Ungewohnte Dehnübungen bei Rückenstudie in Wolfhagen

Bewegung für Nordhessen: Es darf sogar das Hohlkreuz sein

Immer in die Rückbeuge: Lothar Schulz aus Immenhausen bekommt Tipps von Trainerin Julia Gabriel. Hinten trainiert Willi Malkomes aus Niestetal. Fotos: Hofmeister

Wolfhagen. Vieles ist ungewohnt an diesem ersten Trainingstag. Da fordert Trainerin Laura Hosse doch tatsächlich dazu auf, ein Doppelkinn zu machen.

Und ihre Kollegin Julia Gabriel ermuntert schon mal: „Lass dich ins Hohlkreuz fallen.“ Das Seil in den Händen darf auf keinen Fall straff gespannt sein. Und am Gerät, das Hüftbeuger heißt, zittert die Bauchmuskulatur vieler Teilnehmer bereits nach wenigen Sekunden.

Es sind die ersten Einheiten der Rückenstudie an sogenannten Flexx-Geräten, die hier stattfinden. 28 Leser haben Plätze gewonnen, die das Sportstudio „Lupus“ in Wolfhagen zusammen mit der Sportredaktion im Rahmen der Aktion „Bewegung für Nordhessen“ vergeben hat. Die Teilnehmer sind damit Bestandteil einer Rückenstudie, die Jan Range durchführt. Der Student der Fitness-Ökonomie will für seine Bachelor-Arbeit wissen, ob Übungen nach dem Flexx-Konzept die Rückenmuskulatur gezielt stärken und die Beweglichkeit verbessern können.

In vier Gruppen haben die Teilnehmer die erste der insgesamt acht Wochen hinter sich gebracht. Viel Zeit nimmt das Training nicht in Anspruch. Nach einem zehnminütigen Aufwärmen geht es in den Zirkel mit sieben Stationen. In der Anfangsphase wird jede Übung 30 Sekunden gehalten – alle Stationen werden zweimal durchlaufen. Laura Hosse erklärt: „Was wir hier machen, das ist kein Krafttraining. Ihr werdet wahrscheinlich keinen herkömmlichen Muskelkater bekommen. Aber ihr werdet es spüren.“

Ingo Bandurski kann das schnell bestätigen. Der 49-jährige Ippinghäuser ist gewiss nicht unsportlich. Er läuft, er spielt Tischtennis, er ist mit dem Rad unterwegs. Doch als er an der Station „Spagat“ im Knien den hinteren Fuß flach auflegen und das vordere Bein so weit wie möglich in die Dehnung bringen muss, da wird es schnell anstrengend – und auch etwas schmerzhaft.

„Wir wollen eine Lockerung der Muskulatur durch Dehnung erreichen“, erklärt Studio-Leiter Dieter Hahn. Die Gelenke sollen so geschont, die Faszien trainiert werden. Damit das erreicht wird, müssen die Teilnehmer auch in ungewohnte Haltungen gehen. Wie zum Beispiel in das Hohlkreuz. Am Beinstrecker geht es kniend in eine weite Rückbeuge. Das zieht in den Oberschenkeln und im Bauch. Und das Seil in den Händen dient eben nicht dem Festhalten, sondern als Hilfe beim Verlassen der Position. „Früher galt das Hohlkreuz als absolut tabu“, sagt Hahn, „mittlerweile ist es kontrolliert ausgeführt absolut okay.“

Richtig ins Ächzen kommen die meisten Teilnehmer auch beim „Beinbeuger“. Vor allem die Läufer in der Gruppe haben Probleme, weil die Wadenmuskeln hier extrem gedehnt werden. Auf einer Stufe stehend werden die Füße nach hinten gesenkt, während der Oberkörper in die Vorbeuge geht. Zweimal pro Woche wird der Zirkel trainiert. Eine Erkenntnis aber haben fast alle schon nach der ersten Dehn-Einheit: Sie fühlen sich größer als vor den Übungen. Langgestreckt sozusagen.

Hintergrund: Training nach dem Flexx-Konzept

Es geht nicht um Muskelaufbau, sondern um Dehnung. Die Rückenstudie mit unseren Lesern wird nach dem Flexx-Konzept durchgeführt – einem Zirkeltraining, das seinen Namen schlicht vom Gerätehersteller hat. An sieben unterschiedlichen Stationen – die Namen tragen wie Beinbeuger, Adduktion, Spagat oder Hase – werden Rücken, Oberschenkel oder Brustmuskulatur stark gedehnt. Dies geschieht durch das gerätegestützte Einnehmen unterschiedlicher Positionen, die dann mindestens 30 Sekunden gehalten werden.

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