Was war denn da los?

20:0-Sieg im Fußball-Kreispokal – FSV Bergshausen gegen Hajduk Kassel im Torrausch

Einfach nicht zu stoppen: Tjarde Bandowski (in Weiß), hier gegen die Rengershäuser Sefa Yagiz Toksoy (links) und Lukas Kahnt traf für Bergshausen fünfmal gegen Hajduk.
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Einfach nicht zu stoppen: Tjarde Bandowski (in Weiß), hier gegen die Rengershäuser Sefa Yagiz Toksoy (links) und Lukas Kahnt traf für Bergshausen fünfmal gegen Hajduk.

Ein Ergebnis stach an diesem Kreispokal-Wochenende heraus. Die Fußballer der FSV Bergshausen gewannen in der zweiten Runde gegen HNK Hajduk 96 Kassel 20:0 (9:0). Wenn ein Team 20 Tore erzielt, dann klingt das nach Handball. Im Fußball ist das aber natürlich untypisch. Was war denn da los?

Kassel - Na klar, die FSV Bergshausen ist ein Aufsteiger in die Gruppenliga – und ein ambitionierter dazu. Hajduk stieg vergangene Saison in die Kreisliga B auf. Kurz gesagt: Die Fuldabrücker waren der haushohe Favorit. Und schon in der ersten Runde hatten sie beim Spielverein 9:0 gewonnen. Aber so ein Ergebnis? Das überrascht.

Wie kam es dazu? Die Kasseler traten mit einem dünnen Aufgebot an. Trainer Roland Markovic und einige Spieler waren im Urlaub. So standen im Kader gerade einmal zwölf Spieler. „Wir wollten die Partie trotz der großen Personalmisere durchziehen“, sagt Mittelfeldspieler Ivica Peric, der auch Kassierer im Verein ist. Lobenswert. Aber kurz nach Spielbeginn nahm das Unheil seinen Lauf. „Ab der siebten Minute mussten wir mit zehn Akteuren auskommen, weil sich zwei Spieler verletzten“, sagt Peric. Und so lag Hajduk nach 24 Minuten 0:5 zurück. „Wenn du als Mannschaft in solch kurzer Zeit nach Beginn fünf Tore fängst, wie willst du dich dann noch motivieren? Und so muss das Ganze auch bewertet werden“, sagte der neue Bergs-häuser Coach Michael Briehl. Und so stand es zur Pause schon 0:9 aus Hajduk-Sicht.

Es kam aber noch schlimmer: In der 65. Minute – beim Stand von 0:11 – sah Peric die Gelb-Rote Karte. Da waren es nur noch neun Kasseler auf dem Feld. In den letzten 25 Minuten erzielten die Bergs-häuser neun weitere Treffer – und schraubten das Ergebnis auf 20:0 hoch. „Es spricht allerdings für mein Team, das es nie locker gelassen hat. Jeder Spieler wollte sich für den Saisonstart anbieten“, sagt Briehl.

Besonders torhungrig war Tjarde Bandowski, der fünfmal traf. Dazu gesellten sich mit Justin Richter und Jerome Rapp zwei Dreifach-Torschützen. Jeweils einen Doppelpack steuerten Malte Bandowski, Tim Frackmann, Sueleyman Ildes und Florian Steinhauer bei. Der 20. Treffer war dann Enes Karasoy vorbehalten.

Auf die Bergshäuser wartet im Achtelfinale auf jeden Fall eine höhere Hürde. Der Gegner ist Verbandsligist OSC Vellmar. Wann die Partie allerdings stattfindet, ist noch offen. Geplant sind die Achtelfinals für kommenden Samstag. Allerdings steht der OSC im Halbfinale des alten Pokalwettbewerbs. Wenn die Vellmarer am Mittwoch in Nordshausen gewinnen, spielen sie am Wochenende im Finale gegen den KSV Hessen – und müssen an diesem natürlich nicht zweimal ran. „Für uns ist das sehr bedauerlich, weil die Partie eine Standortbestimmung gewesen wäre“, sagt Briehl. Gut in Form scheint sein Team aber dennoch schon zu sein. (Horst Schmidt und Manuel Kopp)

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