Gewichtheber gewinnt Bronze bei Senioren-WM

Bestmarken treiben Baunataler Michael Branke an

Spätberufenes Talent an der Langhantel: Mike Branke hievt insgesamt zwischen vier und sechs Tonnen Gewicht pro Trainingseinheit hoch. Im Stoßen schaffte er bei der WM 117 Kilogramm, im Reißen 86 kg.
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Spätberufenes Talent an der Langhantel: Mike Branke hievt insgesamt zwischen vier und sechs Tonnen Gewicht pro Trainingseinheit hoch. Im Stoßen schaffte er bei der WM 117 Kilogramm, im Reißen 86 kg.

Baunatal – Wenn einer das internationale Aushängeschild Baunatals ist, dann ist es Michael „Mike“ Branke. Seit mehr als 14 Jahren mischt der 53-Jährige, der für den GSV Eintracht Baunatal startet, erfolgreich bei Europa- und Weltmeisterschaften der Senioren, die Masters genannt werden, im Gewichtheben mit.

Zuletzt stand er jetzt bei den Masters in Kanada auf dem Treppchen. In der Gewichtklasse bis 81 kg Körpergewicht erkämpfte er sich die Bronzemedaille in der Altersklasse 50 - 54 Jahre. Im Reißen bewältigte Branke 86 kg, im Stoßen 117 kg, seine Zweikampfleistung von 203 kg wurde nur überboten vom US-Amerikaner Oleg Danilov (229 kg) und vom Schweden Johan Barkentin (220).

Nun hat Branke die WM 2020 im baden-württembergischen Obrigheim im Blick. Dort will er noch einmal richtig Gas geben und am liebsten Weltmeister werden.

In einem Alter, in dem andere die ersten Zipperlein plagen, ist Branke, der früher Handball spielte, turnte und schließlich Kraft-Dreikampf betrieb, für den Leistungssport hoch motiviert. Da sei einmal sein von der Natur mitgegebenes Talent, schwere Lasten explosiv reißen und stoßen zu können, sagt der Baunataler, der bei der Deutschen Berufsakademie für Sport und Gesundheit in Baunatal als Pädagogischer Leiter und Fitness-Dozent tätig ist. Und: „Ich konnte mich steigern, das hat mich motiviert. Viele werden in diesem Alter schwächer, ich als Späteinsteiger wurde noch besser.“

Tatsächlich ist Branke, der in der DDR geboren worden und aufgewachsen ist, gewissermaßen ein Spätberufener seines Sports. Es hat ihn vor Jahren durch Zufall nach Baunatal verschlagen. Er studierte Sport auf Lehramt im sachsen-anhaltinischen Magdeburg, fand dort aber keinen Praktikumsplatz. Diesen erhielt er im Sportstudio Umbach in Baunatal-Großenritte bei Claus Umbach - und blieb dort als Fitness-Lehrer „hängen“.

Um die Jahrtausendwende kam Branke schließlich zum Gewichtheben. Einer Sportart, bei der der GSV damals noch in der zweiten Bundesliga antrat. GSV-Spitzenheber Dimiitri Prochorow habe ihn überredet, zu seiner Sportart zu wechseln, erzählt Branke. Gleich bei seiner ersten WM-Teilnahme wurde der zweifache Vater Neunter. Einen Europameister-Titel, die Vizeweltmeisterschaft vor drei Jahren und andere sportliche Erfolge hat Branke seither errungen.

Am Gewichtheben reizt den Baunataler, dass diese Sportart technisch anspruchsvoll ist. „Das hat viel mit dem Kopf zu tun“, sagt er. Er freut sich, dass der Kraftakt mit der Langhantel seit zehn Jahren wieder mehr Anhänger gewinnt. Für den GSV trainiert Branke ehrenamtlich einen Zehn- und einen Elfjährigen. Außerdem macht er mit den Senioren des Kasseler Augustinums Fitness-Übungen.

Seinem Verein und Claus Umbach, dem Geschäftsführer des Sport- und Gesundheitszentrums Umbach, der einst beim PSV Phönix Kassel selbst an der Hantel war, ist er für die Unterstützung sehr dankbar. Ohne die – auch finanzielle – Hilfe hätte er die internationalen Vergleiche nicht bestreiten können. Umbach habe ihn sogar zur WM nach Montreal in Kanada begleitet.

Freizeit bleibt dem sportbegeisterten Branke wenig. Diese widmet er vor allem seinen beiden Hunden.

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