eignet sich am besten ein Schlitten mit Rundbogen vorn. So oder so: „Es wirkt die Hangabtriebskraft“, sagt Benjamin Schröder. Heißt: Runter kommen sie alle. Irgendwie. DAS MATERIAL

Gestattet sind nur handelsübliche Holzschlitten, die es ab 30 Euro zu kaufen gibt und die aber präpariert sein dürfen.

Die Tricks: „Es ist am besten, man bearbeitet die Kufen mit der Flex und einer Polierscheibe. Das macht sie geschmeidig“, sagt Benjamin Schröder. Der Geheimtipp lautet aber: Kerzenwachs auf die Kufen zu träufeln. „Und man sollte auf alle Fälle kontrollieren, dass alle Schraubenverbindungen am Schlitten in Ordnung sind, sonst hat man am Ende nur noch einen Haufen Holz.“

DIE AUSRÜSTUNG

Es besteht Helmpflicht. Ansonsten ist windschnittige Kleidung von Vorteil. Aus Vaake kamen auch schon mal Schlittenfahrer mit Rennanzügen zu den Meisterschaften. „Ganz gut wären auch Rückenprotektoren“, sagt Benjamin Schröder. „Und: Man muss darauf achten, dass alle Schotten dicht sind an der Kleidung.“ Ballast darf nicht auf den Schlitten geladen werden. „Es zählt das angeeignete Gewicht der Natur.“

Schröder gehört zu den Organisatoren der Meisterschaften, die zum zehnten Mal stattfinden. Er rechnet mit mehr als 60 Teilnehmern. Jeder ist willkommen. „Unser ältester Sieger war 72.“ Also: Auf nach Wickenrode zur Wintersportgaudi. Die Verhältnisse sind optimal.

• Schlittenmeisterschaften in Wickenrode am Freitag, Anmeldung ab 15 Uhr im Bereich der Franzensbaude, Start 15.31 Uhr. Startgebühr: 5 Euro.

Von Florian Hagemann

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